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Stiller Protest gegen Rechts

Baden-Baden (kie) – Vor dem Theater in Baden-Baden haben sich am Samstagmittag rund 150 Personen zusammengefunden, um gegen rechte Gewalt und Rassismus zu demonstrieren.

Rund 150 Personen nahmen an der Mahnwache vor dem Theater teil. Foto: Kiedaisch

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Rund 150 Personen nahmen an der Mahnwache vor dem Theater teil. Foto: Kiedaisch

Von Franziska Kiedaisch

Ein Bündnis aus Europa-Union, „Baden-Baden ist bunt“ und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hatte erst am Freitag zu der Mahnwache unter dem Motto „Fünf vor Zwölf“ aufgerufen. Die Geschehnisse in Hanau hätten gezeigt, dass der Ausspruch „Wehret den Anfängen“ nicht länger gültig sei, so der Initiator Stefan Lutz-Bachmann zu Beginn der Protestaktion: „Hanau kann überall sein“. Rund 150 Anwesende nahmen an der 20-minütigen Mahnwache teil, um damit ihre Solidarität und Betroffenheit mit den Opfern rassistischer Gewalt auszudrücken.

„Nach Höcke, Halle und Hanau kann Baden-Baden nicht still sein“, begründet Lutz-Bachmann den Aufruf, den er zuerst über Facebook publik gemacht hatte. Ziel sei es auch, „verschiedenen Aspekten des aufkeimenden Neonazismus“ entgegenzutreten. Ihm als ehemaligen Deutschlehrer sei dabei auch wichtig, wie rassistische Inhalte sprachlich transportiert würden. „Das wird man ja noch sagen dürfen“ als oftmals verharmlosende Entschuldigung rassistischen Gedankenguts dürfe nicht ohne weiteres hingenommen werden.

Werner Henn und Stefan Lutz-Bachmann richteten in kurzen Redebeiträgen das Wort an die Anwesenden. Foto: Kiedaisch

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Werner Henn und Stefan Lutz-Bachmann richteten in kurzen Redebeiträgen das Wort an die Anwesenden. Foto: Kiedaisch

SPD-Stadtrat Werner Henn richtete ebenfalls das Wort an die Anwesenden. Er sei von OB Margret Mergen darum gebeten worden, einen Gruß der Stadt an die Demonstrierenden auszurichten. Es gelte nun, den guten Ruf der Stadt zu verteidigen und gemeinsam für ein weltoffenes Baden-Baden einzustehen, so Henn weiter. Während der Mahnwache hielt er ein Plakat in die Höhe, auf dem die neun Namen der Opfer aus Hanau geschrieben standen. Regelmäßige Veranstaltungen sollen laut Lutz-Bachmann und Henn folgen - vielleicht, so Henn, wenn die Berliner Philharmoniker zu den Osterfestspielen in der Stadt sind. Dann soll der Protest jedoch nicht länger still sein: Dem Stadtrat schwebt nämlich ein „riesiger“ Chor vor, der vom Balkon des Theaters aus, gemeinsam mit den Philharmonikern, das Lied „Bella Ciao“ anstimmt. Damit könne Baden-Baden zeigen, dass „wir eine internationale Stadt sind, die für Freiheit und Toleranz steht“, sagte Henn.

Während der Mahnwache gab es keine Zwischenfälle. Die Polizei war vorsorglich mit zwei Beamten vor Ort - laut Rainer Wörner, stellvertretender Revierleiter in Baden-Baden, sei dies so üblich. Wegen der kurzfristigen Anberaumung des Termins rechnete die Polizei im Vorfeld der Mahnwache nicht mit koordinierten Gegenreaktionen. Allerdings würden die Beamten vor Ort Präsenz zeigen, um eingreifen zu können, falls es zu einzelnen Beleidigungen oder dergleichen käme, erklärte Wörner.

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Erstellt:
22. Februar 2020, 13:36 Uhr
Lesedauer:
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