Tolksdorf: „Wir sind vorbereitet“

Bühl (red) – Die Auswirkungen der Corona-Krise betreffen auch die Behinderteneinrichtungen im Land. Die Lebenshilfe der Region Baden-Baden, Bühl, Achern hat umfangreiche Vorsorge getroffen, um die über 900 Menschen mit Behinderung, die in den örtlichen Einrichtungen begleitet und gefördert werden, ausreichend zu schützen. Das Coronavirus soll so lange wie möglich ausgebremst werden.

Mit Mundschutz und ausreichend Abstand gestalten Betreuer und Klienten in den Wohnhäusern der Lebenshilfe derzeit ihre Freizeitaktivitäten. Hier ein Bild aus der Wohnstätte in Achern.  Foto: Lebenshilfe

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Mit Mundschutz und ausreichend Abstand gestalten Betreuer und Klienten in den Wohnhäusern der Lebenshilfe derzeit ihre Freizeitaktivitäten. Hier ein Bild aus der Wohnstätte in Achern. Foto: Lebenshilfe

Im Zuge der vom Kultusministerium angeordneten infektionsschützenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus musste auch die Lebenshilfe viele ihrer Einrichtungen schließen. So wurden zunächst die Mooslandschule Ottersweier, die Kindergärten und Kindertagesstätten geschlossen und alle Aktivitäten des Bereichs Offene Hilfen abgesagt. Auch die knapp 500 Mitarbeiter der Werkstätten der Lebenshilfe dürfen nicht mehr zur Arbeit erscheinen. Vorerst gelten die Regelungen nach Mitteilung der Lebenshilfe bis zum Ende der Osterferien am 19. April.

Für den nun eingetretenen Fall hat die Lebenshilfe bereits Anfang März einen Krisenstab gebildet und Notfallpläne erarbeitet. Darin wurde festgelegt, welche ihrer Arbeiten in Zeiten der Pandemie auf jeden Fall aufrecht zu erhalten sind und wie Angestellte geschlossener Einrichtungen bereichsübergreifend eingesetzt werden können, um Mehrbedarfe abzudecken. „Es ist bewundernswert wie viele Mitarbeiter sich innerhalb unserer Lebenshilfe freiwillig bereit erklärt haben, in anderen Bereichen auszuhelfen, um unsere derzeit wichtigsten Dienstleistungen aufrechtzuerhalten“, so der Geschäftsführer der Lebenshilfe, Markus Tolksdorf.

Zu den aufrecht zu erhaltenen Bereichen gehört in erster Linie die Betreuung der über 90 Menschen mit Behinderung in den besonderen Wohnformen. „Die Stimmung bei unseren Klienten in den Wohnhäusern ist trotz der besonderen Situation sehr positiv“, wird Annette Burgert, Leiterin des Bereichs Wohnen der Lebenshilfe, zitiert. „Dank der frühzeitigen umfangreichen Hygienemaßnahmen und der vorbildlichen Disziplin unserer Angestellten haben wir zum heutigen Tag noch in keiner unserer Wohneinrichtungen einen bestätigten Corona-Fall. Sollten trotz aller Vorsorgebemühungen Infektionsfälle auftreten, sind wir vorbereitet“, so Tolksdorf. Auch die Kontakte zu den Klienten, die zu Hause bei ihren Angehörigen leben oder alleine leben, würden weiterhin gepflegt. In vielen Bereichen wurden Notbetreuungen eingerichtet, falls anderweitig keine Versorgung möglich sei.

CAP-Märkte weiterhin geöffnet

Die von der Lebenshilfe betriebenen CAP-Märkte müssen derzeit zwar auf ihre Mitarbeiter mit Behinderungen verzichten, stellen aber laut Pressemitteilung trotzdem die Nahversorgung sicher. Ebenso werden in den Werkstätten der Lebenshilfe von Gruppenleitern und freiwilligen Helfern dringende Aufträge abgearbeitet. In der Inklusionsfirma „Integra“ arbeiten die Gartengruppe, die Spülküche bei Schaeffler und die Montageabteilung ebenfalls weiter. Auch der Cateringstandort beim SWR ist noch geöffnet. Das Illenau-Bistro in Achern bietet in der Krise das Essen als Lieferservice und zum Abholen an, informiert die Lebenhilfe.

Um Klienten und Angestellte bestmöglich zu schützen, folgte die Lebenshilfe den Empfehlungen der Virologen und rief über ihre Website und Social- Media-Kanäle zur Produktion von Atemschutzmasken auf.

In den Werkstätten der Lebenshilfe wurden in Eigenproduktion bereits über 400 Masken genäht, hinzu kamen ebenfalls über 400 Masken durch Freiwillige aus der Region. „Stellvertretend für alle fleißigen Näherinnen und Näher geht ein besonderer Dank an Berit Nina Peters vom Kaufhaus Peter’s in Bühl“, so der Lebenshilfe-Geschäftsführer. Das Kaufhaus habe der Lebenshilfe den gesamten Restbestand an Gummibändern für die Maskenproduktion gespendet. „Was unser Slogan ,Wir sind eins’ wirklich heißt, bewährt sich gerade in dieser Krise“, so Tolksdorf abschließend.

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Erstellt:
6. April 2020, 17:00 Uhr
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