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Vier Fragen an: Charlotte Schlett, Sina Baader und Cara Baader

Baden-Baden (naf) – Der Schutz der Menschen, die dem größten Risiko durch die Coronakrise ausgesetzt sind, steht momentan an erster Stelle. Drei Studentinnen aus Baden-Baden haben Initiative ergriffen, um ihnen zu helfen.

Haben die Corona-Nachbarschafthilfe Baden-Baden gegründet: Charlotte Schlett, Sina Baader, Cara Baader (von links). Foto: privat

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Haben die Corona-Nachbarschafthilfe Baden-Baden gegründet: Charlotte Schlett, Sina Baader, Cara Baader (von links). Foto: privat

Von Nadine Fissl

Charlotte Schlett, Sina Baader und Cara Baader haben eine Facebook-Gruppe gegründet und eine Telefonnummer aktiviert, um Nachbarschaftshilfe besser organisieren zu können. Helfer und Hilfesuchende werden dort einfacher miteinander vernetzt. BT-Volontärin Nadine Fissl hat sich mit Charlotte Schlett über ihre Erfahrungen der ersten Tage unterhalten.

BT: Frau Schlett, wie sind Sie drei zu der Idee einer Nachbarschaftshilfe-Gruppe in der Corona-Krise gekommen?

Charlotte Schlett: Wir saßen bei einem Spieleabend zusammen und haben uns über die aktuelle Corona-Situation unterhalten. Da wir gegen den Virus selbst nicht viel unternehmen können, haben wir einen Weg gesucht, trotzdem aktiv zu werden, um den Menschen zu helfen. Noch am selben Abend haben wir unsere Facebook-Gruppe gegründet, in der sich die Menschen in Baden-Baden vernetzen können.

BT: Wie gut funktioniert die Vernetzung mit der Gruppe beziehungsweise der Telefonnummer bisher?

Schlett: Bisher haben wir über 300 Mitglieder, die sich erfolgreich auf Facebook untereinander vernetzen. Besonders beeindruckend ist, wie viele Hilfsangebote bisher veröffentlicht wurden. In den letzten Tagen steigt die Zahl der Anrufern jeden Tag. Wir hoffen, das geht so weiter. Auf der Telefonnummer sind wir von Montag bis Samstag, von 10 bis 13 Uhr erreichbar.

BT: Gab es denn schon Hilfsaktionen?

Schlett: Ja, es sind gleich in den ersten Tagen ein paar erfolgreiche Vermittlungen entstanden. Da war zum Beispiel eine Dame, die nach einer OP noch geschwächt ist, und innerhalb von 10 Minuten jemanden gefunden hat, der für sie einkaufen gehen kann. Oder eine Person aus München, die für ihren 88-jährigen Vater jemanden gesucht hat, der einkaufen geht oder kleinere Reparaturen erledigt. Direkt hat eine Frau angeboten, einkaufen zu gehen. Kurze Zeit später fand sich eine weitere Frau, die für die Reparaturen ihren Freund anbieten konnte, der Schreiner ist. Wir sind nach wie vor begeistert davon, zu merken, wie viele Probleme gelöst werden können, wenn wir uns vernetzen und Hilfsbereitschaft zeigen.

BT: Was, wenn es wirklich zur Ausgangssperre kommen sollte?

Schlett: Da wir in Deutschland noch keine Erfahrung mit Ausgangssperren haben, wissen wir nicht, wie die genauen Vorgaben sein werden. Die Versorgung mit dem Lebensnotwendigen wird jedoch zu jeder Zeit gesichert sein, daher sollte es auch weiterhin möglich sein, für seine Nachbarn Erledigungen, wie zum Beispiel Einkäufe, zu machen.

Ihre Facebook-Gruppe heißt Corona-Nachbarschaftshilfe Baden-Baden. Für alle ohne Account haben sie die Telefonnummer (0151) 55352051 eingerichtet.

„Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.

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Erstellt:
22. März 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

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