Vier Fragen an: Nora Welsch

Baden-Baden (stn) – Die Behindertenbeauftragte der Stadt Baden-Baden sammelt gespendete Legosteine zum Bau von mobilen Rampen für Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen und Senioren mit Rollatoren.

Nora Welsch, die Behindertenbeauftragte der Stadt Baden-Baden. Foto: privat

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Nora Welsch, die Behindertenbeauftragte der Stadt Baden-Baden. Foto: privat

Von Nora Strupp

Nora Welsch ist als Behindertenbeauftragte der Stadt Baden-Baden Ansprechpartnerin für die Belange behinderter Menschen. Um Rollstuhlfahrern, Senioren mit Rollatoren und Familien mit Kinderwagen das Leben zu vereinfachen, hat sie nun ein neues Projekt auf den Weg gebracht: Sie sammelt gespendete Lego-Steine, um daraus mobile Rampen herzustellen und Geschäfte und Einrichtungen in Baden-Baden somit barrierefrei zu machen. Benötigt werden hierfür vor allem Basic-Steine, flache Basic-Steine und Grund- beziehungsweise Bauplatten in allen Größen und Farben. BT-Volontärin Nora Strupp hat bei Nora Welsch nachgefragt, wie solche Rampen entstehen und wo genau in Baden-Baden sie letztendlich zum Einsatz kommen sollen.

BT: Frau Welsch, wie kamen Sie auf die Idee mit den Lego-Rampen?
Nora Welsch: Eine gute Bekannte von mir, Rita Ebel, hat mit viel Engagement und Enthusiasmus die Idee mit den Lego-Rampen in Hanau bei Frankfurt entdeckt, verbreitet und populär gemacht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bekommt sie inzwischen Legosteine aus ganz Deutschland zugeschickt. Als „Lego-Oma“ ist sie auch im Ausland bekannt. Mich hat die kreative Idee von Anfang an total begeistert und ich wusste, sobald ich meine Arbeit als Behindertenbeauftragte in Baden-Baden beginnen werde, möchte ich diese Idee hierher holen, um Baden-Baden barrierefreier zu machen.

Kleine mobile Rampen, gefertigt aus Legosteinen, erleichtern behinderten Menschen den Alltag. Foto: Wolfgang Ebel

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Kleine mobile Rampen, gefertigt aus Legosteinen, erleichtern behinderten Menschen den Alltag. Foto: Wolfgang Ebel

BT: Wie werden die Rampen hergestellt? Werden die Legosteine nur zusammengesteckt oder miteinander verklebt, um die Rampen möglichst stabil und robust zu machen?
Welsch: Die Steine werden auf eine bestimmte Weise zusammengesteckt, sodass sie nicht auseinanderbrechen können. Außerdem werden sie mit Dichtkleber befestigt, festgehämmert und auf einer rutschfesten Granulat-Baumatte verklebt.

BT: Wo genau sollen die mobilen Rampen verlegt werden? Haben Sie bereits bestimmte Geschäfte / Orte im Sinn?
Welsch: In der Innenstadt möchten bereits einige Geschäfte eine Lego-Rampe haben. Aber auch in der Weststadt und Oos sowie in anderen Stadtteilen von Baden-Baden werde ich noch Restaurants und Läden ansprechen. Geschäfte können sich auch gerne bei mir melden. Voraussetzung ist, dass sie nur eine Stufe vor ihrem Eingang haben. Mehr als eine Stufe kann die Lego-Rampe nicht überwinden.

Geschäfte, bei denen eine Rampe angebracht werden soll, dürfen nur maximal eine Stufe haben, denn mehr Stufen kann die Lego-Rampe nicht überwinden. Foto: Wolfgang Ebel

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Geschäfte, bei denen eine Rampe angebracht werden soll, dürfen nur maximal eine Stufe haben, denn mehr Stufen kann die Lego-Rampe nicht überwinden. Foto: Wolfgang Ebel

BT: Wie viele Legosteine wurden bereits gespendet?
Welsch: Die ersten Kisten mit Legosteinen wurden bereits abgegeben. Auch erste interessierte Ehrenamtliche, die Lego-Rampen bauen möchten, haben sich gemeldet. Das freut mich total. Um mit dem Projekt richtig starten zu können, braucht es aber noch viele Spenden mehr. Außerdem freue ich mich über weitere Rampenbauer, sowie einen ebenerdigen Raum für das Rampenbauer-Team. Jede Rampe mehr ist eine Barriere weniger im Alltag von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Vier Fragen an:“ ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.

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Erstellt:
13. September 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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