Vier Jahre Haft für Gaggenauer Dealer

Baden-Baden (red) – Eine Freiheitsstrafe von vier Jahren sowie die Unterbringung in einer Entziehungseinrichtung hat das Landgericht Baden-Baden am Mittwoch gegen einen 24-jährigen Gaggenauer verhängt. Er war in Sachen Drogenkriminalität aktiv.

Das Landgericht Baden-Baden verurteilt den 24-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsentzug. Symbolfoto: Denker/Archiv

Das Landgericht Baden-Baden verurteilt den 24-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsentzug. Symbolfoto: Denker/Archiv

Von Werner Frasch

Die dritte Beschaffungsfahrt nach Holland im November 2019 wurde dem 24-jährigen Mann aus Gaggenau zum Verhängnis. Nachdem Kriminalbeamte ihn monatelang observiert hatten und über seine Drogengeschäfte durch die Telekommunikationsüberwachung informiert waren, griffen die Verfolger auf einem Parkplatz bei Rastatt zu. Im Kofferraum fanden sie knapp 1.500 Gramm Marihuana und Amphetamin. Vorher hatte der Dealer den Stoff von Händlern im Raum Karlsruhe bezogen und an zahlreiche Abnehmer in Mittelbaden teilweise durch Belieferung frei Haus verkauft. Auf insgesamt 58 Taten, begangen zwischen Anfang 2018 bis zu seiner Festnahme, summierte sich die Anklage, deren Verlesung eine Stunde beanspruchte. Am zweiten Prozesstag hatte der Angeklagte die Taten eingeräumt.

Schwer drogenabhängig

Am Mittwoch wurde er vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe wegen der unerlaubten Einfuhr und des gewerbsmäßigen Handels mit Drogen in nicht geringer Menge, darunter Haschisch, Marihuana und Ecstasy-Tabletten, zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und der Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt, nachdem der medizinische Sachverständige eine schwere Drogenabhängigkeit attestiert hatte. Diese müsse, so der Vorsitzende Richter Wolfgang Fischer in der Urteilsbegründung, behandelt werden, um einer weiteren Beschaffungskriminalität vorzubeugen.

„Unter den Augen der Polizei“

Bei einem Teil der Taten hatte der Verurteilte ein Auto benutzt, obwohl er keinen Führerschein besitzt. Frühestens in einem Jahr darf ihm daher eine Fahrerlaubnis erteilt werden. Einen geringen Teil der Drogen hat er für seinen Eigenverbrauch verwendet und den Rest als Kommissionsware für seinen Lieferanten abgesetzt. Das Gericht verurteilte ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft auch zum Wertersatz des darauf entfallenden Anteils in Höhe von rund 29.400 Euro. Sein Verteidiger Daniel Sprafke hielt diesen Wertersatz nicht für angemessen, da an seinen Mandanten aus dem Verkauf der Drogen kein Geld geflossen sei. Er zeigte sich überrascht darüber, dass die Polizei mehrere Monate den Drogenhandel beobachtet habe – ohne einzugreifen. Deshalb seien „unter den Augen der Polizei erhebliche Mengen an Drogen in den Handel gelangt“.

Ein ausführlicher Bericht erscheint in der Freitagsausgabe


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