Wohltat bei Gallensteinen

Baden-Baden (red) – Wildkräuter- und Heilpflanzen-Expertin Monika Wasel aus dem Baden-Badener Rebland stellte hier Odermennig vor, eine sehr alte Heilpflanze.

Odermennig findet man an Wegrändern, lichten Gebüschen, Hügeln und trockenen Wiesen. Foto: Wasel

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Odermennig findet man an Wegrändern, lichten Gebüschen, Hügeln und trockenen Wiesen. Foto: Wasel

Unter dem Motto „Noch mehr Wildes…“ stellt Wildkräuter- und Heilpflanzen-Expertin Monika Wasel aus dem Baden-Badener Rebland im BT Pflanzen vor, die derzeit in der Region gesammelt werden können. Im heutigen Beitrag ist Odermennig (Agrimonia Eu.) an der Reihe.

Odermennig – diese sehr alte Heilpflanze – ist heute etwas in Vergessenheit geraten. Dabei war sie bereits in der Antike der Göttin Pallas Athene geweiht. Auch in den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird sie oft erwähnt, so von Galenos, Plinius oder Dioskorides. Aus jenen Kräuterbüchern bezog die Volksmedizin ihr Wissen in Bezug auf die Heilwirkung des Odermennigs bei Fieber, bei Magen-, Leber-, Galle- und Darmbeschwerden.

Rezept zur Beruhigung der Galle

Eine Wohltat kann Odermennig bei Gallensteinen oder Gallengrieß sein, weil er die Galle beruhigt – am besten mit einem Odermennig-Tell oder einer Mischung mit Odermennig. Dazu das passende Rezept: Man nimmt einen Teil Wermut (10 g) und zwei Teile Odermennig (20 g), davon ein Teelöffel mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen und schon nach zwei Minuten abseihen. Es ist ein sehr bitterer Tee (aber gerade die Bitterstoffe sind es, die uns heutzutage fehlen), der möglichst warm und schluckweise getrunken werden sollte. Bald beruhigt sich die Galle und die Schmerzen lassen nach. Süßen ist allerdings nicht erlaubt.

Odermennig ist eine ausdauernde Pflanze, die gelben Blüten erblühen von unten nach oben in den Monaten Juni bis September. Die Heilpflanze findet man an Wegrändern, lichten Gebüschen, Hügeln und trockenen Wiesen. Er gehört zu den Gerbstoffdrogen und wenn, wie in diesem Fall, noch Bitterstoffe und ätherische Öle vorhanden sind, erweitert sich das Anwendungsgebiet beachtlich, nämlich auf Magen- und Darmbeschwerden verschiedenster Art sowohl jener Beschwerden, die auf mangelnde Fermentabsonderung oder auf ungenügenden Gallefluss zurückzuführen sind.

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Erstellt:
9. September 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 54sec

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