Zu Hause bleiben ohne Zuhause

Von Sarah Gallenberger, Florian Krekel

Rastatt/Baden-Baden (sga/fk) – Der Appell in der Corona-Krise ist klar: Jeder soll zu Hause bleiben. Doch was bedeutet das für Menschen aus der Region ohne Dach über dem Kopf? Auch sie müssen mit Einschränkungen rechnen.

Zu Hause bleiben ohne Zuhause

Ein Besucher der Obdachlosentagesstätte bekommt am Eingang der Tagesstätte Handschuhe überreicht. Von der Corona-Krise sind auch Obdachlose in Baden-Württemberg betroffen. Foto: Marijan Murat/dpa

Die Tagesstätten der Caritas in Rastatt sind trotz Corona-Krise für Obdachlose geöffnet. Allerdings mit Einschränkungen. Wohnungslose können dort einem Sprecher zufolge etwa duschen, ihre Kleidung waschen und bekommen warme Mahlzeiten sowie – falls kein Konto vorhanden ist – Sozialleistungen ausgehändigt. Dabei müssten aber die geltenden Regelungen eingehalten werden, sodass mitunter nur eine begrenzte Anzahl an Menschen auf einmal in entsprechende Räumlichkeiten gelassen werden könne, so Paul Hnas von der Rastatter Caritas gegenüber dem BT. Im Bereich der „stationären“ Wohnungslosenhilfe sehe es anders aus. Die Tagesstätte für Obdachlose in Baden-Baden ist derzeit geschlossen, da sich mehrere Mitarbeiter in Quarantäne befinden. Ab kommender Woche soll die Tagesstätte aber wie gewohnt wieder geöffnet werden, informierte Jonas Sertl von der Stadtpressestelle. Personen, die im stationären Bereich der Wohnungslosenhilfe untergebracht sind, bleiben demnach dort – „unter den gleichen Vorsichtsmaßnahmen und Abstandsregelungen, wie sie auch uns bekannt sind.“ Aus städtischer Sicht hat sich an der Situation nicht viel verändert. „Nach wie vor bekommen Personen, die mit akuter Wohnungslosigkeit zu kämpfen haben, über den normalen Weg eine Notunterkunft zugewiesen, in der sie vorerst bleiben können“, machte Sertl deutlich.