55 Jahre lang närrisch toll in Schuss

Bühl (wv) –„Nach 55 Jahren sind wir ganz toll in Schuss. Mit 55 ist noch lang noch nicht Schluss.“ So besangen die vereinten Narren von Schwanenstraße und Johannesplatz, kurz Schwapla genannt, ihr närrisch rundes Jubiläum.

Bühlottel und Tanzmariechen: Thomas Hoerth, Ursula Strobel, Ingo Anselm, Jasmin Ernst, Patrick Fensch, Tanja Herrbrich-Person, Markus Ernst, Matthias Herrbrich und Annette Fensch (von links). Foto: W. Vetter

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Bühlottel und Tanzmariechen: Thomas Hoerth, Ursula Strobel, Ingo Anselm, Jasmin Ernst, Patrick Fensch, Tanja Herrbrich-Person, Markus Ernst, Matthias Herrbrich und Annette Fensch (von links). Foto: W. Vetter

Von Werner Vetter

„Nach 55 Jahren sind wir ganz toll in Schuss. Mit 55 ist noch lang noch nicht Schluss.“ So besangen die vereinten Narren von Schwanenstraße und Johannesplatz, kurz Schwapla genannt, ihr närrisch rundes Jubiläum. Die Kappensitzung des Bühler Innenstadtviertels bestätigte im voll besetzten „Kulturtempel Alter Schwanen“ das zarte Eigenlob voll und ganz: Das Narrenvolk genoss eine herrliche und lachträchtige Sitzung.

Nicht nur die Akteure, die „Bühlottel“ und die „schrägen Schönen“, glänzten durch Witz und Showtalent. Auch das Publikum steigerte mit Kommentaren die Heiterkeit. Die pfiffigen Texte der Schwapla-Hits stammen von Werner Reinschmidt und Thomas Hoerth sowie von Klaus-Dieter Knopf (KDK).

Letzterer feierte bei der Sitzung sein Poeten-Debüt, und durch muntere Handorgel-Begleitung animierte er das Volk zum Mitsingen. Auf dem Schwapla-Orden formen zwei Schwäne die Zahl 55. Ursula Strobel hatte Idee und Muster eingebracht, Gisela Ziermann die Orden gegossen.

Im Rückblick auf die Schwapla-Geschichte (siehe hierzu auch nebenstehenden Bericht) würdigte Präsident Ingo Anselm die Verdienste seines als Gast beim Jubiläum anwesenden Vorgängers Norbert Baumann, von großem Beifall bedacht. Rührung war spürbar, als Anselm der verstorbenen Bühlottel gedachte, den Urgesteinen „Fisch“ Werner Reinschmidt und „Bananenbieger“ Otto Hörth sowie „Kai Kabel“ Matthias Machold, der erst 2017 dazugekommen war.

Magdalena Meier wurde zur Miss Schwapla und Schwanen-Wirt Philippe Schutzenbach zum Prinz Pruns gekürt. Dieser freute sich, zusammen mit Isabelle Cuevas zum vierten Mal Gastgeber der Schwapla zu sein.

Alle Bühlottel tragen närrische Spitznamen: „Jungseif“ Thomas Hoerth, der dienstälteste, ließ die Historie der Schwapla Revue passieren. Er erinnerte stolz an die Verleihung des Ordens wider den städtischen Ernst an die Bühlottel 1993 durch OB Gerhard Helbing. „Zotti“ Ingo Anselm, „Rama“ Matthias Herrbrich, „Frack“ Patrick Fensch und „Schnapser“ Markus Ernst nahmen im „Stammtisch“ auch Weltgeschehen aufs Korn: In Ergänzung zu „Fridays for Future“ forderten sie „Samschdi für Freibier“.

Matthias Herrbrich beurteilte urkomisch Fähigkeiten seiner „Neuen“ im Haus: „Bei der Alexa isch jetzt der Stecker raus. Die braucht kai Sau bei uns im Haus.“ Im Radsportdress kreuzten kess Markus und Jasmin Ernst im „Kulturtempel Alter Schwanen“ auf, wobei Ersterer seine E-Bike fahrende Gattin als UFO bezeichnete, als „unheimlich faules Objekt“.

Kuchen gebacken und Schnaps destilliert

Die Bühlottel sangen dieses Lied zur OB-Wahl: „Außer dem Hubsi kein Kandidat, so wurde der Wahlkampf recht fad. Nur jeder Fünfte hat gewählt. Sein Wunschergebnis hat Hubsi verfehlt.“ Als „Rama-Zotti-Bären“ lobten Matthias Herrbrich und Ingo Anselm Hubsis Wahlkampagne: Aus den von diesem verteilten Äpfeln hätten sie en gros Kuchen gebacken und Schnaps destilliert.

„Wilhelmine“ Annette Fensch und „Goldine“ Tanja Herrbrich-Person gingen herrlich verschroben und komödiantisch auf Premium-Weltreise, vom weltoffenen Altschweier bis zur Schnapsmetropole Eisental. Ursula Strobel und Jasmin Ernst ergänzten sie zu den „schrägen Schönen“.

Diese weiblichen Tanzmariechen nahmen Matthias Herrbrich als männliches in ihre Truppe auf. Zu fünft ernteten sie als Schwapla-Prinzengarde Begeisterungsstürme, von Michaela Novigradac-Chromy zu köstlicher Grazie trainiert.

Einen knitzen Schlusspunkt setzte Ingo Anselm mit wachem Blick als „Guck ä mol“. Zur Neubausituation reimte er: „Das Lörch-Gelände ist jetzt voll bebaut, auch wenn alles ä bissel z’samme’gepresst ausschaut.“

Zum guten Schluss der Kappensitzung sang das vereinte Narrenvolk die Schwapla-Hymne: „Wenn de Babbe mit de Schlabbe in de Schwone dabbe dut“.

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Erstellt:
4. Februar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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