Aktion überbrückt soziale Distanz

Bühl (red) – Der Aufruf des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Bühl/Achern, sich an der Nähaktion für Stoffmasken zu beteiligen, ist auf eine große Resonanz gestoßen und hat trotz der Einhaltung sozialer Distanz die Menschen miteinander verbunden, teilt das DRK mit.

Doris Schmith-Velten (links) nimmt Maskenspenden von Manuel Wassmer und Verena Scheidel entgegen. Foto: DRK

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Doris Schmith-Velten (links) nimmt Maskenspenden von Manuel Wassmer und Verena Scheidel entgegen. Foto: DRK

Vom Ehrenamt des DRK-Kreisverbandes wurde die Nähaktion ins Leben gerufen, und sofort habe sich eine Vielzahl begeisterter Handarbeits-Profis bereiterklärt, sich in die Initiative für dringend benötigte Mund-Nasenmasken einzubringen.

Die Anleitung für die Herstellung des Behelfs-Mund-Nasenschutzes aus waschbarem Stoff wurde auf der Homepage des Kreisverbandes bereitgestellt, geeignete Stoffe kamen auch aus dem Bestand des Kleiderladens „Fundus“, der aufgrund der Corona-Pandemie derzeit geschlossen bleiben muss. Draht für eine bessere Passform und natürlich Gummiband für den guten Sitz der Masken auf dem Kopf hat der Kreisverband selbst beschafft und auch über viele Spenden in den Netzwerken erhalten können.

Die selbstgenähten Mund-Nasenmasken bieten zwar keinen 100-prozentigen Schutz, sie helfen aber bei der Eindämmung von Tröpfcheninfektionen, erläutert das DRK. Sie werden beim DRK-Kreisverband im nicht-medizinischen Bereich eingesetzt, um eine Kontamination zu vermeiden und die Mitarbeitenden zu schützen.

Dass sich die Aktion für viele zu einer „echten Herzenssache“ entwickeln würde, sei nicht abzusehen gewesen. Viele Ehrenamtliche hätten sich auf verschiedene Art und Weise engagiert. Menschen hätten sich über 60 Kilometer hinweg Material zukommen lassen und sich miteinander vernetzt.

Trotz dieser großartigen Nähaktion seien die Bestände an medizinischen Masken des Typs FFP2- und FFP3 nicht ausreichend. Wenn Verdacht auf eine Infektion mit Covid-19 vorliege, müssten die Teams in Rettungsdienst und Pflege zwingend eine zertifizierte Maske tragen, um vor dem Coronavirus geschützt zu sein. Ist das nicht der Fall, könne der Einsatz nicht erfolgen.

Appell an die Bevölkerung

Deshalb hat der DRK-Kreisverband auch an die Bevölkerung appelliert, Bestände an FFP2- und FFP3-Masken abzugeben. Nach diesem Aufruf gingen Spenden von Firmen und Privatpersonen ein, die originalverpackte FFP2-Masken zur Verfügung zu stellten, die sie selbst im Bestand hatten. Manfred Gille, Vorstandsmitglied der Zimmerinnung Rastatt/Baden-Baden/Bühl, nahm den Appell des DRK zum Anlass, nicht nur seine eigenen Bestände abzugeben, sondern auch seine Netzwerke der Handwerksinnungen auf den dringenden Bedarf aufmerksam zu machen und den Aufruf, Schutzausrüstung bereitzustellen, gemeinsam und regionsübergreifend weiterzutragen.

Mit einer gemeinsamen Anstrengung und der großen Solidarität über alle gesellschaftlichen Gruppen hinweg kann der Vorrat an medizinischen Schutzmasken weiterhin aufgebaut werden, sodass die Versorgung für den Rettungsdienst und die Pflege für den Moment gesichert ist – bis zum Eintreffen der dringend erwarteten Großmengen direkt von offiziellen Herstellern im Laufe der Woche.

Das DRK richtet aber weiterhin die Bitte an Firmen und Handwerksbetriebe, ihre Lager durchzusehen. „Vielleicht schlummern in dem einen oder anderen Regal noch Materialien, die im medizinischen Einsatz dringend benötigt werden“, so formuliert es das DRK.

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Erstellt:
3. April 2020, 15:30 Uhr
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