„Baden.Net“: Erfolgreiches Gemeinschaftsprojekt

Bühl/Rheinmünster/Lichtenau(red) – „Baden.Net“ sorgt auch im Umland von Bühl für schnelles Internet. Flächendeckende Glasfaser-Versorgung ist der Anspruch.

Große Befürworter des Breitbandprojekts: Reinhard Schmälzle, Hubert Schnurr und Christian Greilach (von links).  Foto: Stadt Bühl/Matthias Buschert

© pr

Große Befürworter des Breitbandprojekts: Reinhard Schmälzle, Hubert Schnurr und Christian Greilach (von links). Foto: Stadt Bühl/Matthias Buschert

Gemeinsam sorgen die Kommunen Bühl, Lichtenau, Rheinmünster, Seebach und der Zweckverband Gewerbepark mit Regionalflughafen Söllingen für eine flächendeckende Glasfaser-Versorgung. Seit 2018 sind die Stadtwerke Bühl und das Karlsruher Telekommunikationsunternehmen TelemaxX Netzbetreiber dieses Gemeinschaftsprojekts.

Zur Verfügung stehen Bandbreiten mit bis zu 1000 Mbit pro Sekunde, alle in Verbindung mit einer Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz und einer Internet-Flat. „Attraktive Produkte und Dienstleistung zu fairen Preisen runden das Portfolio ab“, so eine Mitteilung aus dem Bühler Rathaus.

Seit Beginn des Breitbandausbaus im Jahr 2016 wurden durch die Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ) Mittelbaden bisher insgesamt 55 Förderanträge eingereicht und mit einer Höhe von über 21 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg beschieden. Besonders angetan von diesem Projekt ist man der Mitteilung zufolge in Seebach. Leidgeplagt waren über lange Jahre die Bürger der Mummelseegemeinde. „Der Nachweis der Unterversorgung war gegeben. Deswegen sind wir nun umso glücklicher, dass dieses Projekt so zustandekam“, sagt Reinhard Schmälzle, Bürgermeister von Seebach.

Nachdem 2018 der Startschuss für die Realisierung des Backbonenetzes (Glasfaserhauptnetz) mit Verteilernetz auf Seebacher Gemarkung fiel, ist man dort mittlerweile beim fünften Bauabschnitt angelangt und damit nahe am Vollausbau dran. Dieser soll bis spätestens im Frühjahr 2022 realisiert werden. Dass das Angebot bisher einen großen Anklang in Seebach gefunden habe, zeige die Statistik: 97 Prozent der anschließbaren Haushalte sind realisiert – insgesamt 380 Anschlüsse. Das Netz liegt aktuell unter anderem auch am Nationalparkzentrum Ruhestein, über Kernhof/Bosenstein oder im Markteich beziehungsweise in allen Außenbereichen außer dem Höhengebiet. „Hervorzuheben ist bei diesem Projekt insbesondere die Zusammenarbeit der Partner der IKZ“, so Schmälzle.

Der Bau des Glasfasernetzes ist auch auf dem Gelände des Baden-Airparks abgeschlossen. „Ein flächendeckendes Breitbandnetz mit Verteilernetz ist hier eingerichtet. Auch die Erschließungsstraßen sind gelegt, die Grundstückszufahrten können bei Bedarf jederzeit ans Netz angeschlossen werden“, teilt Werner Messinger mit, Geschäftsführer des Zweckverbands Gewerbepark mit Regionalflughafen Söllingen. Jeder der knapp 140 ansässigen Betriebe, die sich auf 90 Grundstücken verteilen, kann sich über „Baden.Net“ an das schnelle Internet anschließen lassen beziehungsweise hat die Möglichkeit, kabelgebundenes gigaschnelles Internet zu nutzen.

Gutes Beispiel für kommunale Zusammenarbeit

Derzeit sind nach Aussage von Messinger rund 35 Grundstücke am Netz, für das insgesamt 21,5 Kilometer Glasfaser auf dem Baden-Airpark verlegt wurde. „Der Glasfaserausbau im Gewerbepark ist ein gutes Beispiel dafür, wie kommunale Partner schnell und effektiv zusammenarbeiten und zielorientiert Lösungen erarbeiten können“, betont er. Außerdem hebt Messinger hervor, dass man bei diesem regionalen Anbieter sowohl einen Ansprechpartner direkt vor Ort hat – keine Call-Center-Mitarbeiter wie bei großen Anbietern – und zudem sehr flexibel auf Kundenwünsche eingegangen werden kann. „Dadurch können wir für den Kunden kostengünstigste Lösungen finden.“

In Rheinmünster wurde bisher lediglich die Backboneleitung zur Verfügung gestellt, die durch den Ortsteil Schwarzach bis nach Greffern geht und von dort aus Richtung der Nachbargemeinde Lichtenau – diese wird ebenfalls durch diese Leitung mitversorgt. „Derzeit gibt es hier zwar noch keinen eigenen Ausbau, wir haben aber vor, für die Ortsteile Stollhofen und Söllingen einen Masterplan zu erstellen, um den Ausbau in Rheinmünster voranzubringen“, macht Konrad Reith, Ansprechpartner für „Baden.Net“ vor Ort, deutlich.

In Lichtenau sind aktuell rund 120 Grundstücke an das interkommunale Netz angeschlossen. Weitere 212 Hausanschlüsse wurden bereits gelegt oder werden zeitnah installiert. Nachdem in den vergangenen Jahren dort die Backboneleitung von der Gemarkungsgrenze zu Rheinmünster bis zur Scherzheimer Ortsmitte verlegt wurde und momentan der Netzausbau im gesamten Ortsgebiet Scherzheim läuft, soll im nächsten Schritt die Backboneleitung weiter Richtung Unzhurst geführt werden und der südliche Teil der Lichtenauer Kernstadt erschlossen werden. „Die Verbindung nach Unzhurst ist immens wichtig. Zum einen bestätigt sie, dass es sich um ein interkommunales Netz handelt, dass sich im Vollausbau vom Baden-Airpark bis zum Nationalpark erstrecken wird. Zum anderen sorgt diese Verbindung für die wichtige Redundanz im Netz und gewährleistet damit einen großen Beitrag zur Versorgungssicherheit“, betont Lichtenaus Bürgermeister Christian Greilach.

Zum Artikel

Erstellt:
4. September 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 01sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.