Bunte Ringe sorgen für Abstand

Bühl (red) – Der erste Open-Air-Gottesdienst vor St. Peter und Paul in Bühl war an Christi Himmelfahrt gut besucht. Auch an Pfingsten soll wieder im Freien die heilige Messe gefeiert werden.

Bei strahlendem Sonnenschein lauschen die Gemeindemitglieder den Worten von Stadtpfarrer Wolf-Dieter Geißler. Foto: Kirchengemeinde

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Bei strahlendem Sonnenschein lauschen die Gemeindemitglieder den Worten von Stadtpfarrer Wolf-Dieter Geißler. Foto: Kirchengemeinde

Eine lange Fastenzeit ist für die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Bühl an Christi Himmelfahrt zu Ende gegangen. Zum ersten Mal nach langer Zeit konnte die Gemeinde laut einer Mitteilung wieder eine Messe mit vielen dankbaren Gläubigen feiern. Um dies möglich zu machen und gleichzeitig alle Corona-Regeln einzuhalten, feierte die Gemeinde den Gottesdienst nicht in der Stadtkirche, sondern davor unter freiem Himmel.

Freiwillige Helfer hatten zwischen den beiden Rathäusern 100 Stühle aufgestellt unter Wahrung der Abstandsregeln. Bunte Ringe auf dem Boden sorgten dafür, dass auch der Gang zur Kommunion in sicherem Abstand möglich wurde und so die Gemeinde nach wochenlanger Abstinenz erstmals wieder die heilige Kommunion empfangen konnte.

„Wir sind gesellschaftlich relevant“

Auch wenn für viele Zeitgenossen Christi Himmelfahrt inzwischen zum Vatertag geworden ist, sei das Fest für ihn eines der wichtigsten kirchlichen Feste, betonte Pfarrer Wolf-Dieter Geißler in seiner Ansprache. Vor seiner Rückkehr zu Gott habe Jesus eine große Werbekampagne gestartet, die bis zum heutigen Tag andauert. „Jesus wollte, dass wir Christen nach seinem Beispiel gesellschaftlich relevant werden“, betonte Geißler, um gleichzeitig festzustellen, dass in der Krisenzeit die Kirchen kaum erwähnt wurden, als es um die gesellschaftlich relevanten Gruppen ging. „Gesellschaftliche Relevanz kann man nicht vor Gericht einklagen, sie misst sich auch nicht an der Zahl der Gottesdienste, sondern daran, ob es gelingt, den Auftrag Jesu zu erfüllen.“

Geißler nannte in seiner Ansprache Beispiele dafür, wie Christen in dieser Zeit relevant sein und bleiben können: „Wir sind gesellschaftlich relevant, wenn wir nicht klagen, dass wir gerade zu kurz kommen, sondern anderen Mut machen durch unseren Glauben und unsere Hoffnung, wenn wir uns einsetzen für die Not von Flüchtlingen und Hungernden, die unter der Krise ganz besonders leiden.“

Was Jesus bei seinem Abschied verspricht, die Sendung und den Beistand Gottes im Heiligen Geist, feiern Christen zehn Tage nach Christi Himmelfahrt. Folglich wird es auch an Pfingsten auf dem Kirchplatz wieder einen „Open-Air-Gottesdienst“ geben, abends um 18 Uhr.

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Erstellt:
25. Mai 2020, 14:00 Uhr
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