Corona-Pandemie verändert den Arbeitsalltag von Polizisten

Baden-Baden (marv) – Derzeit machen sich viele Menschen Sorgen. Einige rufen daher die Polizei, wenn sie Verstöße gegen die Landesverordnung zum Infektionsschutz vermuten. Andere tragen Uniform und müssen ausrücken, wenn Sie zu einem Einsatz gerufen werden – oft ohne genau zu wissen, wer und was sie dort erwartet.

Brisanz bei jedem Einsatz: Polizisten haben derzeit immer im Hinterkopf, dass sie nicht wissen, ob ihr Gegenüber mit dem Coronavirus infiziert ist. Symbolfoto: Anspach/dpa

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Brisanz bei jedem Einsatz: Polizisten haben derzeit immer im Hinterkopf, dass sie nicht wissen, ob ihr Gegenüber mit dem Coronavirus infiziert ist. Symbolfoto: Anspach/dpa

Von Marvin Lauser

Corona betrifft alle. Viele Menschen machen sich Gedanken, sorgen sich um ihre Familien, Freunde oder sich selbst. So auch die Polizeibeamten in der Region. Ähnlich wie Ärzte und Pfleger kämpfen auch Polizisten an vorderster Front gegen die Ausbreitung des Coronavirus. „Unser Streifendienst geht überall hin – wir schützen uns zwar – wissen aber nie, wen wir vor uns haben“, sagt der neue Bühler Polizeichef Rolf Fritz.
Er appelliert daher an die Bevölkerung, „nur wenn es wirklich nicht anders geht“, auf die Wache zu kommen und bei Anliegen, die sich online, schriftlich oder telefonisch klären lassen, diese Wege zu nutzen. Rüdiger Schaupp, einer der Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Offenburg, ergänzt: „Für Notfälle gilt das natürlich nicht“. Einige Bürger hätten sich auf dem Bühler Revier schon gemeldet und Menschenansammlungen gemeldet. „Viele rufen aus Sorge an“, sagt Fritz. Als Anschwärzen empfindet der Bühler Revierleiter das nicht. Oft seien es Familien, die man zusammen antrifft. Bei solchen Überprüfungen gelte es, „Fingerspitzengefühl“ zu zeigen. Laut Schaupp enden diese Einsätze „in der Regel mit einem belehrenden Gespräch“. Fritz wünscht sich „mehr Rücksicht seitens der Bevölkerung“ und bittet „mögliche Symptome telefonisch anzugeben“. Auch sein Baden-Badener Pendant, Lutz Kirchner, bittet die Menschen „um Verständnis und Mithilfe“ in dieser Krisenzeit. Kürzlich habe es den Fall gegeben, dass ein Fahrraddieb bei der Festnahme gehustet und Symptome gezeigt habe. „Die vier Kollegen, die ihn festgenommen haben, mussten dann nach Hause, ohne zu wissen, ob sie ihre Familien nun anstecken“, sagt Fritz. Entwarnung gab es erst vier Tage später, als das negative Testergebnis feststand. Von ähnlichen Fällen in Rastatt und Haslach berichtet auch Schaupp. „Was ungefährlich aussieht, kann zurzeit gefährlich sein“, gibt Fritz zu Bedenken. Und das obwohl die Polizei laut Aussage des Trios ausreichend mit Schutzausrüstung ausgestattet ist.

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