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Eiscafé-Besitzer hoffen auf Finanzhilfe

Bühl (urs) – Die Bühler Eiscafé-Besitzer hoffen auf staatliche Hilfe. Ohne diese könnten sie die Coronakrise nicht überleben, sagen sie. Dennoch haben sie Verständnis für die Maßnahmen der Landesregierung.

Chiuso fino a nuovo avviso – bis auf Weiteres geschlossen: Am Samstag haben auch die Besitzer der beiden Eiscafés auf dem Johannesplatz den Schlüssel umgedreht. Foto: Klöpfer

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Chiuso fino a nuovo avviso – bis auf Weiteres geschlossen: Am Samstag haben auch die Besitzer der beiden Eiscafés auf dem Johannesplatz den Schlüssel umgedreht. Foto: Klöpfer

Von Ursula Klöpfer

Der Ernst der Lage scheint in Bühl angekommen. Seit Samstagmorgen steht auch auf dem Johannesplatz das Leben still. Wo sich sonst fröhliche Menschen tummeln, wurden schon am Freitagabend Stühle und Tische auf unbestimmte Zeit ins Innere der Kneipen und Eiscafés verbannt. Bei drohenden Umsatzeinbußen und Schließung auf unbestimmte Zeit schwanken die Stimmungen der Inhaber zwischen gefasst bis zu dramatisch.
„Schon in den letzten Tagen ist der Umsatz stark zurückgegangen, vor allem als auch noch der Eisverkauf untersagt wurde“, fasst Raffaele Sassano, Besitzer des „Eiscafé Italia“, die Situation zusammen. Wie viele andere Einzelhändler hofft er auf unbürokratische staatliche Soforthilfe. „Ich zähle darauf, dass die Unterstützung vom Staat schnell kommt, sodass wir nach der Krise sofort wieder durchstarten können.“ Er persönlich werde diese Hilfe auf jeden Fall in Anspruch nehmen.

Was vor wenigen Wochen noch undenkbar war, ist jetzt knallharte Realität. Die Kundschaft zieht jedoch mit und zeigt Verständnis für die aktuelle Situation. „Einige Menschen haben jetzt erst begriffen, wie ernst die Lage ist“, sagt Raffaele Sassano. Er hoffe inständig, dass sich die Bühler Bevölkerung an die neuen Vorgaben der Landesregierung, die gegen die Ausbreitung des Coronavirus gefasst wurden, hält. Sassano sieht sonst die drohende Ausgangssperre auf uns zukommen. „Das würde uns allerdings hart treffen.“

„Ganz schlimme Situation“

Hart treffen – das ist ein gutes Stichwort. Kadri Thaqi, Inhaber des „Eiscafé Venezia“, hat erst im Juli vergangenen Jahres sein Geschäft auf dem Johannesplatz von dem Italiener Virginio Pin übernommen. Im Winter hatte er eine sechswöchige Pause eingelegt. „Ganz schlimme Situation“, stöhnt er. „Ich hätte nie gedacht, dass so ein Virus uns total lahmlegen würde.“ Seine Stammkundschaft habe ihn in den vergangenen Wochen, als die Kunden teilweise wegblieben und der Eisverkauf zusätzlich auch noch untersagt wurde, über die schwere Situation ein wenig hinweggeholfen. Seine Lage schätzt er jedoch als dramatisch ein: „Ohne finanzielle staatliche Hilfe können wir mithilfe von Freunden vielleicht vier Wochen überleben“, sagt er. „Für uns würde jetzt die eigentliche Hauptsaison beginnen.“

Trotzdem hält Thaqi die neuen Anordnungen der Landesregierung für gerechtfertigt. Seine Meinung dazu: „Gut, dass endlich ein Strich gezogen wurde.“ Gerade in den letzten Tagen habe ihn immer öfters ein ungutes Gefühl beschlichen: „Der Kontakt zu den Gästen ist im Tagesgeschäft sehr nahe, einen Mindestabstand zu wahren, ist unmöglich“, betont er und und gibt zu bedenken. „Wir lebten immer in großer Gefahr uns anzustecken.“

„Alles Schlechte hat auch etwas Gutes“

Weh tut ihm die Schließung allerdings trotzdem. Am Wochenende wurde nun das letzte Eis entsorgt, die Stühle wurden hochgestellt, die Eisdiele wurde geputzt. Thaqi will dennoch an das Gute glauben: „Wir hoffen jetzt, dass alles bald wieder seinen gewohnten Gang gehen wird und wir vielleicht die letzten Monate des Sommers gute Geschäfte machen.“

Auch „Italia“-Chef Sassano zeigt seine positive Lebenseinstellung und zitiert das Sprichwort: „Alles Schlechte hat auch etwas Gutes.“ Er habe in den letzten Tagen folgendes festgestellt: „Die Menschen achten wieder mehr aufeinander. Alles entschleunigt sich und es wird wieder mehr miteinander geredet.“ Sassano mit Nachdruck: „Wann hatten wir in der jüngsten Vergangenheit schon mal die Muse, einfach nur in Ruhe dazusitzen oder sehr viel Zeit mit der Familie zu verbringen.“

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Erstellt:
23. März 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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