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Lückenhafte Fusion an der grünen Basis

Bühl (jo) – Die Ortsverbände Bühl/Bühlertal/Ottersweier und Rheinmünster von Bündnis 90/Die Grünen haben zum Ortsverband Region Bühl fusioniert. Lichtenau bleibt selbstständig.

Das künftige Führungsteam zusammen mit dem grünen Landtagsabgeordneten Hans-Peter Behrens (Dritter von links), der aus der Vorstandschaft verabschiedet worden ist. Foto: Eiermann

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Das künftige Führungsteam zusammen mit dem grünen Landtagsabgeordneten Hans-Peter Behrens (Dritter von links), der aus der Vorstandschaft verabschiedet worden ist. Foto: Eiermann

Von Joachim Eiermann

Die Ortsverbände Bühl/Bühlertal/Ottersweier und Rheinmünster von Bündnis 90/Die Grünen haben fusioniert. Die Mitglieder entschieden sich für eine kurze Bezeichnung: Ortsverband Region Bühl. Im neugewählten Vorstand sind nicht nur alle vier Gemeinden vertreten, sondern auch ein Mitglied aus Lichtenau, dessen Ortsverband weiterhin selbstständig agieren wird.

Dank ihres guten Abschneidens bei den Kommunalwahlen im Mai haben die Grünen Oberwasser. „Wir spüren, dass das Interesse zunimmt“, äußerte das wiedergewählte Vorstandsmitglied Bernd Seidl bei der Versammlung am Freitag im Gasthaus „Kohlers Engel“ in Vimbuch. Die Mitgliederzahl sei auf 57 angestiegen. Im Gemeinderat Ottersweier haben die Grünen drei Mandate hinzugewonnen, in Rheinmünster den Einzug geschafft. Der neue Ortsverband stellt drei Mitglieder im Rastatter Kreistag und mit dem langjährigen Vorstandsmitglied Hans-Peter Behrens erstmals einen Abgeordneten im Stuttgarter Landtag.

Blick nach Bühl und Bühlertal

Seidl gab sich zuversichtlich, zur nächsten Wahl 2024 auch in Bühlertal mit einer Liste antreten zu können. Behrens ließ wissen, dass die Bündnisgrünen dann auch für den Bühler Gemeinderat kandidieren werden, gegebenenfalls gemeinsam mit der Grün-Alternativen Liste (GAL). Schon jetzt gebe es viele Doppelmitgliedschaften. Die GAL-Ratsfraktion habe ein Nachwuchsproblem – im Gegensatz zu den Grünen, die für Jugendliche attraktiver sei.

Zunächst stehen 2021 Landtags- und Bundestagswahlen an. Dank eines hohen vierstelligen Polsters in der Kasse erachtete Behrens den Ortsverein für den Wahlkampf finanziell gut aufgestellt. Der neue Landtagsabgeordnete, der für Beate Böhlen (Baden-Baden) nachrückte, kandierte nicht mehr für den Vorstand des Ortsverbands, ebenso wenig der entschuldigte Ralf Paulus; Seidl dankte beiden für ihre langjährige Unterstützung.

In geheimer Wahl stimmten die knapp zwei Dutzend Anwesenden über den künftigen Vorstand ab. Von zunächst vier Kandidatinnen wurden drei gewählt: Anna Kuhlmann (Bühl), Annika Hummel (Bühlertal) und Katrin Korth (Lichtenau). Für die zweite Wahlrunde lagen nur die drei benötigten Bewerbungen vor: Christian Knäbel (Rheinmünster), Hans-Joachim Leibbrand (Unzhurst) und Bernd Seidl (Bühl). Das sechsköpfige Team, das die Aufgabenverteilung unter sich ausmachen wird, wird ergänzt durch die in Abwesenheit wiedergewählte Kassiererin Doris Denter.

Regelmäßige Infoabende geplant

Nico Paulus wird den Ortsverband im Kreisausschuss vertreten, im Verhinderungsfall Mario Panter. Beide bereiten für den 23. März zusammen mit dem Verein Regenerative Energien (REM) einen ersten Vortragsabend zur Energiewende über Photovoltaik und Windkraft mit anschließend individueller Beratung im Johanneszentrum Ottersweier vor. Weitere regelmäßige Infoabende des Ortsverbands sollen folgen.

Mit Blick auf „Fridays for Future“ erklärte Seidl programmatisch: „Wir müssen alles dafür tun, um die Klimakatastrophe zu verhindern.“ Er prophezeite: Der Klimaschutz werde „unser Leben radikal umkrempeln“.

Weiteres Handlungsfeld: Den technologischen Fortschritt in Sachen künstlicher Intelligenz gelte es, „in unserer Wirtschaftsregion mit grünen Ideen zu gestalten“. Gegenüber den Feinden der Demokratie „müssen wir Flagge zeigen“, erklärte Seidl vor dem Hintergrund der jüngsten AfD-Kundgebung vor dem SWR in Baden-Baden.

Behrens berichtete aus seiner Tätigkeit in Stuttgart, wo er im Petitionsausschuss und im Ausschuss Ländlicher Raum des Landtags tätig ist. Er äußerte die Sorge, dass es im Wein- und Ackerbau zu massiven Einbrüchen kommen werde, denn „den Landwirten geht es beschissen“. Ziel der Politik müsse sein, den ökologischen Anbau voranzubringen. „Die konventionellen Bauern müssen wir bei diesen Veränderungen positiv begleiten.“

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Erstellt:
27. Januar 2020, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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