Neuer Rathaus- und Marktplatz für Achern geplant

Achern (cb) – Die Stadt Achern geht die Neugestaltung von Rathaus- und Marktplatz an. Landschaftsarchitekt Alexander Buchmüller präsentierte mögliche Varianten für die Gestaltung.

•Landschaftsarchitekt Alexander Buchmüller präsentierte mögliche Varianten für die Gestaltung von Rathaus- und Marktplatz in Achern. Foto: Andreas Cibis

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•Landschaftsarchitekt Alexander Buchmüller präsentierte mögliche Varianten für die Gestaltung von Rathaus- und Marktplatz in Achern. Foto: Andreas Cibis

Von Andreas Cibis

Die Neugestaltung von Rathaus- und Marktplatz in Achern soll nun in Angriff genommen werden. Das Büro Prof. Schmid, Treiber und Partner aus Leonberg, ging als Sieger aus einem europaweiten Vergabeverfahren hervor und präsentierte dem Acherner Gemeinderat am Montag in nicht öffentlicher Sitzung vier Planungsvarianten. Am Mittwoch stellte Landschaftsarchitekt Alexander Buchmüller die Entwürfe mit OB Klaus Muttach und Carlo Frohnapfel, Leiter des Fachgebiets Stadt- und Umweltplanung, vor.

„Wir sind in einer frühen Phase“, betonte Buchmüller im Bürgersaal des Rathauses. Es gehe darum, eine Lösung für die Zukunft von Rathaus- und Marktplatz zu finden in einer Zeit, in der sich die Innenstädte wandeln. Die beiden Plätze sollen ein Ort der Begegnung für alle Altersgruppen sein und zum Aufenthalt einladen. Im Vorfeld wurde eine Stärke-/Schwäche-Analyse vorgenommen. Als positive Punkte wurden die zentrale Lage, die Nutzungen, die Läden, Geschäfte und Gastronomie ausgemacht, dazu das Parkierungsangebot und der Baumbestand. Schwächen seien das Kleinklima, die mangelnde Barrierefreiheit, die schlechte Anbindung an den Adlerplatz, das Grün beziehungsweise die Vegetation und der Autoverkehr.

Grundsätzlich für alle Varianten ist die Barrierefreiheit und, dass die Anbindung an den Adlerplatz verbessert werden soll. Dies ist nur möglich, wenn die Hauptstraße entsprechend eine Geschwindigkeitsbegrenzung erhält, erklärte Alexander Buchmüller. Ein Dauerbrenner in der Diskussion um die Gestaltung von Rathaus- und Marktplatz ist die Wilhelm-Schechter-Straße. Was genau aus ihr wird, hängt davon ab, für welchen Entwurf sich der Gemeinderat entscheidet. Aber unabhängig von der Ratsentscheidung wird sich die Rolle dieser Straße ändern. „Die Durchfahrbarkeit so wie jetzt wird es nicht mehr geben“, stellt OB Muttach klar. „Wir werden die Straße als separaten Bereich aufgeben.“

Auch für alle Entwürfe gilt: Die bisherigen Veranstaltungen wie Wochenmarkt, Bauernmarkt oder Stadtfest sollen weiterhin auf dem Rathaus- und Marktplatz stattfinden können. Dieses soll auch bei der Variante 4 möglich sein, bei der 15 hochkronige Bäume Schatten spenden und eine eigene Atmosphäre schaffen. Elemente wie etwa Kinderkarussells oder andere größere, sperrige Elemente müssten in den Randbereich kommen. Der Eingangsbereich des Rathauses soll weiterhin als Bühne benutzt werden können. Wichtig für die Acherner ist auch der Belag der Plätze, der möglichst einheitlich sein soll.

Gleichwertige Gestaltung

Der Entwurf der Variante 1 erhielt den Beinamen Achat, weil die gesamte Großform Linien vergleichbar eines Achat-Schmuckstein aufweist. Begrünte Rankelemente, die im Sommer Schatten spenden, sollen den Raum fassen und begrenzen. Bei dieser Variante wird besonders Wert gelegt auf eine gleichwertige Gestaltung auf den beiden Plätzen. Märkte und Veranstaltungen sollen im Kernplatz stattfinden. Die Randbereiche sichern die Zufahrten. Brunnen, Wasserspiel und Wasservorhang sollen den Aufenthalt attraktiver machen.

Bei der Variante 2 ist das Rathausgebäude in der Innenstadt ein markantes, besonderes Gebäude, dem die Planer sozusagen den Teppich ausrollen. Dieser Teppich ist praktisch der Rathausplatz. Zehn Bäume stehen als Raumkante am Ende des Platzes dem Rathaus gegenüber. Ein Wasser-Fontänenfeld und lang gestreckte Sitzelemente fassen den Bealgs-Teppich. Der Südbereich ist als ruhigerer Marktplatz vorgesehen, entlang des Teppichs soll es schattenspendende Strukturen geben.

Der Titel „Tulpenbäume“ verrät, dass sich die Planer bei der Variante 3 durch den vor der Volksbank stehenden Tulpenbaum haben inspirieren lassen. Acht Bäume sollen als Doppelstrang in Form von Baumkronen den Rathausplatz eröffnen. Ein Wasserdüsenfeld und Sitzelemente entlang der Baumlinien sind vorgesehen. Der Marktplatz erhält Erweiterungen für die Außengastronomie. Auch hier soll der grüne Südbereich als ruhigerer Marktplatz dienen. Bei der Variante 4 verdeutlicht der Titel „Baumhalle“, dass es um das Kleinklima geht verbunden mit einem neuen Erlebnis. Das Baumdach aus 15 hochkronigen Bäumen soll den Rathausplatz als grüne Oase prägen. Ein Flach-Wasser-Spielband und Sitzelemente bieten einen Aufenthalt im Schatten. Der Marktplatz erhält weitere Aufstellkapazität für den Markt.

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Erstellt:
30. Oktober 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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