Ottersweier spendet Partnergemeinde 300 Masken

Ottersweier/Krauschwitz (marv) – Zeitweise war Krauschwitz der Corona-Hotspot des Kreises Görlitz. In der Ottersweierer Partnergemeinde in der Oberlausitz hat es in einem Pflegeheim eine Ansteckung gegeben. Das hat die Fallzahlen relativ zur Einwohnerzahl zeitweise verhältnismäßig stark ansteigen lassen.

Krauschwitz‘ Bürgermeister Tristan Mühl nimmt die von der Gemeinde Ottersweiergespendeten Schutzmasken entgegen. Foto: Gemeinde Krauschwitz

© pr

Krauschwitz‘ Bürgermeister Tristan Mühl nimmt die von der Gemeinde Ottersweier
gespendeten Schutzmasken entgegen. Foto: Gemeinde Krauschwitz

Von Marvin Lauser

„Wenn Freunde um Hilfe bitten, tut man, was man kann. Dafür sind solche Partnerschaften da“, sagte Ottersweiers Bürgermeister Jürgen Pfetzer am vergangenen Mittwoch. Wenige Stunden nachdem seine Gemeinde 200 FFP2-Masken und 100 OP-Masken per Expressversand nach Sachsen verschickt hat. „Das lindert hoffentlich die erste Not“, hofft Pfetzer. Nach Auskunft seines Amtskollegen Tristan Mühl ist die Schutzausrüstung bereits einen Tag später im Birnendorf angekommen. Am Wochenende hat man damit begonnen, diese zu verteilen.

„In der 3500-Einwohner-Gemeinde in der Oberlausitz gibt es in Relation zur Anzahl der Bewohner“ laut Pfetzer „relativ viele Corona-Fälle“. Krauschwitz‘ Bürgermeister, der sich nach einem Verdachtsfall im Bekanntenkreis selbst hat testen lassen (Ergebnis negativ) und ab dem 20. März 14 Tage in Quarantäne war, erklärt das so: „In einem Altersheim in unserer Gemarkung ist das Virus ausgebrochen. Somit ging unsere Zahl an infizierten Einwohnern drastisch nach oben und wir waren zeitweise der ,Hotspot‘ des Kreises Görlitz.“

Apotheken stellen Desinfektionsmittel her

Als er das erfahren hatte, befand sich Mühl selbst noch in Quarantäne. Daraufhin bat er ortsansässige Firmen und Privatleute um Hilfe. So kamen circa 150 Masken für die Mitarbeiter der betroffenen Seniorenresidenz zusammen. Ein Großteil der aus Ottersweier gespendeten Masken werde ebenfalls an Pfleger vor Ort verteilt. „Diese Hilfsbereitschaft hat uns sehr gefreut. Wir sind der Verwaltung und den Ratsmitgliedern sehr dankbar“, sagt Mühl. Die Apotheken von Krauschwitz stellen Desinfektionsmittel her, mit dem die Gemeinde die Feuerwehr ausgestattet hat.

Mittlerweile sind zwei Bewohner des betroffenen Altenheims an den Folgen von Covid-19 gestorben. Derzeit sind in Krauschwitz 22 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, eine Person wird deshalb im Krankenhaus behandelt und fünf Personen konnten bereits geheilt werden (Stand Sonntagabend). Mühl bezeichnet die gegenwärtige Situation als „ruhig und besonnen“. Die Krauschwitzer hielten sich „im Großen und Ganzen“ an die vom Freistaat Sachsen ausgegebenen Richtlinien.

Das Hauptproblem war aus Mühls Sicht vor allem zu Beginn der Krise, dass es sowohl in der Verwaltung als auch bei der Feuerwehr keine Pandemiepläne gab. „Hier mussten wir alle neue Wege gehen und entsprechende Dienstanweisungen ausgeben. Ich glaube aber, alles in allem haben wir diese Herausforderung gut gemeistert und die Krise gut im Griff“, so Mühl. Die Zusammenarbeit mit dem Kreis-Krisenstab von Görlitz habe „Schlimmeres verhindert“. Der Bürgermeister befürchtet aber, dass die Gemeinde in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnte. Er geht davon aus, dass es bei der Sanierung der Grundschule zu Bauverzug kommt und sie daher teurer wird. Auch rechnet er mit geringeren Steuereinnahmen.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.