Sasbach soll grüner werden

Sasbach (red) – Mithilfe des Aktionskreises „Bunt statt grau“ will die Gemeinde Sasbach sich für den Erhalt von natürlichen Lebensräumen einsetzen.

Viel Geld investiert Sasbach in den Bau von vier Fischtreppen; bei der Treppe am Sportplatz in Obersasbach setzen die Ortschaftsräte Gehölze. Foto: Roland Spether

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Viel Geld investiert Sasbach in den Bau von vier Fischtreppen; bei der Treppe am Sportplatz in Obersasbach setzen die Ortschaftsräte Gehölze. Foto: Roland Spether

Von Roland Spether

Im Einsatz für den Klimaschutz und den Erhalt der natürlichen Lebensräume sowie gegen das Artensterben sei jedes ehrenamtliche Engagement willkommen, meinte Sasbachs Bürgermeister Gregor Bühler in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Denn bei der Grünpflege könne die Gemeinde wegen knapper Finanzen, niedrigem Mitarbeiterstand und dem Klimawandel nicht mehr alles alleine leisten. Hier setze der Aktionskreis „Bunt statt grau“ an und helfe der Gemeinde.

Dessen Konzept stellten Angelika Dahlmanns, Ulla Rothmund und Eleonore Straub den Räten vor, verbunden mit Anregungen, wo es im Dorf durch Aktivitäten der Gemeinde und der Bürger bunter und schöner werden könnte. So wäre es denkbar, Blumenkästen im öffentlichen Bereich mit insektenfreundlichen Blumen zu bepflanzen.

Auch in Obersasbach tut sich viel für Natur und Umwelt

Auch die Bürger sollten für die Bepflanzungen in ihren Gärten und auf Balkonen motiviert werden. Wünschenswert wäre es, mehr Bäume zu pflanzen, den Uferbereich des Sasbachs seltener zu mähen, mehrjährige Blühwiesen anzulegen sowie Hecken für den Vogelschutz zu pflanzen. Kritisch hinterfragt wurden die Schottergärten und Steinwände um Häuser. Angeregt wurde, für jedes neu geborene Kind einen Obstbaum zu pflanzen und mit den Kindergärten und Schulen Insektenhotels zu bauen.

Dass in Obersasbach weiterhin viel für die Natur und Umwelt getan wird, bekräftigte Ortsvorsteher Rudi Retsch. In Kürze sollen 4.000 Osterglocken als Spende des Verkehrsvereins in Obersasbach gepflanzt werden; 1.000 Krokus-Zwiebeln erhalte der Aktionskreis.

„Bauen und Umweltschutz schließen sich nicht aus“

Der Bürgermeister berichtete über das Brachvogel-Projekt in der Obersasbacher Mark: Hier soll bei Trockenheit eine Solar-Grundwasserpumpe für die Befeuchtung einer Mulde während der Brutzeit des Großen Brachvogels sorgen. Teile des Gemeindewaldes wurden bereits 2019 als Totholzrefugium deklariert, was große Auswirkung auf das Ökosystem und den Schutz des Auerhuhns habe. Wenn es gehe, blieben alle Bäume, auch tote, stehen. „Bauen und Umweltschutz schließen sich nicht aus. Deshalb findet sich in den neuen Bebauungsplänen auch ein Verbot von Steingärten“, meinte Bühler. Bei kommunalen Neubauten würden Fotovoltaikanlagen installiert und Investoren sollen verpflichtet werden, energieeffizient nach Kfw-55 zu bauen. Vorzeigeprojekt sei das Klärwerk des Abwasserverbands: Zwei Blockheizkraftwerke erzeugen hier Strom aus dem Faulgas des Klärschlamms. Im nächsten Jahr soll eine Fotovoltaikanlage zur Deckung des Strombedarfs vor Ort installiert werden.

Weiter informierte er über die Fischtreppen im Sasbach und die Trockenmauern beim Hochbehälter und in der Brunnenstraße, über die Umrüstung der kompletten Straßenbeleuchtung auf LED und die Anschaffung eines Hybridfahrzeugs für den Bauhof.

Mit fachlichem Rat von Gemeinderat Franz-Josef Schiel wurde die Turenne-Allee mit hoher Biodiversität und der Aussaat zertifizierter gebietsheimischer Saatmischungen angelegt. Acht Bürger übernahmen bislang Grünpflegepatenschaften, und im Frühjahr erhalten die Bürger wieder besondere Samenmischungen. Im Waldkindergarten würden Kinder naturnah betreut und könnten früh Naturerfahrungen sammeln. Passend zur Energiewende beantragte die CDU-Fraktion, die Umsetzbarkeit von Windrädern auf Gemeindegebiet zu prüfen.

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Erstellt:
6. November 2020, 14:00 Uhr
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