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Skiclubs kommen ins Schwitzen

Der Winter lässt auf sich warten und der Kunstschnee wird weggeregnet – Skiclubs und -schulen aus Bühl und Umgebung müssen ihre Kurse aufgrund der warmen Temperaturen verschieben und teilweise endgültig absagen.

Rarer Anblick: An wenigen Tagen waren die Bedingungen auf Unterstmatt in diesem Winter so gut, dass Skischulen ihren Unterricht geben konnten. Margull

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Rarer Anblick: An wenigen Tagen waren die Bedingungen auf Unterstmatt in diesem Winter so gut, dass Skischulen ihren Unterricht geben konnten. Margull

Von Nadine Fissl

Bühl – Statt Schneefall wechseln sich Sonnenschein und Regenschauer ab, und auf den Flächen, die zu dieser Zeit sonst weiß bedeckt sind, ist von Schnee keine Spur – ein anhaltender Kälteeinbruch lässt diesen Winter auf sich warten. Leidtragende sind die Skiclubs und -schulen aus Bühl und Umgebung, die ihre Kurse immer wieder verschieben müssen. Konsequenzen sind fehlende Einnahmequellen und die Notwendigkeit, auf Alternativen auszuweichen.

„Wenn von oben nichts kommt, kann man nicht viel machen“, weiß auch Wilfried Weber, Mitarbeiter der Skiliftbetriebe Unterstmatt. Drei Mal wurde die Piste diesen Winter bereits mit Kunstschnee beschneit, welcher zweimal in kürzester Zeit weggeregnet wurde. Lediglich an zwei Tagen im Dezember, von Silvester bis zum Dreikönigstag und an wenigen weiteren Tagen sei die Piste bisher befahrbar gewesen. Und selbst dann ließe die Anzahl der Kundschaft „zu wünschen übrig“, berichtet Weber. Das Wetter sei deutlich ungünstiger als in den vergangenen Jahren. Man könne nicht vorplanen und müsse „es nehmen, wie es kommt“.

Die äußeren Einflüsse nehmen, wie sie kommen, müssen vor allem auch die Veranstalter von Ski- und Snowboardkursen. Nachdem weder der ursprünglich festgelegte Termin auf Unterstmatt noch die zwei Ausweichtermine des Bühler Skiclubs stattfinden konnten, habe der Verein nun „keine Alternative mehr“, berichtet Natalie Oser, Leiterin der Geschäftsstelle. Ob in Zukunft auch in andere Gebiete ausgewichen werden soll, werde kommende Woche bei einer Versammlung beraten.

Kein Ersatz über Fastnacht

Der Skiclub Yburg hatte seinen letzten Ausweichtermin für dieses Wochenende angesetzt und musste diesen ebenfalls absagen. „Danach, in der Faschingszeit, fällt es schwer, Kinder und Übungsleiter für einen weiteren Termin zusammenzubekommen“, berichtet Vorsitzender Otmar Ganninger. Über 100 Teilnehmer hätten sich bereits angemeldet und vergeblich auf den Schnee gewartet. Ein Kurs kostet 80 Euro. „Das ist Geld, das dem Verein fehlt“, sagt Ganninger. Die Fahrt auf entfernte, höhere Lagen sei allerdings keine Alternative für ihn: „Da tummelt sich dann alles oben. Man muss einen Bus organisieren, der Kurs wird teurer und für die Kleinen ist das meist zu viel.“

Der Club gleicht den Verlust bei Sommerfesten, mit einem Stand auf dem Stadtfest in Baden-Baden aus. Auch die Mithilfe bei dem Varnhalter Umzug und der Brettlsmarkt bringen laut Ganninger Einnahmen. Für ihn ist klar, dass der Skiclub „ein Ganzjahres-Verein werden muss“. Ähnlich sieht das auch Walter Braun, stellvertretender Vorsitzender des Skiclubs Bühlertal. „Die Winter werden kürzer“, deshalb „muss man als Verein wesentlich beweglicher werden“.

Auch der Abteilungsleiter der Skischule Sinzheim, Mario Hübner, ist der Meinung: „Ausfälle an Teilnahmegebühren sind mit Flexibilität und späteren Kursen auszugleichen.“ Er „hoffe und gehe stark davon aus“, dass doch noch Kurse stattfinden, ansonsten sehe es „finanziell nicht so rosig“ aus. Der große Skikurs der Sinzheimer auf Hundseck bringe 40 Prozent der Einnahmen des gesamten Jahres ein. Ihr Vorteil wäre, dass sie eine ehrenamtliche Skischule sind. „Es hängen keine Jobs dran“, erklärt Hübner. Allerdings gebe es durch die fehlenden Erlöse weniger Möglichkeiten in Material zu investieren, und auch an Fortbildungsmaßnahmen müsse gespart werden. Schlechte Jahre seien Grund dafür gewesen, dass die Skischule mittlerweile auch Stunden am Feldberg anbietet. Auf Kurse in der Umgebung warten momentan noch 120 Angemeldete.

Neue Investitionen kommen zu kurz

„Echt mühselig für die Teilnehmer“, findet die Situation auch der Schulleiter des Skiclubs Baden-Baden, Konstantin Ries. Der jährliche Weihnachtsskikurs habe in den vergangenen sechs Jahren beispielsweise nur einmal stattfinden können. „Das wird irgendwann sicher ein Problem“, meint Ries zu den Ausfällen, noch stehe man dem Ganzen aber „relativ entspannt gegenüber“. Der Club sei „nicht da, um Gewinn zu machen“. Doch neue Anschaffungen, wie ein neuer Bus, könnten problematisch werden.

Kooperationen mit anderen Clubs und Ausflüge wie Alpen- und Familienausfahrten sowie Jugendausfahrten würden den Verlust teilweise ausgleichen. Vor allem für eines ist Ries den potenziellen Teilnehmern dankbar: „Wir stoßen auf viel Verständnis.“

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Erstellt:
31. Januar 2020, 18:23 Uhr
Lesedauer:
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