„Weihnachten wird anders sein“

Achern (red) – Mit viel Umstellung verbunden sind die Weihnachtsgottesdienste 2020, auch in Achern. Die Teilnahme soll über Anmeldung erfolgen. „Weihnachten wird anders sein“, so Vikar Manuel Gärtner.

Dicht gedrängt ist für dieses Jahr an Weihnachten keine Option.  Foto: Roland Spether

© pr

Dicht gedrängt ist für dieses Jahr an Weihnachten keine Option. Foto: Roland Spether

Von Roland Spether

Weihnachten 2020: Auf dem Weg zum Stall von Bethlehem führt kein Weg an Corona vorbei, der Besuch beim Kind in der Krippe muss auf Abstand erfolgen und alt vertraute Traditionen zum Fest der Geburt Jesu brechen weg. Die katholische und evangelische Gemeinden Acherns lassen den Stern von Bethlehem ganz hell leuchten und halten dagegen mit jener frohen Botschaft, die vor 2000 Jahren die Engel den Hirten verkündeten: „Fürchtet euch nicht“.
Diese tröstliche und hoffnungsfrohe Botschaft zieht sich wie ein roter Faden durch den Advent und die Weihnachtszeit, „um den Menschen deutlich zu machen, dass Gott durch die Geburt Jesu ganz nahe bei ihnen ist, komme was wolle“, so die Pfarrer Joachim Giesler und Vikar Manuel Gärtner. Mit Pastoralteam, Ehrenamtlichen aus der Seelsorgeeinheit, Pfarrerin Katrin Bessler-Koch und deren Mitarbeitern werde schon lange überlegt, wie die Gemeinden für sich und in bester ökumenischer Verbundenheit diese so wichtige Zeit trotz Corona und der vielen Auflagen sinnvoll gestalten können. Dabei greifen sie für ihre gottesdienstlichen Feiern das Leitwort der ökumenischen Weihnachtskampagne „Fürchtet euch nicht! Gott ist bei euch!“ auf und vernetzen sich bundesweit mit vielen Gemeinden, die alle die Botschaft von Weihnachten verbindet: „Gott wurde Mensch“.

Mit Blick auf die Gottesdienste und Aktivitäten zu Advent und Weihnachten betonten die Seelsorger, dass diese „nach aktuellem Stand“ wie geplant stattfinden sollen. Dazu hat sich das Pastoralteam viele Gedanken gemacht, zumal Corona bei Gesprächen und Begegnungen allgegenwärtig sei und viele Menschen ängstlich und ohne Perspektive in die Zukunft schauen. „Das Virus kann Menschen nicht nur krank machen, es tötet auch das, was den Menschen als soziales Wesen ausmacht“, so Joachim Giesler. „Deshalb dürfen wir uns von dem Virus nicht ganz in die Einsamkeit drängen lassen und müssen etwas dagegen setzen“, betonte Giesler.

Traditionelle Feiern sollen stattfinden

Für Vikar Gärtner ist wichtig, dass die Menschen in der Advents- und Weihnachtszeit Mut und Hoffnung erfahren und sich über die Geburt Jesu freuen dürfen, auch wenn Corona einige Grenzen auferlege. Beiden ist wichtig zu vermitteln, dass Gott trotz vieler Probleme in die Dunkelheit der Welt eintreten und den Menschen Liebe, Vertrauen und Hoffnung schenken möchte. „Weihnachten wird anders sein, aber vielleicht wird gerade deshalb die Botschaft bei den Menschen mehr zu Herzen gehen“, so der Vikar.

Die Gottesdienste im Advent sollen in der katholischen Seelsorgeeinheit Achern trotz der Pandemie wie in den vergangenen Jahren stattfinden, darunter so traditionelle Feiern wie Rorate-Amt, Bußgottesdienst, Adventsandacht und Versöhnungsabend. Mit der evangelischen Gemeinde wurden für die Adventssonntage inhaltsgleiche Andachten zu „Fürchtet euch nicht“ vorbereitet.

Etwas schwieriger werde es an Heiligabend und an den beiden Feiertagen. Sicherlich könnten Krippenspiele wie bisher mit vielen Kindern in voll besetzten Kirchen nicht stattfinden, aber die Gemeinden vor Ort werden sich Gedanken machen, ob und wie sie unter den „AHA-Regeln“ wie bisher Krippenfeiern anbieten können, so Giesler. In Oberachern werde geplant, eine Krippenfeier im Freien zu machen, auf jeden Fall sollen eine Krippenfeier und eine Christmette über Livestream gesendet werden.

Denkbar wäre, in den Kirchen, in denen keine Gottesdienste an Heiligabend sein können, den gestreamten Gottesdienst in die Kirchen zu übertragen. Hier könnten dann auch gottesdienstliche Feiern mit der Austeilung der Kommunion stattfinden. Volle Kirchen gab es bisher immer bei den Christmetten an Heiligabend. Die Planungen sehen so aus, dass es in der Acherner Seelsorgeeinheit sechs Christmetten mit Pfarrern geben soll, die in Achern werde gestreamt.

Die Teilnahme an den Gottesdiensten soll über Anmeldung erfolgen, die Besucher bekommen Plätze in der Kirche und, wenn erforderlich, im Josefshaus zugewiesen. „Wir möchten so viel wie möglich in den Kirchen ermöglichen, in jeder Gemeinde sollen über die Weihnachtstage zwei Gottesdienste gefeiert werden.“

Zum Artikel

Erstellt:
18. November 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 56sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.