Abgespeckte Fastnacht in Gaggenau

Gaggenau (red) – In Gaggenau wird es auch 2021 Fastnacht geben – allerdings nicht in der gewohnten Form. Die vier großen Fastnachtsvereine wollen sich von Corona nicht unterkriegen lassen.

Auch der Fastnachtsumzug in Hörden wird 2021 nicht stattfinden. Unser Bild zeigt die Gruppe „Kniffels“ im Jahr 2019. Foto: Thomas Senger/Archiv

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Auch der Fastnachtsumzug in Hörden wird 2021 nicht stattfinden. Unser Bild zeigt die Gruppe „Kniffels“ im Jahr 2019. Foto: Thomas Senger/Archiv

Das haben die vier Fastnachtsvereine GroKaGe Gaggenau, Ottenauer Carnevalclub, Michelbacher Schäger und Narrenzunft „Schmalzloch“ Hörden nach einer gemeinsamen Besprechung einstimmig bestätigt. „Wir können weder Weihnachten noch Ostern absagen, ebenso wenig die Fastnacht“, so die übereinstimmende Meinung. Die Frage sei nur, wie trotzdem das Brauchtum gepflegt werden könne.

Einigkeit bestand nach der Sitzung am 6. Oktober über die Bewertung der aktuellen Corona-Lage: Fastnacht 2021 könne nicht sein wie Fastnacht 2020. Niemand könne im Moment die Lage im Januar und Februar 2021 vorhersagen. Mithin könne im Moment aber auch keine langfristige Feinplanung von Veranstaltungen mit Publikum erfolgen. „Wir arbeiten alle im Ehrenamt und können deshalb auch keine nicht übersehbaren finanziellen Risiken für unsere Vereine schultern“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung. Gleichwohl gebe es eine Fülle von Ideen. Doch werde man bei vielen Vorhaben angesichts der sich unter Umständen schnell wandelnden Vorgaben „auf Sicht“ fahren müssen.

Zwischenzeitlich haben deshalb die Narrenvereine in ihren Gremien eigenständig für sich Beschlüsse gefasst oder stehen kurz davor, wie Fastnacht 2021 dennoch möglich sein wird:

Comedy, DVD-Konserve und aktuelle Aufzeichnung

GroKaGe Gaggenau: Die Große Karnevalsgesellschaft wird ihre bereits veröffentlichte Idee von einer Comedy-Show an zwei Abenden, 22./23. Januar, in der Jahnhalle weiterverfolgen, unterstrich Vorsitzender Hans-Wolfgang Paulusch.

Um eine „Waldhütte“ herum werde sich der Abend und eine Handlung entwickeln. Mit Edith und Anna-Luisa Grimm, Michaela Scheffold, Fernsehfastnachterin Marion Striebich und der Band Die Tollenhechte stehen bereits einige Akteure fest. Auch Sabine Hager, Paco Palma Diaz, Peter Mann und Gerlinde Stolle werden für absurd-närrisches Waldesrauschen sorgen.

Die Fastnachtseröffnung am 11.11. habe man definitiv abgesagt. Weitere Vorhaben sind noch nicht in Planung. Das schließe aber nicht aus, dass es mit der GroKaGe situationsbedingt kurzfristig kleine Aktionen geben könne.

OCC Ottenau: Ähnlich ist die Lage beim Ottenauer Carnevalclub. Öffentliche Veranstaltungen seien im Moment nicht darstellbar, sagte Präsident Jens Siebert. Entsprechende Beschlüsse müssten noch gefasst werden, jedoch sei klar, dass die Abstandsregeln weder beim Publikum, noch bei den Aktiven vor und hinter der Bühne einzuhalten seien. Auch in Ottenau werde im Übrigen an Alternativen gebastelt, die spontan umgesetzt werden sollen.

Schäger Michelbach: In Michelbach wird dies ebenfalls so gesehen. Um den Schäger-Freunden trotzdem Fastnachtsstimmung zu vermitteln, ist geplant, eine DVD mit den Höhepunkten früherer Sitzungen herauszubringen. Ob es einen Umzug geben kann, werde im Moment überlegt, erläuterte der zweite Vorsitzende Francesco Lucchese. Diese Frage und weitere Aktivitäten würden zeitnah geklärt. Auch in Michelbach werde man mit Verantwortung „auf Sicht“ fahren.

Narrenzunft „Schmalzloch“ Hörden: „Im Flößerdorf wird es Fastnacht geben“, versicherte Zunftmeister Ruben Schnepf. Allerdings grundsätzlich keine öffentlichen Veranstaltungen wie Sitzungen oder Umzug. Die Damen- und Herrensitzungen soll es für jeden zu Hause im Wohnzimmer geben. Das Motto lautet „Alles bleibt … onnerschd!“. Das Sitzungsteam produziert im Moment einen Sitzungsfilm, der am geplanten Sitzungssamstag, 16. Januar 2021, kostenlos als DVD oder USB-Stick ausgegeben wird. Einzelheiten werde die Narrenzunft in den nächsten Tagen bekannt geben. Auch für Kinder und Besucher der Schlempelparty sind Alternativen entwickelt worden. Angedacht ist zum Beispiel eine Malaktion in Kindergarten und Grundschule. Die schönste Schlempenmaske soll im Übrigen prämiert werden.

Auch im Corona-Jahr kann Hörden Hoheiten präsentieren. Schlempenkönigin und Prinzenpaar werden in einer internen Veranstaltung Mitte November präsentiert.

Die Tanzgarden sind im Training. Allerdings werden sie in dieser Kampagne an keinen Turnieren des Bunds Deutscher Karneval teilnehmen.

Auf Schmuck der Straßen mit „Fähnle“ werden die Hördener nicht verzichten müssen. Geplant ist ferner eine Narrenzeitung. Aus Sicht der Hördener Narren steht auch dem seit dem 18. Jahrhundert durchgeführten Scheibenschlagen im Moment nichts entgegen.


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