Besserer Aufstieg für Wanderfische

Gaggenau (vgk) – Der Ortschaftsrat Hörden diskutiert über den Umbau des Esselwehrs in der Murg und fordert mehr Maßnahmen für den Hochwasserschutz.

Das alte 1,35 Meter hohe Esselwehr an der Murg soll verschwinden. Foto: Gareus-Kugel

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Das alte 1,35 Meter hohe Esselwehr an der Murg soll verschwinden. Foto: Gareus-Kugel

Von Veronika Gareus-Kugel

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert bis zum Jahr 2027 einen guten hydromorphologischen Zustand aller Gewässer ein. Bezogen auf das Esselwehr in Hörden heißt das, dass Wanderfische in naher Zukunft an dieser Stelle in der Murg mühelosere Aufstiegsmöglichkeiten in den oberen Flusslauf vorfinden.

Am Dienstagabend beschäftigten sich die Ortschaftsräte mit diesem Thema. Einstimmig nahmen diese die Planungen zur Kenntnis, verbunden mit dem Wunsch, in diesem Bereich Hochwasserschutzmaßnahmen mit zu berücksichtigen. „Die Hydromorphologie beschreibt die tatsächlich vorhandenen Gewässerstrukturen und das damit verbundene Abflussverhalten eines Gewässers in seiner räumlichen und zeitlichen Ausdehnung“, gibt dazu das Online-Lexikon Wikipedia Auskunft.

Vor zehn Jahren wurde im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe auf der linken Flussseite, im Bereich des Wehrs, eine Fischrampe errichtet, erläuterte Christian Gaida von der Tiefbauabteilung der Stadt Gaggenau. Diese weise jedoch erhebliche, ökologische Defizite auf. Der Wanderkorridor ist für wandernde Fischarten entweder nur schlecht oder gar nicht auffindbar. Weitere Kennzeichen sind in Teilbereichen turbulente Wasserabschnitte und geringe Wassertiefen. Die Stelle kann nur von großen Wanderfischen wie Forelle und Lachs passiert werden, informierte Gaida. Erste Baumaßnahmen an dieser Stelle erfolgten zwischen 1951 und 1955, um das Gefälle in zu regulieren. Die Entwurfsplanung sieht für den Murgabschnitt Essel nun die Optimierung der sogenannten Raurampe auf einer Länge von rund 100 Metern vor. Die noch bestehende 1,35 Meter hohe Teilrampe soll abgebrochen werden. Die so erzeugte pendelnde Wasserströmung begünstigt den Aufstieg der Fische in den Oberlauf der Murg. Mit einbezogen in den Entwurf wurde ein 100-jähriges Hochwasser. Denn in einigen Bereichen der Essel könnte es zu Verschlechterungen kommen. Zudem befindet sich das Wehr im Naturschutzgebiet Lieblingsfelsen.

Baubeginn laut Regierungspräsidium Anfang 2021

Die jüngste Maßnahme aus dem Jahr 2000 wurde nach den Regeln der damaligen Technik durchgeführt. Die komplette Durchgängigkeit für Fische mache mittlerweile einen deutlichen Mehraufwand notwendig. Maßnahmen, die auch noch an anderer Stellen in Gaggenau durchgeführt werden müssen, führte dazu Bürgermeister Michael Pfeiffer aus und nannte als Beispiel den Gaggenauer Murgsee. Nach Meinung des Ortschaftsrats muss bei der Planung mehr in den Hochwasserschutz gegangen werden, betonte Ortsvorsteherin Barbara Bender. „Das ist mit der wichtigste Grund, das Vorhaben noch vor den Sommerferien in das Gemeinderatsgremium zu bringen“, meinte Pfeiffer. Die wasserrechtliche Genehmigung werde im September erwartet, Baubeginn soll laut Regierungspräsidium Anfang 2021 sein. Die Bauzeit soll rund neun Monate betragen.

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Erstellt:
16. Juli 2020, 11:00 Uhr
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