Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Corona-Krise trifft Outdoor-Branche in voller Breite

Forbach (red) – Claudia Laile von „Blackforestaction“ beklagt in Corona-Zeiten fehlende Buchungen und ausreichende Unterstützung. Die Situation werde zunehmend existenzbedrohend.

Nicht stattfindende Outdoor-Events für Firmen und Gruppen bringen die Outdoor-Branche in Existenznöte. Foto: Blackforestaction

© vgk

Nicht stattfindende Outdoor-Events für Firmen und Gruppen bringen die Outdoor-Branche in Existenznöte. Foto: Blackforestaction

Von Veronika Gareus-Kugel

Ein Winter ohne Schnee und jetzt das Corona-Virus. Der vor diesem Hintergrund vor Wochen erzwungene Stillstand trifft die Outdoor-Branche besonders hart. Nach finanziellen Einbußen durch das Ausbleiben von Wintersportlern, macht seit März die Corona-Krise den Veranstaltern von Teamtrainings im Freien sowie die Organisationen von Betriebsausflügen und Events für Firmen das Leben schwer. Für diese wird die aktuell herrschende Situation zunehmend existenzbedrohend.

In diese Richtung denkt auch das Outdoor-Unternehmen „Blackforestaction“ mit Firmensitz in Bühl. „Nach dem totalen Winterausfall, was es bisher noch nie gab, trifft uns die Corona-Krise in voller Breite“, erläutert Geschäftsführerin Claudia Laile.

Vor neun Jahren musste die Familie ihren Traum vom eigenen Rastatter Sportgeschäft begraben und Insolvenz anmelden. In Verbindung mit der Skischule, dem Skiverleih und der Eventhütte auf dem Mehliskopf und dem zweiten Firmenstandbein „Blackforestaction“ gelang den Lailes 2011 der Neustart.

Seitdem stehen Gruppenveranstaltungen wie der Bau von Hängebrücken, Erlebniswanderungen, Auszubildenden-Kick-offs oder Paddeltouren im Blickpunkt. Die Teamevents finden überregional statt, überwiegend im Süden oder Südwesten Deutschlands. Doch seit März ist erneut Schluss.

Der Schuldige ist schnell ausgemacht. Der Shutdown, das Herunterfahren jeglicher Aktivitäten gesellschaftlicher wie wirtschaftlicher Natur, ist aktuell für den vorherrschenden Stillstand verantwortlich. Seitdem hagelte es Absage um Absage, beklagt sich Laile.

Im Auftragsbuch, in dem sich normalerweise während der Eventsaison von März bis Oktober Termin an Termin reiht, herrscht seit geraumer Zeit gähnende Leere. Es gebe keine neuen Anfragen, sondern nur Stornierungen.

„Unsere Kunden sind tief verunsichert“

Die drei festangestellten Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Zwar erhielt das Unternehmen, wie viele Kleinbetriebe und Solo-Selbstständige, Soforthilfe vom Land. Die überwiesenen 9 000 Euro sind jedoch der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. „Bei allen anderen finanziellen Hilfen fallen wir durch das Raster aufgrund der Mitarbeiterzahl unter zehn“, erläutert die Geschäftsführerin. Die bisher aufgelaufenen Verluste können nicht mehr aufgeholt werden.

Das Fatale: „Unsere Kunden sind tief verunsichert.“ Die aktuelle Konstellation sei nur mit derjenigen in Folge der Finanzkrise 2008 / 2009 zu vergleichen, erinnert sich die Unternehmerin. Die Konzerne und Firmen strichen damals bis auf die selbst organisierten Veranstaltungen alle in diese Richtung gehenden Angebote. Auch wenn die Corona-Beschränkungen schrittweise zurückgenommen werden, für die Outdoor-Branche werde sich in absehbarer Zeit nichts ändern. „So dürfen zwar Freizeitparks öffnen, unsereins ist davon jedoch ausgenommen. Dies kommt einem Berufsverbot gleich“, meint Laile.

Um Events am Mehliskopf wieder anbieten zu können, steht der Anbieter für Outdoor-Aktivitäten im Kontakt mit dem Ordnungsamt Bühl. Doch man habe noch keine Antwort erhalten. Für die überregionalen Events sind die Ordnungsämter der jeweiligen Regionen zuständig. Ein Neustart wäre sofort möglich. Denn wo sonst könnten Abstands- und Hygieneregeln besser eingehalten werden als im Freien, merkt Laile an. Ohne Schwierigkeiten könnten 60 Prozent des Angebots für Gruppen mit bis zu 30 Personen sofort gestartet werden. So könnten Familien sich im Bogenschießen messen.

Weitere Möglichkeiten wären Geocaching, GPS-Schnitzeljagd oder Kanutouren auf dem Altrhein bei Plittersdorf, nennt sie Beispiele als Ersatz für Firmenevents sowie mit Blick auf die nahenden Pfingstferien.

Um nicht gänzlich unterzugehen, startete der Veranstalter online abrufbare Events, von Yoga über Team-Painting bis zur Remote-Team-Challenge. „Unsere Branche ist nicht verbandsorganisiert wie zum Beispiel die Gastronomie. Wir hoffen, sollte noch einmal ein Hilfsprogramm aufgestellt werden, dass auch an unsere Branche gedacht wird.“

Zum Artikel

Erstellt:
21. Mai 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.