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Coronavirus: Vorsorgliche Isolierstation im „Sonnenhof“

Gernsbach (stj/fk) – Das Coronavirus hat auch den Landkreis erreicht. Es gibt zwar noch keine bestätigten Fälle, doch das Landratsamt bereitet sich vor und trifft entsprechende Vorkehrungen.

Im ehemaligen Hotel „Sonnenhof“ könnte der Landkreis eine Isolierstation einrichten. Foto: Juch

Im ehemaligen Hotel „Sonnenhof“ könnte der Landkreis eine Isolierstation einrichten. Foto: Juch

Von Stephan Juch, Florian Krekel

Auf Empfehlung des Innenministeriums Baden-Württemberg müssen alle Landkreise vorsorglich Isolierstationen einrichten, die dann genutzt werden können, wenn aufgrund einer Vielzahl infizierter Menschen die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen sollten. Für den Landkreis Rastatt wird diese Isolierstation in Gernsbach eingerichtet – im früheren Hotel „Sonnenhof“ an der Loffenauer Straße, das bis vor Kurzem noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt worden war.

Platz reicht für bis zu 40 Patienten

Wie Landkreis-Pressesprecherin Gisela Merklinger am Freitag im BT-Gespräch erläuterte, könne man dort ohne großen Aufwand bis zu 40 Patienten unterbringen. Das ehemalige Hotel-Restaurant am Ortsausgang von Gernsbach in Richtung Loffenau verfüge über Einzelzimmer mit eigenen Bädern und sei daher bestens für die Vorgabe des Innenministeriums geeignet. Bauliche Maßnahmen seien nicht erforderlich, man müsse die Zimmer lediglich reinigen und mit einer entsprechenden Einrichtung versehen, teilte Merklinger mit und betonte: „Wir hoffen, dass der Sonnenhof nicht gebraucht wird.“ Dennoch werde man noch weitere vorsorgliche Isolierstationen einrichten, so Merklinger.

Die Flüchtlingsunterkunft im „Sonnenhof“, die phasenweise bis zu 140 Menschen in der Erstaufnahme beherbergte, war zum 30. September vergangenen Jahres geschlossen worden. Seither steht die Immobilie, die der Landkreis im Herbst 2014 im Zuge der Flüchtlingskrise angemietet hat, leer und dient nur noch als Reserve, falls wieder Platz für die Flüchtlingsunterbringung benötigt werden sollte. Der Mietvertrag hat nach BT-Informationen eine Laufzeit von zehn Jahren.

Bislang kein begründeter Verdacht

Mediziner, Behörden und Politiker warnen beständig vor Panikmache. Dennoch ranken sich Gerüchte um mögliche Verdachtsfälle: Dem tritt das Landratsamt Rastatt auf BT-Anfrage entgegen. „Es gibt keine Verdachtsfälle“ im Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden, für den das Gesundheitsamt im Landratsamt ebenfalls zuständig ist. Das betonte Pressesprecherin Gisela Merklinger am Freitag. Es gebe, Stand Nachmittag, zwar vier routinemäßige Überprüfungen von Personen, dabei handele es sich aber nicht um Verdachtsfälle, sondern vielmehr werde bei Erkrankungen mittlerweile standardmäßig auf Coronaviren getestet, so Merklinger. Auch sie warnt vor Panikmache. Kliniken und Behörden seien vorbereitet, ein kleiner Krisenstab und Isolierstationen eingerichtet. Zur Einordnung betont sie zudem, dass es seit Jahresbeginn 511 Influenzafälle im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Rastatt gegeben habe.

Zum Thema Coronavirus erscheint in der Samstagsausgabe eine Sonderseite, die ab 4 Uhr auch im E-Paper verfügbar ist.

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Erstellt:
28. Februar 2020, 15:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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