Die Natur als Mülldeponie

Forbach (red) – Beinahe 50 prall gefüllte Müllsäcke, ebenso viele Autoreifen, Sperrmüll aller Art, viele Quadratmeter Bodenfliesen und über zwei Zentner Altmetall sind das schockierende Ergebnis einer privaten Müllputzete entlang der Murg von Raumünzach bis Langenbrand (Foto: pr).

Die Natur als Mülldeponie

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Forbach (red) – Beinahe 50 prall gefüllte Müllsäcke und ebenso viele Autoreifen, Sperrmüll aller Art, viele Quadratmeter Bodenfliesen und mehr als zwei Zentner Altmetall sind das traurige und schockierende Ergebnis einer privaten Müllputzete entlang der Murg von Raumünzach bis Langenbrand. Dies berichtet die Gemeindeverwaltung Forbach.

Der Forbacher Frank Fritz hatte sich die zehn Kilometer lange Strecke zwischen Januar und März dieses Jahres vorgenommen. Insgesamt 108 Stunden seiner Freizeit, an Wochenenden und Urlaubstagen, hat er für dieses Projekt aufgewendet. Auslöser war ein Aufenthalt an der Heppenau im vergangenen Winter, als er beim Treibholzsammeln gefühlt „mehr Müll als Holz“ fand. Dagegen wollte er etwas unternehmen, etwas für Forbach, für die Umwelt und für sich, wie er in den Gesprächen im Rathaus mitteilte.

Aus dem Entschluss, Zeit für alle zu investieren, wurde ein Zeitraum von vielen Wochen – „weil ihm das Thema wichtig ist und der Müll kein Ende nahm“, so die Gemeindeverwaltung. Hob er an einem Tag eine Tüte auf, lagen am nächsten zwei neue da. Viele sperrige Gegenstände, Badewannen, Kühlschränke, Boiler fanden sich an Stellen, an denen sie gar nicht ohne Weiteres geborgen werden konnten.

Das wenigste davon war Treibgut, das meiste wurde bewusst abgeladen oder im Fall des Restmülls von achtlosen „Naturliebhabern“ einfach zurückgelassen.

Bürgermeisterin Katrin Buhrke zeigte sich im persönlichen Gespräch mit Frank Fritz tief beeindruckt von seinem Engagement. „Die erschreckenden Ergebnisse“ der Putzaktion wurden über die Zeit im Bauhof Forbach gesammelt, um ein Gesamtbild des Müllaufkommens erhalten zu können. Sie dankte Fritz für dessen vorbildliches Engagement für die Umwelt und die Gemeinde und hofft, dass dieses Beispiel viele Nachahmer findet, „die sich gemeinsam für den Erhalt unserer wundervollen Natur einsetzen“.

Gemeinde braucht Hilfe der Bevölkerung

„Warum tun wir unserer schönen Murg das an?“ laute die Kernfrage. Schließlich sei die Natur an der Murg ein Kleinod, ein Schatz für Forbach, bekannt und beliebt bei Einheimischen und Gästen, und sie stehe unter Schutz. „Trotzdem nimmt der Missbrauch immer mehr zu“, verweist man im Rathaus auf Vermüllung, wildes Campen und illegale Feuerstellen.

Schon seit Längerem befasse sich die Gemeindeverwaltung mit diesen Themen. Naturgenuss für den Einzelnen sei nur möglich, wenn er dabei nicht sprichwörtlich in die Hinterlassenschaften seiner Vorgänger treten muss. Deshalb hat die Verwaltung bereits vor einigen Jahren verstärkte Kontrollen am Murgufer eingeführt und die Zufahrtsmöglichkeiten beschränkt. Die Regelungen des Landschaftsschutzgebietes werden von Gemeindemitarbeitern und privaten Dienstleistern überwacht. Feuerstellen müssen beseitigt werden, Zeltende werden zum Abbau aufgefordert und alles, was mitgebracht wurde, muss wieder mitgenommen werden.

Es gehe auch nicht darum, Besucher zu vertreiben, vielmehr sollen alle Besucher gleichermaßen die Natur und die Schönheit der Gemeinde genießen können – „und dafür sind missbräuchliche Nutzungen Einzelner zu unterbinden“. Allerdings gleiche der Kampf oft dem Kampf gegen Windmühlen, da ein so großes Gebiet nicht durchgängig und flächig kontrolliert werden könne. Eine Besserung könne nur erreicht werden, „wenn jeder die Notwendigkeit dieser Maßnahmen erkennt, sein eigenes Verhalten anpasst und gegebenenfalls auch Dritte auf Fehler und Verstöße anspricht“. Nur so könne es gelingen, die Schönheit der Natur an der Murg für kommende Generationen zu erhalten.

Autoreifen, zum Teil mit Felgen, und an die 50 prall gefüllte Müllsäcke stapeln sich im Bauhof der Gemeinde.

© red

Autoreifen, zum Teil mit Felgen, und an die 50 prall gefüllte Müllsäcke stapeln sich im Bauhof der Gemeinde.

Einfach in die Landschaft gekippt wurden diese Hinterlassenschaften.

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Einfach in die Landschaft gekippt wurden diese Hinterlassenschaften.

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Erstellt:
20. März 2019, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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