Drei Wochen Freizeitpark statt Herbstmesse

Gaggenau (red) – Mit einem Alternativkonzept will die Stadtverwaltung den Ausfall der Herbstmesse zumindest teilweise kompensieren.

Auch ein Autoscooter wird da sein. Foto: Uwe Röder/Archiv

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Auch ein Autoscooter wird da sein. Foto: Uwe Röder/Archiv

Sie ist die wohl älteste und traditionsreichste Veranstaltung in Gaggenau: Die Herbstmesse ist eigentlich aus dem Gaggenauer Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Aber so wie die Bayern auf ihr Oktoberfest verzichten müssen, so muss die Region auf die Herbstmesse im üblichen Rahmen verzichten. „Doch so hart wie die Bayern trifft es die Murgtäler nicht“, versichert man im Rathaus. Mit den Schaustellern hat das städtische Ordnungsamt eine Alternative entwickelt, damit auf Boxautospaß und die wilden Fahrten in luftigen Höhen nicht ganz verzichtet werden muss. Auf dem Annemasseplatz soll über die Zeit von drei Wochenenden ein „Freizeitpark“ eingerichtet werden. Selbstverständlich „coronagerecht“. Das Areal wird umzäunt, immer nur maximal 500 Personen werden Zutritt erhalten. Online kann recherchiert werden, ob die maximal zulässige Personenzahl schon erreicht ist. Ebenso kann das für die vorgeschriebene Datenerhebung erforderliche Formular online ausgefüllt und zur Vorlage ausgedruckt werden. Die Zugangskarten können vor Ort erworben werden. Dabei wird ein obligatorischer Eintrittspreis von einem Euro fällig. Für Kinder bis zum Alter von einschließlich sechs Jahren ist der Eintritt frei.

Im Park selbst werden die Schausteller durch Abstandslinien auf dem Boden, Hinweisen und Ordner darauf achten, dass die Abstandsregeln und Hygieneregeln eingehalten werden. Masken müssen nur beim Anstehen an den Fahrgeschäften oder den Bewirtungsangeboten sowie während der Fahrt im Fahrgeschäft getragen werden. Neben einem Autoscooter werden die Fahrgeschäfte „Break Dance“, ein „Musikexpress“ sowie ein „Scheibenwischer“ in Gaggenau erwartet. Fehlen dürfen auch nicht verschiedene Kinderkarussells, der Babyflug und verschiedene Spielbuden für Jung und Alt. Eine zeitliche Begrenzung für den Besuch des Freizeitparks wird es nicht geben.

Ordnungsamtsleiter Dieter Spannagel: „Durch die Begrenzungen der Besucher und die Abstandsregeln wäre ein Krämermarkt, wie wir ihn kannten, nicht machbar gewesen.“ Man hätte diesen Bereich auch nicht absperren können. Auch der verkaufsoffene Sonntag am 27. September wird nicht stattfinden, wie Citymanager Philipp Springer berichtet. „Werbegemeinschaft und Stadtverwaltung haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber die Risiken erscheinen dann doch zu groß.“ In der Planung sind stattdessen kleine punktuelle Aktionen in der City, unterstützt von Einkaufsabenden an den drei Freitagen der kleinen Herbstmesse.

Die drei kleinen Herbstmessen werden voraussichtlich vom 17. bis 20. September, vom 24. bis 27. September und vom 1. bis 4. Oktober stattfinden. „Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Auch die angedachten Termine sind noch nicht zu 100 Prozent sicher und können sich eventuell noch ändern“, räumt die Stadtverwaltung ein. Auch was eine Bewirtung anbelangt, gibt es noch viele offene Fragen.

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Erstellt:
7. August 2020, 15:22 Uhr
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