Ganz besondere Arbeitsbedingungen

Gernsbach (stj) – 88 Kinder befinden sich aktuell in der Notbetreuung bei der Stadt Gernsbach. Rund die Hälfte des Erziehungspersonals ist dabei abwechselnd im Einsatz.

Während der Corona-Krise findet in den Kindergarteneinrichtungen nur eine Notfallbetreuung statt, was bedeutet, dass die Erzieherinnen und Erzieher nur die Aufsichtspflicht gewährleisten können. Foto: dpa

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Während der Corona-Krise findet in den Kindergarteneinrichtungen nur eine Notfallbetreuung statt, was bedeutet, dass die Erzieherinnen und Erzieher nur die Aufsichtspflicht gewährleisten können. Foto: dpa

Von Stephan Juch

Während der Corona-Krise findet in den Kindergarteneinrichtungen nur eine Notbetreuung statt. Das bedeutet, dass die Erzieherinnen und Erzieher in erster Linie die Aufsichtspflicht gewährleisten, zudem sind die Betreuungszeiten eingeschränkt und im Wesentlichen können nur die Eltern davon Gebrauch machen, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten oder eine Unabkömmlichkeitsbescheinigung vom Arbeitgeber vorweisen. Das BT hat sich bei der Stadt Gernsbach erkundigt, wie dieses Angebot aufgebaut ist und wie es funktioniert.

Wie viele Kinder sind aktuell für die Notfallbetreuung bei der Stadt Gernsbach angemeldet?

Die Stadt Gernsbach wisse, wie wichtig für Familien die Kinderbetreuung ist. „Und wir sind froh, dass wir in der jetzigen Zeit der Corona-Pandemie eine erweiterte Notbetreuung für Kinder anbieten können, deren Eltern in der kritischen Infrastruktur beschäftigt sind, oder bei einem Arbeitgeber präsenzpflichtig und unabkömmlich tätig sind, aber auch für Kinder von Alleinerziehenden oder für Kinder, bei denen eine Aufnahme in die Notbetreuung für das Wohl des Kindes notwendig ist“. Derzeitig sei es gelungen, allen angefragten Kindern einen Notbetreuungsplatz anbieten zu können. Dabei halte man sich an die Hygienevorschriften und betreue auch nur – wie von der Corona-Verordnung angewiesen – maximal die Hälfte der sonst üblichen Kinderzahl in den Notfallgruppen. Aktuell befinden sich laut Stadtverwaltung 88 Kinder in der Notbetreuung, weitere Plätze seien angefragt und in der Prüfung.

In wie vielen städtischen Einrichtungen findet eine Notfallbetreuung statt?

In allen Schulen (außer dem Albert-Schweitzer-Gymnasium) inklusive der Mittagsbetreuung an den Grundschulen Scheuern, Hilpertsau, Staufenberg und im Hort mit Verlässlicher Grundschule der Von-Drais-Schule, an allen städtischen und kirchlichen Kindergärten und dem Waldkindergarten finden Notbetreuungsangebote statt. „So können wir auch gewährleisten, dass die Kinder in ihrem vertrauten Umfeld betreut werden. Beim Waldorfkindergarten wurde derzeit kein Bedarf an Notbetreuung anfragt.“

Kindergartenordnung sieht tag- oder wochengenaue Abrechnung der Elternbeiträge nicht vor

Wie viele Erzieherinnen beziehungsweise Pädagogen sind in der Notfallbetreuung insgesamt eingesetzt?

Ungefähr die Hälfte aller Erzieherinnen und Erzieher sind für die Notbetreuung der Kinder abwechselnd im Einsatz. „Dabei stellen wir sicher, dass selbstverständlich die Aufsichtspflicht pro Gruppe immer gewährleistet ist. Eine pädagogische Arbeit kann und darf aufgrund der Hygieneregeln leider nicht wie gewohnt stattfinden“, betont die Stadtverwaltung. „Dass die Arbeitsbedingungen für unsere Erzieherinnen und Erzieher zurzeit besondere sind, ist uns bewusst. Und daher geht unser Dank auch hier an alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren Einsatz“, wird Bürgermeister Julian Christ zitiert.

Wie ist das mit den Kosten geregelt? Was müssen Eltern zahlen, die ein Kind in der Notfallbetreuung haben? Orientiert sich dieser Wert an dem, was der normale Betreuungsplatz des Kindes kosten würde oder gibt es da einheitliche Gebühren (schließlich steht ja zum Beispiel eine Ganztagsbetreuung derzeit nicht zur Verfügung)?

Die Elternbeiträge entsprechen grundsätzlich den regulären Betreuungsangeboten in den Gernsbacher Einrichtungen und bleiben entsprechend der Kindergartenordnung kostenpflichtig.

Wird immer ein ganzer Monat berechnet, auch wenn ein Kind zum Beispiel nur ein paar Tage im April in der Notbetreuung untergebracht war?

Die Kindergartenordnung sieht eine taggenaue oder wochengenaue Abrechnung für die Elternbeiträge nicht vor. Sie legt fest, dass Elternbeiträge für zwölf Monate des Jahres zu bezahlen sind. Der Beitrag ist auch für die Kindergartenferien und für Zeiten zu entrichten, in denen der Kindergarten aus besonderem Anlass geschlossen ist. Das gilt auch für Zeiten, in denen das Kind krank ist oder den Kindergarten aus sonstigen Gründen nicht besucht hat.

Sollten Signale von Bund und/oder Land hinsichtlich einer rückwirkenden Kostenbefreiung für Elternbeiträge für die Kindernotbetreuung sowie eine Kostenerstattung für die Kommunen erkennbar sein, werde die Stadt Gernsbach dies „selbstverständlich zugunsten der Eltern berücksichtigen“.

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Erstellt:
10. Mai 2020, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 51sec

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