Haushaltssperre und Einkaufsmärkte

Gernsbach (ham) – Der Gemeinderat in Gernsbach hat am Montag (18 Uhr) zwei wichtige Themen auf der Tagesordnung stehen: Zum einen geht es um eine Haushaltssperre angesichts der Coronakrise, zum anderen befasst sich das Gremium mit der Genehmigung der Einkaufsmärkte auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal.

Auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal sollen große Einkaufsmärkte ihr neues Domizil finden. Foto: Metz/BT-Archiv

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Auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal sollen große Einkaufsmärkte ihr neues Domizil finden. Foto: Metz/BT-Archiv

Von Hartmut Metz

Der Gemeinderat in Gernsbach muss am Montag, 15. Juni, mehrere wegweisende Entscheidungen für die Kommune treffen. Um 18 Uhr steht zum einen in der Stadthalle die Haushaltssperre im Mittelpunkt. Die Corona-Pandemie hat das Loch im ohnehin klammen Stadtsäckel noch vergrößert. Um besser durch die Zeit einbrechender Steuereinnahmen zu kommen, soll das Gremium eine Haushaltssperre verhängen. Bürgermeister Julian Christ lässt bereits jede höhere Ausgabe der Stadt überprüfen und muss abgesegnet werden (das BT berichtete).

Durch zighundert Seiten müssen sich die Bürgervertreter derzeit beim Thema „Einkaufsmärkte Schwarzwaldstraße“ wühlen. Der Bebauungsplan sieht mehrere neue Einkaufsmärkte auf dem ehemaligen Pfleiderer-Areal vor. Die Pläne wurden offengelegt, über Einwendungen müssen die Räte nun befinden. Der Nachbarort Loffenau hat Bedenken gegen die Erweiterungen und fürchtet erhebliche Umsatzeinbußen für die dort ansässigen kleineren Läden wie „Gießlers Landmarkt“ oder den Metzger.

Diese Ansicht teilt die Gernsbacher Rathaus-Verwaltung laut den Vorlagen nicht. Sie verweist darauf, dass das Marktgebiet Gernsbach (dazu zählen auch Loffenau, Weisenbach und Forbach) mit einer Verkaufsfläche von 296 Quadratmetern je 1000 Einwohner aktuell deutlich unter der durchschnittlichen bundesweiten Verkaufsfläche liege. Mit dem neuen Vollsortimenter (2100 Quadratmeter), Umsiedlung und Erweiterung des Lidl-Markts um 400 Quadratmeter sowie dem größeren Aldi (+309) und Rewe (+450) liege man mit 432 Quadratmetern hauchdünn über dem Bundesdurchschnitt (430). Die Unterlagen zum Bebauungsplan befassen sich überdies mit dem Naturschutz und möglichem Hochwasser. Laut den Ingenieuren von Wald+Corbe sind die Märkte nicht von einer Überschwemmung durch Murg-Hochwasser bedroht.

In der Sitzung am Montag geht es zunächst darum, ob die Beiträge für die Kinderbetreuung im Mai erlassen werden. Zudem stehen Änderungen der Hauptsatzung und der Satzung des Eigenbetriebs Stadtwerke auf der Tagesordnung sowie die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendhauses anhand einer erfolgten Sozialanalyse (das BT berichtete).


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