IG Metall Gaggenau: Arbeitsplätze im Blick

Gaggenau (red) – Trotz Corona sieht sich die IG Metall gut für die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie gerüstet.

Die derzeitige Krise muss ohne Verlust an Arbeitsplätzen gemeistert werden. Dies fordert die IG Metall. Foto: Jens Büttner/dpa

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Die derzeitige Krise muss ohne Verlust an Arbeitsplätzen gemeistert werden. Dies fordert die IG Metall. Foto: Jens Büttner/dpa

Um möglichst vielen Funktionären die Teilnahme an der Tarifkonferenz zu ermöglichen, wurde diese „hybrid“ ausgerichtet: Ein Teil war präsent anwesend in der Veranstaltungshalle Kuppenheim, andere waren digital zugeschaltet. Dies berichtet Benjamin Girrbach von der Geschäftsstelle in Gaggenau. Die 1. Bevollmächtigte Claudia Peter führte zunächst aus, dass sich die Wirtschaft nach wie vor in einer Krise befinde. Daher gebe es drei zentrale Themen, die für die anstehende Tarifrunde von Bedeutung seien:

Die Krise müsse ohne Entlassungen überwunden werden.

Die Gewerkschaft müsse für die Transformation und ihre Risiken gerüstet sein.

Einkommen und Kaufkraft müssen gesichert werden.

„Die Kaufkraft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Nur mit einer Perspektive beim Arbeitsplatz und mit dem nötigen Geld, um dieses auch ausgeben zu können, entwickelt sich die Kaufkraft auch wieder zu einem Stabilitätsfaktor“, machte Claudia Peter deutlich. In den letzten 20 Jahren habe sich gezeigt, wie positiv sich die steigende Kaufkraft auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands ausgewirkt habe.

„Einen Teil des Forderungsvolumens benötigen wir, um Beschäftigung in den Betrieben zu sichern. Dieses Volumen könnte beispielsweise dafür verwendet werden, um Teilentgeltausgleiche für kollektive Arbeitszeitverkürzungen zu finanzieren“, führte sie aus.

Manteltarifvertrag für Auszubildende

Der Vorstand der IG Metall habe folgendes Forderungspaket zur Diskussion empfohlen:

Bis zu vier Prozent Volumen, um die Entgelte zu erhöhen und Beschäftigungssicherung durch Arbeitszeitverkürzung mit Teilentgeltausgleich zu finanzieren.

Überarbeitung des Manteltarifvertrags für Auszubildende und Aufnahme der Dualstudierenden in die Tarifbindung sowie deren Übernahme.

Gerade für die IG-Metall-Jugend sei die Überarbeitung des Manteltarifvertrags für Auszubildende von zentraler Bedeutung. „Wir führen seit drei Jahren die Diskussion, wie dieser Tarifvertrag gestaltet werden soll. Ein Tarifvertrag, der bereits 41 Jahre alt ist, muss modernisiert und reformiert werden, weil sich die Ausbildungsbedingen verändert haben“, betonte Dennis Davidovac von der Daimler Truck AG in Gaggenau. Dazu gehöre auch, dass die Dualstudierenden in den Geltungsbereich des Tarifvertrags aufgenommen werden.

Aus den weiteren Diskussionen sei deutlich geworden, dass die Beschäftigten auf Entgelterhöhungen angewiesen seien. Sie seien aber auch bereit, einen Teil davon für die wirksame Sicherung ihrer Arbeitsplätze einzubringen.

Die IG Metall sei „auch unter Hygiene- und Abstandsregeln handlungsfähig“, heißt es in der Pressemitteilung mit Verweis auf „vielfältige und kreative Aktivitäten in den Betrieben“.

Kritisch habe man Sparmaßnahmen der Betriebe in der aktuellen Lage diskutiert. Der Tenor der Beiträge sei dabei: Die aktuelle Krise und Themen dürften nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

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Erstellt:
13. November 2020, 14:00 Uhr
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