Im Unterricht herrscht keine Maskenpflicht

Gaggenau (red) – Flatterbänder, ausgewiesene „Einbahnstraßen“, Bodenmarkierungen und plakative Hinweise an den Wänden prägen zunehmend das Bild in den Gaggenauer Schulen. Die Vorbereitungen laufen für die Aufnahme des Schulbetriebes ab Montag, 4. Mai.

Wie hier an der Merkurschule werden Fußwege mit Flatterbändern abgetrennt. Foto: Stadt Gaggenau

© red

Wie hier an der Merkurschule werden Fußwege mit Flatterbändern abgetrennt. Foto: Stadt Gaggenau

Von Thomas Senger

Die Hausmeister montieren Spender für Papiertücher und Desinfektionsmittel, ziehen Tische auseinander und markieren am Boden Laufrichtungen oder Abstandslinien.

Wer darf in die Schule zurück? Zunächst dürfen nur die Schüler zurückkommen, die in diesem oder im kommenden Jahr ihren Abschluss machen.

In der Realschule in Bad Rotenfels werden kommende Woche wieder rund 200 Schüler sein, die um die Gruppen klein zu halten, in 16 Klassen unterrichtet werden.

An der Gemeinschaftsschule in Ottenau werden zehn Klassen aus den insgesamt 100 Schülern gebildet.

Am Goethe-Gymnasium sind es ebenfalls etwa 200 Schüler, die in 47 Kurse geteilt sind.

Situation an den Grundschulen: Alle Grundschüler, auch die Viertklässler müssen auch nach dem 4. Mai noch zu Hause bleiben.

Wie erfolgt der Unterricht?

Maximal die Hälfte einer Klasse darf nach den Vorgaben in einem Raum sein, an der Gemeinschaftsschule sind es maximal 14 Schüler. So können die Abstände in den Klassenräumen eingehalten werden. Die Schüler sitzen allein an einem Tisch mit mindestens 1,5 Metern Abstand zum Sitznachbarn. Jede Klassengruppe bleibt in ihrem Zimmer und wechselt nicht in Fachräume für den naturwissenschaftlichen Unterricht.

Weitere Abstandsregeln:

Durch Markierungen und Flatterbänder sollen sich die Wege nicht kreuzen. Begegnungen im Schulgebäude sollen auf ein Minimum reduziert werden. Auf die Toiletten darf immer nur eine bestimmte Anzahl an Schülern, dies wird über Aufsicht geregelt.

„Weiter dürfte das Abstandhalten auch deshalb etwas leichter fallen, weil die Klassen zeitversetzt ihre Pausen einlegen werden und auch nicht so viele Schüler an den Schulen sind“, so die Stadtverwaltung. Man sei optimistisch, dass sich die meisten Schüler an die Hygiene- und Abstandsregeln halten werden. Schließlich dürfte ihnen durch die Schulschließung der Ernst der Lage deutlich geworden sein und sie in den letzten Wochen bereits viele „Corona-Regeln“ verinnerlicht haben.

Hygienemaßnahmen: Vor und nach dem Unterricht müssen die Schüler ihren Tisch reinigen. Mit Aushängen und Informationen in den Sanitärräumen und im gesamten Schulgebäude sowie durch die Lehr- und Betreuungskräfte werden alle über die Hygiene- und Abstandsregeln informiert.

Zum Hygieneplan gehört auch, dass die Reinigungsintervalle deutlich intensiviert werden und gerade Berührungsflächen täglich desinfizierend gereinigt werden. In den Toiletten wird dies sogar stündlich erfolgen. Die Stadt habe ausreichend Seife und Desinfektionsmittel besorgt. In den Sekretariaten wurden zum Schutz Spuckschutzwände angebracht.

Masken: Für den Unterricht gibt es keine Maskenpflicht. Außerhalb des Klassenzimmers, also in Gängen, Foyer, Aula, Toiletten, wird das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen.

Pflicht ist eine Maske im Schulbus. Die Schüler werden seitens der Schule sensibilisiert, möglichst mit Fahrrad oder Mofa zur Schule zu kommen.

Zudem wurden Visiere und Masken für das städtische Personal zur Verfügung gestellt.

Wer muss daheim bleiben?

Schüler wie Lehrer, die aufgrund von Vorerkrankungen oder aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe zählen, müssen nicht zur Schule zu kommen, sondern verbleiben weiterhin im Fernunterricht.

Gleiches gilt, wenn im Haushalt Personen leben, die einer der genannten Risikogruppen angehören. Für Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, werden individuelle Möglichkeiten für die Teilnahme an Prüfungen eröffnet. Über eine Nichtteilnahme am Unterricht entscheiden die Eltern. Die Schule ist allerdings darüber zu informieren, wenn ein Kind aufgrund von Vorerkrankungen nun nicht am Präsenzunterricht teilnehmen kann.

Wie geht es weiter?

„Wir gehen derzeit davon aus, dass das Kultusministerium Mitte Mai Bilanz zieht und nach den Pfingstferien die nächsten Klassen dazu nimmt. Hierzu gibt es aber noch keine konkreten Aussagen“, so die Stadtverwaltung. Auch nach dem 15. Juni werde es also nicht so sein, dass alle Klassen wieder Unterricht an der Schule haben. Aktuell werde diskutiert, wie der Betrieb stufenweise hochgefahren werden kann: „Das bedeutet, dass sich die meisten Schüler noch auf eine längere Zeit des Homeschoolings einstellen müssen.“

Zum Artikel

Erstellt:
28. April 2020, 14:01 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.