In der Eiszeit ändert sich kaum etwas

Gernsbach (ham) – Anstatt ihr Eis an der Stadtbrücke mit malerischem Blick auf Gernsbachs Altstadt genießen zu können, bekommen die Leckermäuler nun ihre Kugeln nach Hause geliefert. Dr Lieferservice des Eiscafés „Rizzardini“ kommt gut an.

Die Eiszeit kehrt zurück: Rocco Pronesti beginnt seine Nachmittagstour in Gernsbach. Foto: Metz

© ham

Die Eiszeit kehrt zurück: Rocco Pronesti beginnt seine Nachmittagstour in Gernsbach. Foto: Metz

Von Hartmut Metz

„Stracciatella, Nuss, Schoko und natürlich Vanille“ – an den Eis-Vorlieben der Murgtäler hat sich nichts geändert, unterstreicht Rocco Pronesti mit Blick auf die mehr als 30 angebotenen Frucht- und Milcheis-Sorten. Für den Besitzer des „Rizzardini“ ändert sich während der Corona-Krise nur die Art der Auslieferung. Stehen sonst die Kunden an herrlichen Tagen an der Theke Schlange oder genießen an der Stadtbrücke im Eiscafé die Sonnenstrahlen, kommt nun der Italiener zu seinen Kunden.

Der kleine Familienbetrieb nimmt von 9 bis 12 Uhr telefonisch die Bestellungen auf. Danach packen die Pronestis die Kühltaschen und -truhen mit den gewünschten Eissorten und liefern von 14 bis 20 Uhr diese mit dem Auto an die Haustür aus.

Erst in Gernsbach, Hörden und Ottenau, danach geht es in Richtung Obertsrot und Scheuern. Mindestbestellwert: die Familienpackung mit zehn Kugeln zu zehn Euro. Bezahlt werden kann derzeit aber nur bar.

Die Nachfrage in dem 1963 in Gernsbach eröffneten „Rizzardini“ bleibt ungebrochen, kaum suggerieren Sonnenstrahlen frühlingshafte Temperaturen – egal, ob diese wie am Wochenende nur wenig über dem Gefrierpunkt liegen. Am Samstag stand das Telefon beispielsweise kaum still, mancher Kunde kam erst gar nicht durch, berichtete ein Eis-Fan dem BT von besonders großer Nachfrage.

Geschäft brummt immer im Frühjahr

„Die Menge, die wir verkaufen, ist sehr unterschiedlich. Am Wochenende natürlich deutlich mehr als unter der Woche“, berichtet Pronesti, der bei der letzten großen Wirtschaftskrise anno 2008 das Eiscafé an der Murg übernommen hatte. Ihm ist während der Virus-Pandemie vor allem auch wichtig, „die Verbindung zur Kundschaft zu halten“. Dass die Eisdiele im März selbst bei „zehn Grad“ und deutlich darunter brummt, findet er hingegen wenig bemerkenswert.

„Ich bin jetzt seit mehr als 30 Jahren in dem Geschäft – und das war schon immer so, sobald es wärmer wird im Frühling!“, stellt der Gelatiere klar und erzählt vom „business as usual“ auch 2020: „Die Eisdiele macht auf, die Leute bestellen – und immer mehr als im Oktober, selbst wenn es da noch richtig warm ist.“

Zum Artikel

Erstellt:
2. April 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.