„Kleinteilige Bebauung“ am Hördelsteinerweg in Ottenau

Gaggenau (uj) – Mit einem Bebauungsplan für ein 0,32 Hektar großes Plangebiet soll in Ottenau der Weg frei gemacht werden für den Bau eines Einzelhauses und von vier Doppelhäusern. Sie sollen zwischen „Bengali“ und der Bahnlinie entstehen.

In dem kleinen Baugebiet am Hördelsteinerweg in Ottenau können ein Einfamilienwohnhaus und vier Doppelhäuser errichtet werden. Foto: Jahn

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In dem kleinen Baugebiet am Hördelsteinerweg in Ottenau können ein Einfamilienwohnhaus und vier Doppelhäuser errichtet werden. Foto: Jahn

Von Ulrich Jahn

Das geplante Baugebiet im Hördelsteinerweg in Ottenau sorgte vor einigen Jahren schon einmal für Ärger bei den Anwohnern. Auf den Grundstücken zwischen der Kreisstraße 3767 (Hauptstraße) und dem Hördelsteinerweg, zwischen „Bengali“ und der Bahnlinie sollte mehrstöckige Wohnbebauung entstehen. Doch eine Bebauung der Fläche ohne planerische Steuerung nach Paragraf 34 Baugesetzbuch schlug fehl. Nun soll laut Verwaltung mittels Bebauungsplan „eine kleinteilige und für die Umgebung verträgliche Bebauung eines Investors ermöglicht werden“.

Der Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am kommenden Montag, 20. April (Beginn 18 Uhr in der Jahnhalle), mit der Thematik befassen. Das Gelände liegt in leichter Hanglage und fällt von Norden nach Süden ab.

Das Plangebiet hat eine Fläche von rund 0,32 Hektar. Es ist im Bestand weitgehend als Freifläche oder Grünfläche zu qualifizieren, auf der sich vereinzelt Bäume befinden. Im Süd-Osten befindet sich ein gesetzlich geschütztes Biotop. Der Wiebelsbach durchquert den Geltungsbereich von Nordwesten nach Süden.

Die Aufstellung des Bebauungsplans ermöglicht die Bebauung mit einem Einfamilienwohnhaus und vier Doppelhäusern (entspricht acht Doppelhaushälften). Die Bebauung ist maximal mit zwei Vollgeschossen und einem extensiv begrünten Pultdach auszuführen. „Die Höhe der Gebäude wurde so limitiert, dass die Höhe der Terrasse der angrenzenden Cocktailbar nicht überschritten wird“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Hochwasser stets im Blick

Das Einfamilienwohnhaus darf mit maximal zwei Wohneinheiten und die Doppelhaushälften dürfen mit maximal einer Wohnung errichtet werden. Hieraus ergibt sich ein maximales Aufsiedelungspotenzial von zehn Wohneinheiten.

Die äußere Erschließung des Plangebiets erfolgt über den Hördelsteinerweg. Im südlichen Bereich würden die Wohngebäude über eine durch den Investor zu schaffende private Zufahrtsstraße erschlossen, da hier eine direkte Anbindung über den Hördelsteinerweg aufgrund der zunehmenden Steigung nicht möglich sei. Da der Hördelsteinerweg über weite Strecken ziemlich schmal ist, wird die Bebauungsplanabgrenzung so zugeschnitten, dass eine durchgängige Aufweitung des Hördelsteinerwegs unmittelbar außerhalb der Grenze des Geltungsbereichs auf 5,50 Meter möglich ist.

Da diese Maßnahme in der aktuellen Haushaltsplanung der Stadt Gaggenau nicht vorgesehen ist und die Wohngebäude wohl vor der Aufweitung errichtet werden sollen, würde dies voraussichtlich dazu führen, dass einzelne Wohngebäude und Stellplätze, die private Zufahrtsstraße sowie Müllsammelplätze nicht direkt verkehrlich erschlossen werden könnten. Um dies zu vermeiden, ist es vorgesehen, mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag zu schließen, der diesen verpflichtet, eine provisorische Anbindung der Anlagen auf eigene Kosten herzustellen, bis die Aufweitung des Hördelsteinerwegs vorgenommen worden ist.

Zur Organisation des ruhenden Verkehrs werden im Bebauungsplan Flächen für Garagen und Stellplätze definiert. Zudem werden die bereits andernorts in Ottenau angewandten Vorgaben einer Erhöhung der Zahl der Stellplätze analog festgesetzt.

Das Plangebiet befindet sich laut Verwaltung zu großen Teilen im Bereich eines 100-jährlichen Hochwassers und damit in einem Überschwemmungsgebiet.

Zur Prüfung der wasserrechtlichen Anforderungen zur Bebauungsplanaufstellung innerhalb des Überschwemmungsgebiets wurde eine fachtechnische Stellungnahme zum Hochwasserschutz durch das Büro Dr. Hutarew & Partner (Pforzheim) erarbeitet.

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Erstellt:
17. April 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
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