Kultur kehrt in den Kurpark zurück

Gernsbach (red) – Endlich wieder mundgemachte Musik live erleben: Das konnten die Gäste am Sonntag im Gernsbacher Kurpark, in dem die Alphornbläser das erste Kurkonzert des Jahres gaben.

Das erste Kurkonzert des Jahres in Gernsbach gaben am Sonntag die Alphornbläser. Foto: Ludwig Merkel

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Das erste Kurkonzert des Jahres in Gernsbach gaben am Sonntag die Alphornbläser. Foto: Ludwig Merkel

Von Dagmar Uebel

Keine Auftrittsmöglichkeiten für Sänger und Chöre, die Chancen für Blasmusiker und Orchester sind derzeit kaum größer: Da stellte das Mini-Konzert der Alphornbläser am Sonntag im Gernsbacher Kurpark schon eine erfreuliche Ausnahme dar.

Ursprünglich von den Musikern und der Stadtverwaltung für die Nachmittagsstunden geplant, genossen trotz hochsommerlicher Temperaturen schon in den Vormittagsstunden geschätzte 40 Parkbesucher die Livemusik in der Konzertmuschel.

Die inmitten praller Sonne sorgsam aufgestellten Sitzreihen lösten sich schon vor Konzertbeginn auf, die Besucher platzierten ihre Stühle im Schatten der Kurpark-Bäume oder nutzten die umgebenden Parkbänke. Und die kurzweiligen Minuten lohnten sich, wie ein Besucher feststellte: „Da brauchen wir ja gar nicht in die Schweiz zu fahren.“

In seiner kurzen Begrüßung freute sich Ludwig Merkel über den trotz Hitzegraden guten Besuch, und stellte wieder einmal fest, dass es unter den Murgtälern viele Liebhaber alpenländischer Musik gibt. Fast eine Stunde lang bewiesen die vier zünftig gekleideten Gernsbacher Ludwig Merkel und Hans Lehmann, Siegfried Zeitvogel aus Rauental und der Baiersbronner Helmut Schmidt, wie faszinierend Alphörner klingen.

Nächster Auftritt am 13. September

Nachdem der Einsatz zählend gegeben worden war, erklang das erste Stück: Erich Zicks „Vom Schrofa ra“. Es folgten „die Lumberjack-Polka“ (Ralf Denninger), Berthold Schicks „Marsch de Alp“, Walter Klaus‘ Komposition „Lustige Brüder“ und der „Alphorn-Choral“ (Johann Aregger), um nur einige der gespielten Titel zu nennen. Als Hommage an das Publikum intonierte das Alphornquartett auch Berthold Schicks „Schwarzwaldgruß“, und auch sein „Gernsbacher Alphorngruß“ fehlte nicht. Ob besinnlich oder temperamentvoller: alles Kompositionen, die das wunderbare Gefühl von Natur, Weite, Freiheit und Heimatverbundenheit verströmten.

Zwischen den gespielten Titeln erzählte Merkel kleine Besonderheiten der gespielten Stücke. Überraschend war für manche Zuhörer, dass das über 3,60 Meter lange, aus mehreren Teilstücken zusammensteckbare Instrument ganz ohne Klanglöcher oder Klappen funktioniert und nur von den Lippen der Instrumentalisten gespielt wird.

In der freien Natur weit hörbar, sind die Möglichkeiten des vor allem in Österreich und in den bayerischen Alpen weit verbreiteten Instruments an die Tonfolgen der Naturtonreihe gebunden. Überraschend war für viele auch, dass das imposante Instrument aus Holz gefertigt ist, aber zu den Blechblasinstrumenten gehört.

Ohne dass eine sichtbare Leitung erkennbar war, war klar, dass alle vier Musiker, seit elf Jahren im Zusammenspiel, mit Leib und Seele bei der Sache sind. Nachdem sich zwischendurch und ganz zum Schluss die Zuhörer mit Beifall bei den Musikern bedankt hatten, erfüllten diese den zugerufenen Wunsch nach einer Zugabe mit Hans-Jürg Sommers „Abendruhe“ gerneugleich kündigte Ludwig Merkel weitere Alphorn-Klänge an: Am Sonntag, 13. September, am gleichen Platz, aber dann zusammen mit dem Eichbaum-Trio aus Staufenberg.

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Erstellt:
10. August 2020, 16:30 Uhr
Lesedauer:
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