Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Mammutprojekt auf der Zielgeraden

Gernsbach/Loffenau (stj) – Die sukzessive Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik läuft in Gernsbach schon seit sechs Jahren. Jetzt biegt das Projekt auf die Zielgerade ein: Restarbeiten stehen noch in Scheuern, Obertsrot und Reichental aus.

Alt neben neu: In Obertsrot an der Ecke Ätzenbachstraße / Bergstraße hängt eine mit Freileitungen versorgte Überspannungsleuchte neben einer neuen LED-Straßenlampe. Foto: Juch

© stj

Alt neben neu: In Obertsrot an der Ecke Ätzenbachstraße / Bergstraße hängt eine mit Freileitungen versorgte Überspannungsleuchte neben einer neuen LED-Straßenlampe. Foto: Juch

Von Stephan Juch

Der Austausch der Straßenbeleuchtung ist ein echtes Mammutprojekt, das in Gernsbach schon seit sechs Jahren läuft: Im April 2014 hat der Gemeinderat dem Sanierungskonzept für die größtenteils veralteten Straßenlampen zugestimmt und den Startschuss dafür gegeben, den Großteil der insgesamt 2 326 Leuchtmittel zu modernisieren. Bis 2019 sollten alle Quecksilberdampf- und Natriumdampflampen sowie Überspannungen nach und nach auf LED-Technik umgerüstet werden. Doch fertig ist man noch nicht.

Wie die Stadt Gernsbach auf BT-Anfrage informiert, laufen derzeit noch entsprechende Arbeiten in Scheuern. In dem Stadtteil war der Altbestand auf einem größeren Straßenstück ausgefallen, weshalb man wegen der Verkehrssicherungspflicht zunächst dort tätig werden musste. Weitere Umrüstungen sind noch in Reichental, Obertsrot und eben in Scheuern notwendig. „Bei den Arbeiten ist es teilweise auch notwendig, an den Verteilerschränken in den Häusern zu arbeiten. Wegen Covid 19 kann dies momentan allerdings nicht erfolgen. So weit es geht, werden alle anderen Arbeiten sukzessive ausgeführt“, erklärt die städtische Pressestelle zum Stand der Dinge.

Als das Großprojekt begonnen wurde, gab es in der Papiermacherstadt circa 20 verschiedene Straßenbeleuchtungssysteme. Bis auf wenige Ausnahmen waren die Lampen allesamt nicht zukunftsfähig – sie fraßen zu viel Strom, waren umweltschädlich und kosteten zu viel Geld.

Kritik an Umsetzung in Reichental und Obertsrot

Zuerst ging es den alten Quecksilberdampflampen an den Kragen, deren Vertrieb Ende 2014 ohnehin eingestellt wurde und es seither keine Ersatzteile mehr gibt. Der rund 180 000 Euro teure Austausch der ersten 182 Leuchten wurde damals aus dem „Energie- und Klimafonds“ des Bundesministeriums mit 36 000 Euro bezuschusst. Im Jahr darauf folgten 245 (Kosten: 195 000 Euro) und 2016 weitere 191 Leuchten (246 500 Euro). Vergangenes Jahr sollte die stufenweise Sanierung der Straßenbeleuchtung mit dem Tausch der letzten 141 Leuchten ihren finalen Abschluss finden. Problematisch ist der Austausch der Leuchten vor allem bei den Überspannungen, die es zum Beispiel noch in Obertsrot gibt. Dort hängen mitunter bereits alte neben den neuen LED-Lampen (siehe Foto).

Während die Vorgehensweise zur Umrüstung der Straßenbeleuchtung kommunalpolitisch einvernehmlich auf den Weg gebracht wurde, gibt es an der Art und Weise der Umsetzung vereinzelte Kritik im Stadtgebiet. So monierte ein Reichentäler Bürger im Ortschaftsrat mehrfach ein „nicht fachgerecht verlegtes Stromkabel“ im Zuge der Installation der neuen Straßenbeleuchtung; auch in Obertsrot kam es diesbezüglich zu Klagen, weil der Abbau der alten Lampen nur unzureichend erfolgt sei (zum Teil blieben die Drahtseile der Überspannungsleitungen einfach an den Häusern hängen).

Auch Loffenau bei der Umrüstung in den letzten Zügen

Seit 2017 arbeitet auch die Gemeinde Loffenau an der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik, für die damals im Gemeinderat Gesamtkosten in Höhe von rund 486 500 Euro kalkuliert worden waren. Zuerst waren die alten Kofferleuchten an der Reihe, danach die Bogenleuchten, die sukzessive durch Retrofit-Lampen ausgetauscht wurden. 2019 und 2020 sollten die Pilzleuchten und die nostalgischen Lampen folgen.

Ganz fertig ist die Gemeinde mit dem Projekt noch nicht, wie Daniela Tamba, Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste in der Gemeindeverwaltung, auf BT-Anfrage mitteilt. Inzwischen komplett ausgetauscht seien die nostalgischen Leuchten, die ebenfalls durch Retrofit-Lampen ersetzt worden sind. Was noch fehlt sind die Pilzleuchten.

Diese werden allerdings zunächst nicht komplett umgerüstet, informiert Tamba. Das hat zwei Gründe: Zum einen funktionierten sie noch einwandfrei, zum anderen sei der Austausch oft sehr aufwendig und dementsprechend teuer, erklärt die Amtsleiterin.

Pilzleuchten gibt es in Loffenau in der Waldstraße, im Bocksteinweg, in der Ostendstraße, im Rheinblick und in der Erdbrüchlestraße. Erneuert werden die Pilzleuchten lediglich in letzterer. Das Problem an den anderen Standorten sei die Tatsache, dass die Lampen ihre Fundamente in Stützmauern haben, die dann teilweise ebenfalls erneuert werden müssten.

Deshalb werde man den Austausch dort bedarfsbedingt angehen und nicht auf einmal erledigen. Auf diese Vorgehensweise hat sich der Gemeinderat geeinigt. Für die Maßnahme erhält die Gemeinde Loffenau auch Mittel aus dem Ausgleichsstock. Nicht umgesetzt werden soll der Austausch der Straßenlampen im Bereich Pfarrberg.

Zum Artikel

Erstellt:
3. April 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 03sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.