Millionen für Forbacher Wasserversorgung

Forbach/Stuttgart (red/ham) – Die Gemeinde Forbach muss die Wasserversorgung in allen Ortsteilen sichern. Das kostet Millionen. Nun gibt es einen hohen Zuschuss vom Land.

Das Wasserwerk Schwarzenbach ist bereits am Netz. Die Planung für die zukünftige Wasserversorgung in Hundsbach wird inzwischen vorangetrieben. Foto: BT-Archiv/Gemeinde Forbach

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Das Wasserwerk Schwarzenbach ist bereits am Netz. Die Planung für die zukünftige Wasserversorgung in Hundsbach wird inzwischen vorangetrieben. Foto: BT-Archiv/Gemeinde Forbach

Von Hartmut Metz

Gute Nachricht für Forbach in finanziell schwierigen Corona-Zeiten: Das Land Baden-Württemberg unterstützt die Neuordnung der Wasserversorgung in Forbach mit insgesamt 2,9 Millionen Euro. Dies teilte das Umweltministerium am Dienstag in Stuttgart mit. Die Summe entspricht mehr als 30 Prozent der geplanten Investitionen.

Umweltminister Franz Untersteller begründete die erneute Unterstützung der Kommune mit der Aussage: „Wir wollen die Menschen im Land gleichermaßen und dauerhaft mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser versorgen.“ Bereits im vergangenen Jahr hatte Forbach für den Einbau von Ultrafiltrationsanlagen in den Versorgungsgebieten Rote Lache, Gausbach, Langenbrand und Herrenwies eine Zuwendung von rund 670 000 Euro erhalten.

2,9 Millionen Eruo vom Land

Der neue Zuschuss des Landes in Höhe von 2,9 Millionen Euro ist für den Bau eines Wasserwerks mit Ultrafiltrationsanlage bestimmt. Das Wasserwerk soll in Hundsbach entstehen. Zudem ist eine Ersatzwasserleitung von Hundsbach nach Forbach geplant. Die Rathausverwaltung hatte für die Projekte im September 2019 einen Zuschussantrag nach der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft gestellt. Die Maßnahme war trotz der hohen Kosten im Gemeinderat einstimmig erfolgt, weil die Wolfslochquelle nicht alleine ausreicht, um den künftigen Bedarf zu decken – und vor allem der Klimawandel einen Rückgang der Quellschüttung erwarten lässt (das BT berichtete).

Daher plädierte das beauftragte Fachbüro RBSwave für eine Konzeptänderung, um weiterhin die Versorgung der Ortsnetze in Hundsbach, Viehläger und Erbersbronn gewährleisten zu können. Die Wolfsloch- und die Schmitzbrunnenquelle werden dafür zusammengelegt. Das neue Wasserwerk soll an der Weiherbrücke in Hundsbach entstehen. Dort seien Kontroll- und Wartungsarbeiten leichter durchzuführen, hieß es im Vorjahr im Gemeinderat zur Begründung.

„Mit dem aktuellen Zuschuss kann die Gemeinde einen weiteren Baustein für eine zukunftsorientierte Wasserversorgung realisieren“, kommentierte Umweltminister Franz Untersteller gestern den Zuschuss in Stuttgart. „Dank des neuen Wasserwerks können die bakteriellen Verunreinigungen der Wolflochs- und Schmitzbrunnenquelle behoben werden“, erläuterte der Grüne zudem. Davon würden vor allem die Menschen in den Ortsteilen Hundsbach und Viehläger profitieren. Sie könnten sich auf stets einwandfreies Trinkwasser verlassen. „Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel“, betonte Untersteller. „Ein großes Anliegen der Landesregierung ist es daher, die Bürger im Land dauerhaft mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen. Jeder Euro, den wir unseren Kommunen dafür zur Verfügung stellen, ist gut investiert.“

Insgesamt stellt das Land den Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg in diesem Jahr fast 40 Millionen Euro für Investitionen in eine moderne Wasserversorgung zur Verfügung. Das bedeutet ein Plus von zehn Millionen Euro gegenüber 2019.

Strukturverbesserung erforderlich

Im Rahmen eines durch Landesmittel geförderten Strukturgutachtens im Jahr 2017 waren für die Gemeinde Forbach zahlreiche strukturverbessernde Maßnahmen für eine zukunftsorientierte Wasserversorgung erarbeitet worden. Aufgrund der topografischen Herausforderungen im Murgtal entschied sich die Gemeinde damals für den Neubau eines Wasserwerks mit Ultrafiltrationsanlage zur Versorgung der Ortsteile Hundsbach, Viehläger und Biberach. Zudem wird dadurch der Neubau einer 8,6 Kilometer langen Ersatzwasserversorgungsleitung vom Wasserwerk Hundsbach nach Forbach mit Anschluss der umliegenden Ortsteile an die Ersatzwasserleitung erforderlich.

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Erstellt:
14. Juli 2020, 19:00 Uhr
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