PFC-Deponie: Landkreis sucht Alternativen

Gaggenau/Rastatt (red) – Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises plant ein vorgezogenes Gutachten zu möglichen Alternativ-Standorten für eine PFC-Deponie im Landkreis Rastatt.

Der Siedlungsrand von Oberweier liegt rund 600 Meter vom südlichen Rand der Deponie entfernt. Nordwestlich vom Ortsteil Niederweier verläuft die Zufahrt. Grafik: Landratsamt Rastatt

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Der Siedlungsrand von Oberweier liegt rund 600 Meter vom südlichen Rand der Deponie entfernt. Nordwestlich vom Ortsteil Niederweier verläuft die Zufahrt. Grafik: Landratsamt Rastatt

„In Abstimmung mit der Stadt Gaggenau vor dem Hintergrund der andauernden Diskussion über die Überplanung der Deponie ,Hintere Dollert´ in Gaggenau-Oberweier“ erfolge das Vorgehen, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. Es gehe um ein vorgezogenes Gutachten zu möglichen Standort-Alternativen im Landkreis und Entsorgungsmöglichkeiten für PFC-belasteten Bodenaushub außerhalb des Landkreises. Der Entscheidungsprozess werde sich dadurch nicht verlängern. Dies geben der Erste Landesbeamte Dr. Jörg Peter und der Gaggenauer Oberbürgermeister Christof Florus bekannt. Ziel des gesamten Prozesses ist es, die „Entsorgungssicherheit im Landkreis Rastatt mit einer soliden und zielgerichteten Planung auf lange Sicht zu gewährleisten“.

Grundlage der Entscheidung ist das Ergebnis der vom Abfallwirtschaftsbetrieb in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie für eine Überhöhung der Deponie „Hintere Dollert“ in Oberweier und die dabei realisierbare Einrichtung eines separaten Deponiebereichs für die Ablagerung von PFC-belasteten Bodenaushub.

„Zügig Bedenken aufgreifen“

Zum jetzigen Zeitpunkt liegen lediglich die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor, die der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Mit dem eigentlichen Planfeststellungsverfahren wurde noch nicht begonnen. „Die Prüfung von Standortalternativen ist im Planfeststellungsverfahren zur Planrechtfertigung grundsätzlich ein zentraler Bestandteil und in jedem Fall vorzunehmen“, betont die technische Betriebsleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs im Landkreis Rastatt, Regine Krug. „Wir erachten es als zielführend, insbesondere die Bearbeitung der mit einem möglichen PFC-Ablagerungsbereich entstandenen Fragen sowie die Prüfung von Standortalternativen bereits zum jetzigen Zeitpunkt vorzuziehen und dem Planfeststellungsverfahren voranzustellen. So können wir zügiger die in den vergangenen Wochen aufgeworfenen Bedenken und Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger aufgreifen und müssen nicht erst den Fortschritt des Planfeststellungsverfahrens abwarten“, erläutert der Erste Betriebsleiter Dr. Jörg Peter.

Das Gutachten soll sich – was Oberbürgermeister Christof Florus ausdrücklich begrüße – neben der Deponie „Hintere Dollert“ mit den vorhandenen Deponien in Bühl-Balzhofen, Rastatt, Durmersheim und Gernsbach als Alternativstandorte befassen und gleichzeitig prüfen, ob andere Flächen im Landkreis Rastatt oder auch Verwertungs- und Entsorgungsmöglichkeiten außerhalb des Landkreises in Betracht kommen.

„Wir sehen mit dieser Vorgehensweise nur Vorteile: Das vorgezogene Gutachten wird zu fundierteren Ergebnissen führen, als es eine Machbarkeitsstudie vermag, um die brennendsten Fragen der Bürgerinnen und Bürger schneller beantworten zu können. Gleichzeitig verzögert sich der Gesamtprozess jedoch nicht, da diese Überprüfung dann zum späteren Zeitpunkt entfällt“, so Dr. Jörg Peter abschließend.


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