Schnelle Hilfe in wirtschaftlicher Not

Gernsbach (red) – Landtagsabgeordneter Thomas Hentschel setzt sich in der Corona-Krise als „Politiker von nebenan“ für Betroffene seines Wahlkreises ein und unterstützt in wirtschaftliche Not geratene Bürger auf dem Weg zur finanziellen Soforthilfe.

Setzt sich für krisengeplagte Bürger seines Wahlkreises ein: Landtagsabgeordneter Thomas Hentschel. Foto: vgk

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Setzt sich für krisengeplagte Bürger seines Wahlkreises ein: Landtagsabgeordneter Thomas Hentschel. Foto: vgk

Die Folgen der verordneten Vollbremsung für Wirtschaft und Gesellschaft aufgrund der Corona-Krise werden sich erst nachfolgend zeigen. Insbesondere Künstler, Schauspieler oder Einzelhändler sowie freie Journalisten treffen die daraus resultierenden finanziellen Unsicherheiten hart. Als sich BT-Mitarbeiterin Veronika Gareus-Kugel vor wenigen Wochen aus der über sie verhängten Quarantäne meldete, sah die berufliche Zukunft für sie und ihre Kollegen düster aus.

„Eine Situation, die schwer zu akzeptieren ist, wenn plötzlich alle Einnahmen wegbrechen, aber die Kosten bleiben“, erzählt die unter dem Kürzel vgk fürs BT schreibende Journalistin: „Nicht der Retter in der Not, aber hilfreich und ein guter Gesprächspartner war in diesen Zeiten der Landtagsabgeordnete und Gernsbacher Gemeinderat Thomas Hentschel (Bündnis 90/ Die Grünen) für mich. Ihn schrieb ich an, als Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) Hilfen für die gebeutelte Wirtschaft ankündigte, um darauf hinzuweisen, dass es nicht nur Arbeitsplätze in der Großindustrie zu sichern gilt, sondern das wirtschaftliche Leben in Deutschland um viele Facetten reicher ist.“

Gedanken, die den Landtagsabgeordneten und seine Kolleginnen und Kollegen ebenfalls schon bewegten: „Uns war klar, dass die Krise auch auf Soloselbstständige, Künstler, die nicht mehr auftreten können, oder Gastronomen durchschlägt, dass sich der neudeutsch genannte Lockdown (unterbinden von Kontakten) durch alle gesellschaftlichen Schichten ziehen wird. Ebenso, dass dieselben oftmals keine ausreichenden Rücklagen bilden können und deren Anliegen in der Öffentlichkeit selten wahrgenommen werden.“

Hentschel klemmte sich hinter das Thema und hielt Veronika Gareus-Kugel und viele andere, die für ihn über die sozialen Medien erreichbar waren, mit Neuigkeiten aus dem Landtag und zu den gefassten Beschlüssen auf dem Laufenden.

„Ein ,Weiter so‘ darf es nicht geben“

Die Schnelligkeit des Verfahrens erstaunt den MdL immer noch. Innerhalb von drei Tagen wurden von den Abgeordneten diesbezügliche Beschlüsse gefasst (19. März), um die wirtschaftlichen Nachteile für Kleinbetriebe, Soloselbstständige, Kinobesitzer oder Schauspieler unter anderem mit Einmalzahlungen abzufedern; von der schwarzen Null abzuweichen, den Kreditrahmen zu erweitern und den Haushalt um sechs Milliarden aufzustocken. Gleichfalls die Möglichkeit zu schaffen, der Beantragung von Grundsicherung ohne die Prüfung des Wohnraums und des Vermögens.

„Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich im Kontakt stehe, haben zwischenzeitlich das von ihnen beantragte Geld zur Überbrückung bekommen, ich eingeschlossen“, freut sich Gareus-Kugel.

„Die schnelle Hilfe war uns wichtig“, so Hentschel. Die Ausweitung des Kurzarbeitergelds sowie eine dementsprechende beschleunigte Verfahrensdauer von rund 14 Tagen ebenfalls. „Und die Unternehmen machen Gebrauch davon“, erzählt der Landtagsabgeordnete aus dem Murgtal im Gespräch mit dem Badischen Tagblatt. Ebenso zeigt sich Hentschel davon überzeugt, dass es Trittbrettfahrer geben wird. „Aber alles zu prüfen, würde bedeuten, dass die Leute zwischenzeitlich verhungern“, betont der MdL und Gernsbacher Gemeinderat und fügt ergänzend hinzu, dass die Corona Pandemie schlimmere Auswirkungen haben werde als die Wirtschaftskrise 2008/ 2009.

Doch auch Kritik hat der Grünen-Politiker anzubringen. Was ihm fehle, sei europäische Solidarität und ein Schnelleres reagieren auf dieser Ebene. „Das ist eine Notsituation, da müssen wir zusammenstehen“, legt Hentschel dar. Außerdem sinniert er darüber, dass Videokonferenzen Parlamentssitzungen nur bedingt ersetzen können und Abstimmungen nicht so einfach online durchzuführen seien.

Zudem führt er aus, dass der wirtschaftliche Neustart der Zeitpunkt sein müsse, Klima-, Umwelt- und Naturschutz sowie soziale Sicherheit wieder verstärkt in den Mittelpunkt zu rücken. Im Gesundheitssystem gebe es Kapazitäten aufzubauen. „Ein ,Weiter so‘ darf es nicht geben“, meint der Grünen Politiker.


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