Spezial-Rollstühle für Burkina Faso

Gaggenau (red) – Ein Freundeskreis aus Selbach freut sich über eine erfolgreiche Spendenaktion.

Für sieben Menschen in Ouagadougou konnten nun Rollstühle angeschafft werden. Foto: AMPO

Für sieben Menschen in Ouagadougou konnten nun Rollstühle angeschafft werden. Foto: AMPO

Sieben Spezial-Rollstühle, die dazu geeignet sind, auf schlechten Strecken und in weglosem Gelände eingesetzt zu werden: Diese Spende für Menschen in Burkina Faso hat sich bewährt, berichtet der „AMPO-Freundeskreis Susanne Lehmann“ aus Selbach.

Seit über elf Jahren engagiert sich der Freundeskreis für die Hilfsorganisation „AMPO International“ in Ouagadougou der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso. Im Frühjahr 2020 rief der Freundeskreis dazu auf, zugunsten von „AMPO International“ zu spenden. Alle Spenden waren zweckgebunden für die Herstellung von Spezial-Rollstühlen. Die Aktion spielte einen Betrag von insgesamt 1.800 Euro ein.

Die private Hilfsorganisation „AMPO International“ betreibt in Ouagadougou Waisenhäuser, ein Frauenhaus, eine biologische Lehrfarm, ein Lehr-Restaurant, eine öffentliche Ambulanz, ein Wohnheim für Auszubildende sowie mit „Handicap-Mobile“ auch eine Rollstuhlwerkstatt, in der unter anderem die Spezial-Rollstühle hergestellt wurden.

Terror erschwert die HIlfe

Durch die enge Verbindung zum Selbacher Freundeskreis waren die Initiatoren Helmut Timper und Thea Lehmann über Herstellung und Verteilung der Rollstühle nach eigenem Bekunden jederzeit aus erster Hand informiert. Jetzt liegt dem Freundeskreis ein Dankschreiben aus Burkina Faso vor, in dem berichtet wird, dass die Rollstühle inzwischen an die dankbaren neuen Besitzer übergeben wurden. Wörtlich heißt es dort: „Dadurch wurde neben der Freude der neuen Besitzer*Innen den Mitarbeitern der Rollstuhlwerkstatt fast ein Monatsgehalt gesichert.“ Aufgrund der Covid-19-Pandemie und der Regenzeit war die Übergabe der Dreiräder erst ab Juli möglich. Während der Regenzeit konnten viele Menschen nicht nach Ouagadougou kommen, weil die Straßen unzugänglich waren. Zwischen Juli und September konnten die Dreiräder übergeben werden. Zum Beispiel an Irene Korongo. Sie ist 14 Jahre alt, wurde taubstumm geboren und ist teilweise gelähmt. Wegen ihrer Behinderungen lebt sie sehr zurückgezogen. Das Dreirad werde ihr ermöglichen, auszugehen und ein soziales Leben zu führen.

Limata Koudougou ist Hausfrau, verheiratet, Mutter von zwei Kindern und stark gehbehindert. Sie hilft ihrem Mann auf den Feldern. Sie plant nun, ein kleines Geschäft anzufangen, um ihrer Familie zu helfen.“

Die „Handicap-Mobile-Mitarbeiter“, betreuen mit ihrer Werkstatt Pick-up regelmäßig die Dörfer im Umkreis von bis zu 150 Kilometern, um Ouagadougou, um die Rollstühle zu reparieren und mit Ersatzteilen zu versorgen. Dies sei bei der Unwegsamkeit großer Teile des Landes und bei der stark steigenden Terrorismusgefahr in Burkina Faso nicht nur zeit- und kostenaufwendig, sondern inzwischen leider auch lebensgefährlich geworden.

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Erstellt:
28. September 2020, 16:00 Uhr
Lesedauer:
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