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Vertrauen aufbauen zu Mika und Milo

Ötigheim (marv) – Einmal pro Woche bekommt die Außenstelle des Ötigheimer Kindergartens St. Michael Besuch von den Kindergartenhunden Mika und Milo. Die zwei Mini Australian Shepherds gehören der Erzieherin Alexandra Gulde und sind Teil des pädagogischen Konzepts (Foto: Lauser).

Teil des pädagogogischen Konzepts von St. Michael: Die Kindergartenhunde Mika und Milo (vorne) mit ihrer Besitzerin, der Erzieherin Alexandra Gulde. Lauser

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Teil des pädagogogischen Konzepts von St. Michael: Die Kindergartenhunde Mika und Milo (vorne) mit ihrer Besitzerin, der Erzieherin Alexandra Gulde. Lauser

Von Marvin Lauser

Ötigheim – In der Außenstelle des Ötigheimer Kindergartens St. Michael herrscht Vorfreude. Im Bewegungsraum der Einrichtung sitzen elf Kinder in Reih und Glied auf einer Turnbank. Aufgeregt lassen einige der Vier- bis Sechsjährigen ihre Beine vor- und zurückbaumeln. Durch die geöffnete Tür sind Schritte zu hören. Erzieherin Alexandra Gulde kommt mit ihren beiden „Co-Pädagogen“ die Treppe runter. Die Spannung steigt. Die Kinder wissen bereits, wer da kommt. Die Stars der Einrichtung: die Kindergartenhunde Mika und Milo.

Die beiden Mini Australian Shepherds kommen seit Februar jeden Montag, um mit den 35 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren zu spielen, dabei erlernen diese den richtigen Umgang mit den Hunden, und Vertrauen zu Tieren aufzubauen. Gulde, Besitzerin der beiden Vierbeiner, hat sie im vergangenen Jahr von Juli bis November bei Tine Hetzl im Ausbildungszentrum „Hand in Pfote“ in Rheinmünster zu Kindergartenhunden ausbilden lassen. Inhalte der theoretischen Prüfung waren zum Beispiel: Lernverhalten und Kommunikation des Hundes, Rahmenbedingungen und Wirkweisen tiergestützter Interventionen sowie die Erarbeitung eines Konzepts für den Umgang mit Kindergartenkindern.

Der wichtigste Teil der pädagogischen Arbeit mit Hund und Kind ist das Erlernen von Regeln. Mithilfe von Motivkarten bringt Gulde den Mädchen und Jungen den richtigen Umgang mit Hunden bei. Dazu gehört auch, zu lernen, wie man sich einem unbekannten Hund gegenüber verhält. Einer der Jungs macht es vor. Wenn ein fremder Hund schnell auf einen zukommt, kann man sich einfach von ihm wegdrehen, die Arme verschränken und den Kopf nach oben recken, so passiert in der Regel auch bei stürmischen Hunden nichts.

„Kinder und Hunde haben viele Gemeinsamkeiten, zum Beispiel den natürlichen Drang zu spielen“, erklärt die Erzieherin Gulde. „Wir bringen den Kindern bei, dass Hunde keine Spielzeuge, sondern Lebewesen sind.“ In Form von Spielen, zum Beispiel einer Art Memory mit Würfeln, farbigen Karten und Leckerlis, lernen beide Seiten Vertrauen zueinander aufzubauen und in Kontakt zu kommen. Bedenken seitens der Eltern gebe es keine, sagt Gulde, im Gegenteil, die Kinder könnten sich in ihrem eigenen Tempo individuell an die Tiere rantasten. „Manche Kinder trauen sich anfangs nicht, weil sie keine Tiere zu Hause und Respekt vor Hunden haben“, berichtet Gulde. „Meist stehen sie dann im Türrahmen, aber nach und nach trauen sie sich dann dazu“. Es werde keiner zur Teilnahme oder zum Füttern gezwungen.

Nach maximal 30 Minuten ist der Arbeitstag von Mika und Milo vorbei und für die Kinder heißt es Händewaschen. In Zukunft sollen die Kinder, wenn sie St. Michael als Abc-Schützen in Richtung Grundschule verlassen, einen Hundeführerschein erhalten. Bis dahin können sich die Kids aber noch auf viele Stunden mit den „M&M’s“ freuen.

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Erstellt:
1. Oktober 2019, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 24sec

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