Ziel: Sichere Arbeitsplätze

Gaggenau (vgk) – Von einer „anderen Tarifrunde als normal“ sprach bei der Jahresauftaktpressekonferenz die erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, Claudia Peter.

„Wir wollen Automobilstandort bleiben“, betont Claudia Peter, erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau. Foto: Andreas Pleines/IG Metall

© Andreas Pleines IG Metall

„Wir wollen Automobilstandort bleiben“, betont Claudia Peter, erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau. Foto: Andreas Pleines/IG Metall

Von einer „anderen Tarifrunde als normal“ sprach bei der Jahresauftaktpressekonferenz am Montag die erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, Claudia Peter. Im Mittelpunkt der Tarifrunde solle die Zukunft der Arbeitsplätze stehen. Einer der Unsicherheitsfaktor ist die konjunkturelle Entwicklung, auch auf dem internationalen Markt. Es gebe zwar keine Rezession, jedoch sei die wirtschaftliche Delle spürbar. „Die Wirtschaft dümpelt“, sei zu lesen. Auch sei von einem weiteren Produktionsrückgang in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg auszugehen. Gleichwohl sei die Situation nicht mit der Krise 2008/2009 vergleichbar.

Der private Konsum sei einer der Stabilitätsfaktoren und aktueller Konjunkturmotor. Sicher sei deshalb, dass auch am Ende der anstehenden Tarifrunde ein Plus für die Beschäftigten herauskommen müsse. Auf eine konkrete Prozentforderung wird aber seitens der Gewerkschaft bislang verzichtet.

Vielmehr richtet diese den Blick auf ein mit den Arbeitgebern gemeinsam zu schnürendes Zukunftspaket. Die Eckpunkte: Sichere Jobs, mehr Qualifizierung und Bonuszahlung sind in einem umfassenden Moratorium festgehalten. Bis zum 3. Februar hatten die Arbeitgeber Zeit, sich dazu zu äußern.

Als stabil bezeichnete Peter die gegenwärtige Situation in den Betrieben. Es würden keine Firmen im Einzugsbereich Kurzarbeit oder Massenentlassungen planen.

Eines der großen Zukunftsthemen soll deshalb die Transformation innerhalb der Unternehmen sein. Das bedeute Qualifizierung von Stammpersonal. Als Beispiel nannten Betriebsräte unter anderem die Fortbildung ungelernter oder angelernter Mitarbeiter in Richtung Elektromobilität und Digitalisierung.

„Automobilstandort bleiben“

Gleichfalls gelte es, mit Weitblick neue Produktionsreihen an sich zu ziehen, um die Arbeitsplätze in der Region zu sichern. Dort, wo Betriebsräte mitbestimmen können, gehe es bereits in diese Richtung. So habe Siemens ein Ausbildungsprogramm für 40- bis 45-Jährige aufgelegt. Vorrangiges Ziel sei in jedem Fall das Halten von Arbeitsplätzen auch in der Produktion, wie Peter ausführte.

Im März ist ein Treffen des regionalen Transformationsbeirats vorgesehen, wo die Veränderungen auf dem Weg „vom Verbrennungsmotor zum Elektromotor“ weiter diskutiert werden sollen. „Wir wollen Automobilstandort bleiben“, bekräftigte Peter.

Für IGM-Mitglieder soll zudem ein Nachhaltigkeitsbonus vereinbart werden. Auch die Ausbildung soll bei den Tarifauseinandersetzungen eine Rolle spielen. Da gebe es einiges zu verbessern. Das Ziel ist ein neuer und moderner Tarifvertrag für alle Azubis.

Ebenso sei es gelungen, ein Tarifergebnis für Leiharbeiter zu erzielen. Wie berichtet, erhöht sich deren Entgelt ab 1. April um 1,9 Prozent. Zudem ist es zum ersten Mal gelungen, in Tarifverhandlungen mit den Firmen Schmitt in Ötigheim und Rhenus in Rastatt einzusteigen.

Claudia Peter wird sich beim Gewerkschaftstag am 1. April in der Badner-Halle in Rastatt der Wiederwahl stellen. Als Stellvertreter kandidiert Bodo Seiler. Am 19. Februar findet die zweite örtliche Tarifkonferenz statt.

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Erstellt:
5. Februar 2020, 00:00 Uhr
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