Zusammenhalt in der Krisenzeit

Gaggenau (red) – Der Cap-Markt in Bad Rotenfels ist frequentiert wie nie zuvor: Gerade in der Corona-Krise nutzen viele Anwohner das kleine Lebensmittelgeschäft, um ihren täglichen Bedarf zu decken. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, sagt dessen Leiterin Doris Irth.

Jo Mayr, Inhaber des Baumarkts Profi-Schiffmacher, vor der Wursttheke des Cap-Markts Bad Rotenfels mit Fleischereifachverkäuferin Silvia Koschenz. Foto: Lebenshilfe

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Jo Mayr, Inhaber des Baumarkts Profi-Schiffmacher, vor der Wursttheke des Cap-Markts Bad Rotenfels mit Fleischereifachverkäuferin Silvia Koschenz. Foto: Lebenshilfe

Von Ulrich Jahn

Nachdem bis Mitte März noch im Normalbetrieb gearbeitet wurde, sind heute der Desinfektionsspender am Eingang, die Hinweisschilder innerhalb des Marktes und der Spuckschutz bei der Käse-, Fleisch- und Backwarentheke sowie den beiden Kassen schon selbstverständlich. Dieser wurde initiativ und kostenlos von Jo Mayr gefertigt und angebracht. „Weil ich Kunde bin und gesehen habe, dass die Verkäuferinnen ungeschützt sind, bot ich meine Hilfe an“, erläutert der Inhaber des Baumarkts Profi-Schiffmacher seine Motivation.

Eine Unterstützung, die das Cap-Markt-Team gerne annahm und nach kurzer Umgewöhnung nun auch zu schätzen weiß, schreibt die Lebenshilfe. Seit Montag kommt noch ein weiterer Schutz hinzu: Nachdem die Mundschutz-Pflicht beim Einkaufen in Baden-Württemberg eingeführt wird, werden die Mitarbeiter ausgestattet. „Bisher war das Tragen von Gesichtsmasken, außer bei unseren Auslieferern, auf freiwilliger Basis“, sagt die Cap-Markt-Leiterin. Der offizielle Beschluss der Landesregierung lasse die bereits hohe Nachfrage auf einen bestimmten Artikel nun weiter in die Höhe schnellen. „Ausverkauf ist derzeit nicht das Klopapier, sondern die Gummieinzugsbänder“, schmunzelt Irth, die auf die neue Lieferung wartet.

Doch schon viel früher standen Hobbynäherinnen und -näher in den Startlöchern. Engagierte, ehrenamtliche Helferinnen kamen ebenfalls auf die Lebenshilfe zu und erkundigten sich nach dem Bedarf an Stoffmasken. „Der erste Anruf kam von Heike Fortenbacher aus Weisenbach, die uns einige Tage später eine Kiste mit selbst genähten Stoffmasken übergab“, berichtet Martin Bleier. Der Geschäftsführer der Lebenshilfe hatte zwar schon vorsorglich größere Mengen an Desinfiziermittel und mehrere Ausführungen von Gesichtsmasken bestellt. Doch mit dieser Auswirkung der Pandemie rechnete niemand.

Bedarf an Stoffmasken steigt sprunghaft

Beim Personal, das die Betreuung und Pflege der Menschen mit Behinderung übernimmt, steigt der Bedarf an Masken sprunghaf. Eine weitere Spende von 100 Visieren der Firma Protektorwerk in Gaggenau kam da gerade richtig. „Es ist selbstverständlich, dass man sich gegenseitig hilft“, meinte Geschäftsführer Dr. Christof Maisch bei der spontanen Übergabe. Zudem durften noch Anfang April 300 Schutzmasken, 1800 Mundschutz und 1400 Paar Handschuhe vom Landratsamt Rastatt in Empfang genommen werden.

Im Laufe der Zeit haben sich weitere Näherinnen – die Frauen der Gemeinde Ahmadiyya Muslim Lajna Imaillah Jamat Gaggenau, angeleitet von Shanza Liaquat, der Initiative von Herz zu Herz, die Niederlassungsleiterin Erste Reserve Personalservice Spreen GmbH Jeniffer Zilius, Gabi Geigle vom Jugend- und Familienzentrum Gaggenau sowie Sonja Licher – bei der Lebenshilfe gemeldet. Anfang dieser Woche werden die Näherinnen und Näher der Initiative „Herz zu Herz“ das gemeinnützige Unternehmen mit einer weiteren Lieferung erfreuen. Auch eine Spende der Firma Feurer in Muggensturm von 100 Gesichtsvisieren wurde gerade übergeben. Martin Bleier: „Wir sind sehr dankbar für die vielfältige Unterstützung, der Zusammenhalt in der Krise freut uns sehr.“

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Erstellt:
27. April 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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