700 Impfungen am Tag möglich – mit Luft nach oben

Rastatt (mt) – Kreisimpfzentrum mit Aussicht: In den Räumen des ehemaligen Cafés Pagodenburg in Rastatt werden seit 24. Februar Spritzen gegen das Coronavirus gesetzt.

Pieksen mit Aussicht: Impfarzt Johannes Münch in einer der Impfkabinen mit Landrat Christian Dusch und OB Hans Jürgen Pütsch (von links). Foto: Martina Holbein

© mt

Pieksen mit Aussicht: Impfarzt Johannes Münch in einer der Impfkabinen mit Landrat Christian Dusch und OB Hans Jürgen Pütsch (von links). Foto: Martina Holbein

Von Martina Holbein

In der Frühlingssonne auf der Terrasse sitzen und einen Kaffee schlürfen, dazu sich an den Blüten in den Blumenrabatten freuen oder gemütlich den Blick zum Schwarzwald schweifen lassen, einfach die Seele im Wohlfühlambiente der Pagodenburg-Anlage baumeln lassen – das war vor der Corona-Pandemie. Seit dem 24. Februar können frisch Geimpfte den Ausblick auf die Pagodenburg während ihrer Wartezeit genießen, allerdings ohne Kaffee. Denn seit dem 24. Februar beherbergen die Räume des ehemaligen Cafés das Kreisimpfzentrum des Landkreises Rastatt. Zwei Impfkabinen stehen zur Verfügung, in denen jeweils das Arztgespräch stattfindet und die Spritze gesetzt wird.

„Mit dem aktuellen Aufbau können wir 700 Impfungen pro Tag verabreichen“, sagt Dominik Zoller von der Task Force des Landratsamts. Dass aber die Kapazitäten je nach Impfandrang auch ausgeweitet werden können, sei ein großes Plus des neuen Kreisimpfzentrums. Landrat Christian Dusch lobte bei einem Rundgang den reibungslosen Schulterschluss mit der Stadt Rastatt, der es ermöglicht habe, das Zentrum in so kurzer Zeit zu verwirklichen. Erst vor wenigen Monaten war das Kreisimpfzentrum in Bühl geschlossen worden, jetzt benötige das Impfgeschehen wieder eine zentrale Stelle mit verlässlichen und großzügigen Öffnungszeiten, so Dusch, der der Task Force sein Lob aussprach, die Impfinfrastruktur auf-, ab- und wieder aufzubauen.

„Aus Erfahrungen gelernt“

„Wir haben aus den Erfahrungen, die wir in Bühl gesammelt haben, gelernt“, so Johannes Münch, verantwortlicher Impfarzt. Vor der Tür des ehemaligen Cafés steht ein Wachdienst, der die Impfwilligen zur Registrierung weist. Dieser kontrolliert auch, ob jemand mit Termin kommt oder spontan, denn beide Optionen sind derzeit möglich. Von da geht es mit dem Anamnesebogen in den Wartebereich vor den Impfkabinen, in denen die Impfstoffe Biontech und Moderna gespritzt werden. Danach führt der Weg ins „Abklingbecken“ Impfarzt Johannes Münch), wo die Geimpften 15 bis 30 Minuten warten, bis sie bei der Abmeldestation ihren OR-Code als Bestätigung der erfolgten Impfung erhalten.

Für diesen Mittwoch erwartete das Impfteam den neuen Totimpfstoff Novavax, der an gesonderten Terminen verimpft wird. Der erste ist am Samstag, 5. März. „Wir hoffen, dass wir damit auch Menschen überzeugen können, sich impfen zu lassen, die bisher Bedenken wegen der mRNA-Impfstoffe hatten“, so Münch.

OB Hans Jürgen Pütsch freute sich, dass das Café jetzt diese Zwischennutzung erhält. „Im Rossihaus wurden mehr als 20.000 Impfungen verabreicht, aber es ging da schon recht eng zu“, so Pütsch. Allmählich soll das Rossihaus auch wieder für seine bisherigen Nutzer zur Verfügung stehen, das Seniorenbüro und das Standesamt.

Mobile Impfteams werden beibehalten

Beibehalten werden die mobilen Impfteams, die zu den Menschen gehen, um eine höhere Immunisierung durch Impfung zu erreichen. „Wir im Landkreis sind im Mittelfeld in Baden-Württemberg, im unteren Bereich“, so Dominik Zoller, der zusammen mit seinen Mitstreitern an einer Konzeption für mobile Impfteams arbeitet, die dann vom Land abgesegnet und finanziert werden sollte. „Wir müssen zu den Menschen hingehen, und da gibt es im Landkreis und der Stadt Rastatt noch bestimmte Bevölkerungsgruppen, die wir bisher zu wenig erreicht haben. Jede Impfung zählt“.

Info: Das Kreisimpfzentrum hat Dienstag bis Samstag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Terminvereinbarungen sind online über die Landkreis-Homepage www.landratsamt-rastatt.de möglich. Da aktuell der Andrang nach Impfungen nicht so hoch ist, können Impfwillige auch spontan ohne Anmeldung vorbeikommen und sich ihre Erst-, Zweit- oder Booster-Impfung geben lassen.

Zum Artikel

Erstellt:
2. März 2022, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.