Ärger über Raser in Bietigheim

Bietigheim (as) – Laut und gefährlich: Raser auf Motorrollern sowie Autoposer in der Rastatter Straße (alte B36) in Bietigheim nerven Anwohner. Polizei und Bürgermeister sind mit dem Thema befasst.

Mit aufheulenden Motoren auf Konfrontationskurs: Raser sorgen in der Rastatter Straße in Bietigheim für Ärger. Foto: Vetter

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Mit aufheulenden Motoren auf Konfrontationskurs: Raser sorgen in der Rastatter Straße in Bietigheim für Ärger. Foto: Vetter

Von Anja Groß

Es gilt Tempo 30, die Straße wurde zurückgebaut, ist längst nicht mehr viel befahrene einzige Verbindung auf der Hardt, und doch sorgt die Rastatter Straße (alte B36) in Bietigheim für Ärger. Raser – vor allem auf Motorrollern und Kleinkrafträdern – machen überwiegend in den Abendstunden Lärm und stellen eine Verkehrsgefährdung dar, weiß auch Bürgermeister Constantin Braun durch zahlreiche Anwohnerbeschwerden.

Vergangene Woche hat Braun sich „mal wieder“ intensiv mit der Thematik beschäftigt, die für die Gemeindeverwaltung ein „Dauerbrenner“ ist und nicht nur die Rastatter Straße betrifft, wie er erzählt. Auf den Bietigheimer Straßen gelte fast durchgängig Tempo 30, erläutert Braun, und Beschwerden wegen Rasern gebe es fast im ganzen Ort.

Aktuell ist die Rastatter Straße offenbar besonders betroffen. Er sei mit zwei Anliegern im Gespräch, die unter anderem Videos der rücksichtslosen Aktionen gedreht haben, erzählt der Bürgermeister auf BT-Anfrage. Diese würden die Vermutung nahelegen, dass es immer wieder dieselben Missetäter sind.

Er appelliere vor allem an die Vernunft der Raser, erklärt Braun. „Dort wohnen viele junge Familien, die Rastatter Straße liegt zudem auf dem Schulweg“, sieht der Rathauschef das Thema mit großer Sorge und beschränkt sich auch nicht auf Appelle. Er sei ständig im Gespräch mit dem Leiter des Polizeipostens Bietigheim und der zuständigen Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt, sagt er. Alle würden an einem Strang ziehen, um des Problems Herr zu werden. Kurzfristig habe am Mittwoch deshalb beispielsweise ein Blitzer in der Rastatter Straße gestanden.

Die Gemeinde habe zudem drei sogenannte Verkehrssmileys angeschafft, die auch die Geschwindigkeit messen, berichtet Braun weiter. Diese würden immer wieder an unterschiedlichen Straßen in Bietigheim aufgestellt und mahnen die vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmer, sich ans Tempolimit zu halten.

Auch bei der Polizei ist das Problem bekannt, bestätigt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Offenburg „viele Beschwerden“ über zu schnelle Motorroller und Kleinkrafträder. Nach BT-Informationen werden diese wohl absichtlich mit aufheulenden Motoren beschleunigt. Die Kollegen vor Ort würden in der Rastatter Straße deshalb vor allem in den Abendstunden regelmäßig kontrollieren, so die Polizeisprecherin – in der Hoffnung, durch erhöhte Polizeipräsenz weitere Raser- und Poser-Aktionen zu verhindern.

Auch der Bürgermeister will in dieser Sache nicht locker lassen. Er hofft, dass Gefährdungsansprachen der Polizei möglicherweise Wirkung zeigen, denn die Sündenböcke sind teils gefilmt worden und können per Halterabfrage über ihre Nummernschilder ermittelt werden. Neben den Tempo-30-Schildern habe die Gemeinde auch schon „30“ in großen Zahlen auf die Straße malen lassen, um die Verkehrsteilnehmer zu disziplinieren.

Aber es gebe eben immer wieder Regelverstöße, meint Braun fast schon resigniert: Hundekot, Falschparker, Lärm, Vandalismus sowie Müll auf öffentlichen Plätzen und in Grünanlagen würden nicht nur sein Ordnungsamt regelmäßig beschäftigen, sieht er hier eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Mehr gegenseitige Rücksichtnahme.

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Erstellt:
31. August 2020, 14:00 Uhr
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