Amt für Naturschutz sieht Zaun am Schertle-See kritisch

Bietigheim (mak) – Das Amt für Naturschutz sieht die geplante Umzäunung des Bietigheimer Schertle-Sees kritisch. Der Zaun trenne Biotopflächen von der Umgebung ab.

Der Zugang zum Schertle-See soll aus haftungstechnischen Gründen durch einen Zaun unterbunden werden. Foto: Heiner Wirbser/Archiv

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Der Zugang zum Schertle-See soll aus haftungstechnischen Gründen durch einen Zaun unterbunden werden. Foto: Heiner Wirbser/Archiv

Von BT-Redakteur Markus Koch

Der Bietigheimer Gemeinderat hat in seiner Sitzung Anfang Juni der geplanten Umzäunung des Schertle-Sees zugestimmt – vorbehaltlich der Zustimmung der Forst- und Naturschutz-Fachbehörden. Das Amt für Naturschutz hat nun in einem vorläufigen Bescheid das Vorhaben abgelehnt, auch von forstlicher Seite gibt es Kritik. Damit ist das Zaun-Thema aber noch nicht vom Tisch. Der geplante Zaun tangiere mehrere gesetzlich geschützte Landschaftsteile im Sinne des Bundes- und Landesnaturschutzgesetzes, verdeutlicht das Amt für Naturschutz auf Anfrage des Badischen Tagblatts. Darüber hinaus sei auch das FFH-Gebiet „Hardtwald zwischen Karlsruhe und Muggensturm“ betroffen. Im gesamten Nord-, Ost- und Südbereich des Sees sei der Abbau von Kies abgeschlossen. In der rekultivierten Ufer- und Randböschung haben sich vielfältige Biotope entwickelt: „Diese Entwicklung wurde auch zusätzlich durch Maßnahmen der Besucherberuhigung unterstützt“, schreibt das Amt. Der Seeteil sei als konsolidierter Landschaftssee mit Angelnutzung einzustufen. Der großflächige und hermetisch dichte Zaunbau „umfährt und durchfährt die vorhandenen Biotopflächen und trennt diese von der Umgebung ab“, lautet die Kritik. Als konsolidierter Landschaftssee weise der Bereich „keine atypischen Gefahren eines Abbaugeländes“ mehr auf. Die Einzäunung wäre ein Verstoß gegen das allgemeine Benutzungsrecht der freien Landschaft. „Sie riegelt Wanderungskorridore für die Tierwelt ab und schließt viele Tierarten vom Wasserzugang in Trockenzeiten aus.“ Deshalb sehe man das Vorhaben „in der jetzigen Form kritisch“.

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