Baugebiet ohne relevante Funde

Muggensturm (sl) – Bauwillige in Muggensturm dürften sich freuen: Die archäologischen Voruntersuchungen auf dem geplanten Baugebiet Falkenäcker-Steinäckerle werden vorzeitig abgeschlossen.

Von den archäologischen Voruntersuchungen am Muggensturmer Ortsrand sind schon jetzt kaum noch Spuren zu sehen. Foto: Frank Vetter/BT

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Von den archäologischen Voruntersuchungen am Muggensturmer Ortsrand sind schon jetzt kaum noch Spuren zu sehen. Foto: Frank Vetter/BT

Die Arbeiten sollen voraussichtlich noch Ende dieser Woche beendet werden. Die Fachleute sprechen bei einer solchen Voruntersuchung von einer „Prospektion“.

„Entgegen der Erwartung sind bislang keine archäologisch relevanten Strukturen in den durch Baggerschnitte prospektierten Bereichen aufgedeckt worden“, teilt die Pressestelle des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart auf BT-Nachfrage mit. Dort ist das Landesamt für Denkmalpflege organisatorisch angesiedelt, auf dessen Veranlassung die Maßnahme am südlichen Ortsrand stattfindet. „Aus diesem Grund können die archäologischen Arbeiten vorzeitig beendet werden, ohne dass nach aktuellem Stand im geplanten Baugebiet weitere vorausgreifende Untersuchungen notwendig wären“, so das RP Stuttgart weiter. 1989/90 hatte man auf dem Gelände Zeugnisse aus der Steinzeit, der römischen Antike und des frühen Mittelalters gefunden, weitere waren eigentlich zu erwarten. Deshalb jetzt die Prospektion (wir berichteten).

Spuren von ländlichem Alltagsleben gefunden

Enttäuscht ist man beim Landesdenkmalamt nun keineswegs. Auch ein „negatives“ Ergebnis sei ein Ergebnis: „Es ist wahrscheinlich, dass die einst hier gelegenen Strukturen im verhältnismäßig sandigen Boden bereits durch die Veränderung der einst zahlreichen Gewässerläufe und der einst in der Region liegenden Dünen sowie die wechselnde landwirtschaftliche Nutzung flächig abgetragen wurden“, erklärt die Pressestelle. Lediglich in den etwas höher gelegenen Bereichen außerhalb der untersuchten Fläche dürften noch archäologische Strukturen zu finden sein, hieß es.

Die Ausgräber sind allerdings auf Spuren einstigen ländlichen Alltagslebens gestoßen: Auf sogenannte Mieten, die aber aus neuerer Zeit stammen. „Eine Miete bezeichnet eine Erdgrube zur Vorratslagerung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen“, erklärt die Pressestelle. Darin wurden zum Beispiel Rüben aufbewahrt. Bei Grabungen lassen sich häufig noch durch Verfärbungen im Boden solche Vertiefungen nachweisen.

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Erstellt:
10. Juni 2020, 18:05 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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