Corona-Ausbruch in Rastatter Pflegeheim Haus Paulus

Rastatt (BT) – Im Rastatter Pflegeheim Haus Paulus sind acht Bedienstete und 25 Bewohner mit Corona infiziert worden, eine Person verstarb. Das THW hilft nun bei der Pflege aus.

Im Pflegeheim Haus Paulus hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Der führt zu Engpässen in der Pflege. Foto: Frank Vetter

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Im Pflegeheim Haus Paulus hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Der führt zu Engpässen in der Pflege. Foto: Frank Vetter

Von den acht Bediensteten und 25 Bewohnern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, befinden sich derzeit fünf Bewohner im Krankenhaus, eine Person ist inzwischen verstorben. Das teilte das Landratsamt Rastatt am Montagnachmittag mit. Ein Nachweis auf die Omikron-Variante konnte bisher nicht erbracht werden.

Aufgrund des Infektionsgeschehens unter den Bediensteten drohte am Wochenende – trotz entgegenlautender Aussagen des Trägers vor den Weihnachtsfeiertagen - laut der Kreisbehörde eine mangelhafte pflegerische Versorgung in einem stark betroffenen Wohnbereich. Der Träger und das Landratsamt Rastatt standen daher in den vergangenen Tagen im intensiven Austausch. Der Träger war bislang nicht in der Lage, das ausfallende Personal durch die Mobilisierung zusätzlicher Kräfte von außen kurzfristig zu ersetzen.

Im Austausch mit der Bundeswehr

Nach Vermittlung des Landratsamts unterstützt nun das Technische Hilfswerk (THW) seit Montag mit Personal bei einfachen Dienstleistungen – pflegerische Tätigkeiten sind hiervon ausgenommen. Dieser Einsatz ist derzeit bis Ende dieser Woche geplant. Für den Fall, dass in den nächsten Tagen weiterhin keine ausreichenden personellen Kapazitäten durch den Träger sichergestellt werden können und die Bundeswehr benötigt wird, stehen das Landratsamt und der dort angesiedelte Krisenstab mit dem Kreisverbindungskommando der Truppe in engem Austausch.

Mangels ausreichender personeller Alternativen des Trägers und der bestehenden Personalnot hat das Gesundheitsamt Rastatt zudem in enger Abstimmung mit der Stadt Rastatt als zuständiger Ortspolizeibehörde kurzfristig eine Notbetreuung sicherstellen können.

Niedrige Impfquote im Haus

Wie das Landratsamt in seiner Mitteilung schreibt, sei die Impfquote im betroffenen Haus überraschend niedrig. Es wurden dem Träger daher nochmals kurzfristige Impfangebote über die mobilen Impfteams des Landkreises Rastatt für die nicht betroffenen Pflegebereiche angeboten. Sébastien Oser, Leiter des Corona-Krisenstabs im Landratsamt, appelliert in diesem Zusammenhang an alle Verantwortlichen, die „Impfangebote des Landkreises insbesondere für Auffrischimpfungen (Boosterimpfungen) zu nutzen, um sich bestmöglich vor schweren Krankheitsverläufen im Falle einer Infektion zu schützen“.

Das Landratsamt geht davon aus, dass die Spitze des Infektionsgeschehens in dem Pflegeheim noch nicht erreicht ist und rechnet mit weiteren Infektionen in den kommenden Tagen. Weiter betont es, dass grundsätzlich keine Besuchsverbote bei gesunden Bewohnern des Hauses bestehen und eine Sterbebegleitung durch Angehörige auch bei infizierten Bewohnern zur Sicherstellung eines würdevollen Todes immer möglich sei.

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Erstellt:
27. Dezember 2021, 16:29 Uhr
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Katharina Seifert 28.12.202107:06 Uhr

Interessanter Artikel.


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