„Das läuft alles vorbildlich“

Kuppenheim (ar) – Über 100 Patienten haben die Fieberambulanz in Kuppenheim bisher aufgesucht. CDU-Mitglieder spenden Geld zur Unterstützung

Den Scheck übergibt Lothar Kolles (Zweiter von links) an Michael Reiter im Beisein von Bürgermeister Karsten Mußler und Dr. Frank Peters-Klimm. Foto: A. Gangl

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Den Scheck übergibt Lothar Kolles (Zweiter von links) an Michael Reiter im Beisein von Bürgermeister Karsten Mußler und Dr. Frank Peters-Klimm. Foto: A. Gangl

Die Stadt Kuppenheim gehörte mit wenigen anderen zu den ersten Kommunen im Landkreis Rastatt, die bereits Ende März gemeinsam mit den Kuppenheimer Hausärzten und der Medie-Ambulanz zum Schutz der Bevölkerung eine Fieberambulanz eingerichtet hatten. Unterstützung erhielt die Hilfsorganisation nun vom CDU-Stadtverband Kuppenheim, der einen Scheck in Höhe von 1 000 Euro überreichte. Am 25. März richtete die Kuppenheimer Ärzteschaft den Appell an die Stadt Kuppenheim, eine Fieberambulanz einzurichten. Wie Bürgermeister Karsten Mußler sagte, konnte die Idee schnell umgesetzt werden, denn spontan hatte die Medie-Ambulanz ihre Unterstützung zugesagt. „Ohne diese Zusage hätten wir die Fieberambulanz nicht betreiben können“, lobte der Rathauschef die Mithilfe der Kuppenheimer Hilfsorganisation, die neben Sanitätsdiensten auch die Kleiderkammer, Erste-Hilfe-Kurse und den Hausnotruf organisiert.

„Das läuft alles vorbildlich“, sagte Prof. Dr. Frank Peters-Klimm, der ebenfalls die Unterstützung der Stadt Kuppenheim hervorhebt, die teilweise die Schutzkleidung besorgte, einen Internet-Zugang in die Wörtelhalle legte und eine Reinigungsfirma beauftragte. „Das alles wird uns einen fünfstelligen Betrag kosten, aber es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn die Arztpraxen in Kuppenheim ausgefallen wären“, betont Karsten Mußler.

Über 100 Patienten haben die Kuppenheimer Fieberambulanz bisher aufgesucht. „In den ersten Tagen kamen viele Patienten, an einem Tag sogar 19“, berichtet Michael Reiter, Vorsitzender der Medie-Ambulanz Kuppenheim. Aktuell sei es richtig ruhig, doch Michael Reiter geht davon aus, dass es wieder mehr werden. Es sei wichtig, dass sich die Patienten in den jeweiligen Hausarztpraxen voranmelden.

Hohes ehrenamtliches Engagement

Am Seiteneingang der Wörtelhalle werden sie dann von einem städtischen Mitarbeiter in Empfang genommen, um danach von der Medie Ambulanz entsprechend den Hygienevorschriften untersucht zu werden. Der Blutdruck wird ebenso gemessen wie der Sauerstoffgehalt im Blut und die Körpertemperatur. Dann wird je nach Ergebnissen der Arzt einen Abstrich anordnen, was bei zehn Prozent veranlasst worden sei, wie der Kuppenheimer Arzt sagte. „Das ist die Herausforderung, denn nicht alles ist Corona“, erklärte Frank Peters-Klimm.

Angesichts all dieses ehrenamtlichen Engagements habe er ein schlechtes Gewissen hinsichtlich der Gemeindeaufwendungen bekommen, gestand CDU-Ortsvereinsvorsitzender Lothar Kolles, der nun aus Spenden der CDU-Gemeinderäte, aber auch der Parteimitglieder einen Scheck in Höhe von 1 000 Euro überreichen konnte.

„Dieses Geld können wir zurzeit gut gebrauchen und für unsere Bürger einsetzen. Der Corona-Virus ist gekommen, er geht auch wieder“, so Michael Reiter, der appellierte, Mut zu fassen, um gut durch die Krise zu kommen.

Die Medie-Ambulanz half jedoch nicht nur den Bürgern in Kuppenheim, sondern unterstützte auch überregional. Spontan reagierte sie auf einen Hilferuf aus dem Rathaus, denn wie in der Nacht auf Karfreitag vom Landratsamt mitgeteilt worden war, fehlten Fieberschutzkappen, um den auf dem Baden-Airpark ankommenden Erntehelfern die Temperatur zu messen. „Ohne Medie-Ambulanz hätte man bei vielen Erntehelfern nicht Fieber messen können“, so der Rathauschef.

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Erstellt:
29. April 2020, 15:30 Uhr
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