Der Pflegebedarf wächst weiter

Rastatt (galu) – Die Zahl der hochbetagten Einwohner im Landkreis Rastatt steigt laut Prognose. Dabei ist mit einer deutlich erhöhten Nachfrage nach Hilfe- und Unterstützungsangeboten zu rechnen.

Die alternde Gesellschaft lässt auch im Landkreis Rastatt den Bedarf an Pflege wachsen. Foto: Bodo Marks/dpa

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Die alternde Gesellschaft lässt auch im Landkreis Rastatt den Bedarf an Pflege wachsen. Foto: Bodo Marks/dpa

In einer stetig älter werdenden Gesellschaft ist eine gute Pflegeinfrastruktur wichtiger denn je: Dessen sind sich Rolf Schnepf und Uli Richarz vom Kreis-Sozialamt sicher. Im Kreispflegeplan, dessen Fortschreibung bis 2025 jüngst im Ausschuss für soziale Angelegenheiten beschlossen wurde, werden dementsprechende Handlungsempfehlungen gegeben.

Der Bedarf, so die Prognose, wächst weiter. Dieser werde maßgeblich von der demografischen Entwicklung geprägt, so Schnepf und Richarz. Deshalb sei die Veränderung der Altersstruktur und die Zunahme insbesondere der älteren Bevölkerung und der sogenannten Hochbetagten (Personen ab 80 Jahren) von besonders großer Bedeutung. Den vorliegenden Prognosen zufolge werde bis 2035 die generelle Bevölkerung im Landkreis um insgesamt 2,5 Prozent auf rund 236000 Menschen anwachsen. Davon werden etwa 66500 Einwohner von über 65 Jahren prognostiziert. Landesweit gilt eine Vorhersage von 26,5 Prozent der Gesamtbevölkerung mit über 65 Jahren, der Landkreis Rastatt würde mit 28,5 Prozent also über dem Landesschnitt liegen. Noch spürbarer liest sich die Prognose für den Anteil der Hochbetagten: Die Prognosen besagen einen Anstieg um rund 29 Prozent, etwa 4400 Personen. Somit ist auch mit einer deutlich erhöhten Nachfrage nach Hilfe- und Unterstützungsangeboten zu rechnen.

Die Kreispflegeplanung gliedert den Landkreis in vier Versorgungsbereiche (VB): „Süd“ umfasst Bühl und Lichtenau sowie Bühlertal, Hügelsheim, Ottersweier, Rheinmünster und Sinzheim. Im VB Mitte befinden sich Rastatt und Iffezheim; der VB Murgtal enthält Gaggenau und Gernsbach sowie Forbach, Loffenau und Weisenbach. Im Versorgungsbereich Nord werden Kuppenheim, Au am Rhein, Bischweier, Bietigheim, Durmersheim, Elchesheim-Illingen, Muggensturm, Ötigheim und Steinmauern zusammengefasst.

Im Bereich der Tagespflege sei der Kreis gut aufgestellt. In den Versorgungsbereichen Süd, Nord und Murgtal bestehen planerische Überhänge, lediglich im Versorgungsbereich Süd bestehe ein Bedarf von acht bis 19 Plätzen. Im Bereich Kurzzeitpflege bestünden nach aktuellen Prognosen in allen Versorgungsbereichen leichte Überhänge. Im Bereich der Dauerpflege sehen die Prognosen indes durchwachsen aus: Während in den VB Nord und Süd jeweils Überhänge von 18 bis 67 beziehungsweise 111 bis 173 Plätze prognostiziert werden, bestehen in den Versorgungsbereichen Mitte und Murgtal jeweils Bedarfe von 54 beziehungsweise 121 bis 178 Plätzen. Generell müsse eine Weiterentwicklung von Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige stattfinden sowie weitere alternative Wohnkonzepte entwickelt werden, so Schnepf und Richarz.

„Menschen wollen nicht in ein Pflegeheim. Sie möchten so lange wie möglich zuhause oder in alternativen Wohnformen bleiben können“, bekräftigte Rastatts Bürgermeister Arne Pfirrmann.

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Erstellt:
2. Januar 2020, 00:00 Uhr
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