Erste Lehren aus Missbrauchsfall

Rastatt (ema) – Der mutmaßliche Sexualstraftäter im Wintersdorfer Kindergarten hat zuvor in mindestens zehn Einrichtungen gearbeitet. Die Verantwortlichen ziehen erste Lehren.

Der Kindergarten St. Michael Wintersdorf: Der mutmaßliche Missbrauchstäter arbeitete in einem abseits gelegenen Gruppenraum. Jetzt soll baulich reagiert werden. Foto: Vetter

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Der Kindergarten St. Michael Wintersdorf: Der mutmaßliche Missbrauchstäter arbeitete in einem abseits gelegenen Gruppenraum. Jetzt soll baulich reagiert werden. Foto: Vetter

Von Egbert Mauderer

Der mutmaßliche sexuelle Missbrauch durch einen 50-jährigen Erzieher im katholischen Kindergarten Wintersdorf zieht, abgesehen von den strafrechtlichen Ermittlungen und den Hilfen für die Opfer, erste Konsequenzen nach sich. Das Gebäude soll baulich verändert werden, da der Pädagoge in einer Gruppe arbeitete, die räumlich abseits liegt. Unterdessen ist bekannt geworden, dass der in der vergangenen Woche verhaftete Verdächtige vor seiner Tätigkeit im Ried in mindestens zehn anderen Einrichtungen gearbeitet hat.
Für die katholische Verrechnungsstelle Rastatt stehen im Moment die Hilfen für die Opfer im Vordergrund, wie der Abteilungsleiter Kindergarten-Geschäftsführung, Bernd Gramlich, im BT-Gespräch betont. Gleichwohl mache man sich bereits erste Gedanken, welche Lehren aus dem Fall zu ziehen sind. Ein Aspekt betrifft das Gebäude selbst, das der Stadt Rastatt gehört: Gramlich zufolge habe der Verdächtige in einem Raum gearbeitet, der durch ein Treppenhaus von den übrigen Räumen getrennt sei. Ob diese Lage im Abseits die vorgeworfenen Straftaten begünstigten, dazu wollte sich Gramlich unter Hinweis auf die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht äußern. Jedenfalls habe man Lösungsansätze im Blick, die man demnächst mit der Stadtverwaltung besprechen wolle. Es müssten dabei Grundsätze des Kinderschutzes und Brandschutzes beachtet werden. Bei der Lösung für die Umgestaltung wolle man die Eltern mit einbeziehen. Bürgermeister Arne Pfirrmann kündigte am Montag für den 28. September einen Ortstermin an.

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