Gerüstet für eine zweite Corona-Welle

Rastatt (red) – 350 Patienten wurden in den vergangenen zwei Monaten in der Fieberambulanz in der Reithalle behandelt. Jetzt ist (erst mal) Schluss.

Schutz für alle: In Ganzkörperanzügen untersucht das Rastatter Ärzteteam mögliche Corona-Patienten. Foto: Stadt

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Schutz für alle: In Ganzkörperanzügen untersucht das Rastatter Ärzteteam mögliche Corona-Patienten. Foto: Stadt

Acht Wochen lang waren zwölf Rastatter Ärzte nahezu täglich in der Fieberambulanz in der Reithalle im Einsatz, um sich um Patienten mit grippalen Infekten zu kümmern und sie, wenn nötig, auf Corona zu testen. Jetzt, da die Zahl der Corona-Neuinfektionen abnimmt und sich die Lage stabilisiert, stellt das Team seinen Betrieb vorläufig ein. Zum Dank für das Engagement, sich freiwillig und unentgeltlich für die Rastatter Bürger einzusetzen, überreichte Bürgermeister Raphael Knoth den Ärzten am Mittwoch, dem letzten Tag der Fieberambulanz, eine Torte, teilt die Stadtverwaltung mit. „Die Fieberambulanz war eine tolle gemeinsame Aktion aller Beteiligten – auch wenn wir in der Reithalle natürlich lieber kulturelle Veranstaltungen angeboten hätten“; so Knoth. Gemeinsam mit den Ärzten hofft auch er, dass die Corona-Lage sich weiter positiv entwickelt und nicht im Herbst eine zweite Welle anrollt. Wäre das der Fall, könnte das Ärzteteam innerhalb einer Stunde die Fieberambulanz wieder aufbauen, betont Christine Stiepak. Die Allgemeinmedizinerin lobte ebenfalls die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, die den Ärzten kostenlos die Reithalle zur Verfügung gestellt hatte. Ein großes Lob von Stadt und Ärzteschaft ging auch an die ehrenamtlichen Unterstützer der Fieberambulanz. So hatten viele fleißige Hände rund um den DRK-Kreisverband Rastatt und Andrea Flackus für selbst genähte Gesichtsmasken gesorgt, die an die Patienten verteilt wurden. Die Kosten hatte die Bürgerstiftung Rastatt übernommen.

Mit der Fieberambulanz wollten die Mediziner die Gefahr reduzieren, dass sich durch den Besuch eines Infizierten in einer Arztpraxis das Corona-Virus in Rastatt rasend schnell ausbreiten könnte. Denn gerade zu Beginn des Ausbruchs hätten die wenigstens niedergelassenen Ärzte über ausreichend Schutzmöglichkeiten verfügt, stellt Stiepak fest. In der Fieberambulanz hingegen konnten die behandelten Mediziner auf einen Ganzkörperschutzanzug zurückgreifen.

„Nicht nachlässig werden“

Rund 350 Patienten suchten während der zwei Monate die Fieberambulanz auf, berichtete Kathrin Haag. Glücklicherweise seien die wenigsten Tests auf Corona positiv ausgefallen, so die Medizinerin. Während anfangs nur jene Patienten mit Symptomen getestet wurden, die bereits Kontakt zu einem Infizierten hatten, seien die Regelungen in der Zwischenzeit von der Kassenärztlichen Vereinigung gelockert worden, sagte Jürgen Schönit. Der Vorsitzende der Ärzteschaft Rastatt führt das auf die erhöhten Testkapazitäten der Labore zurück.

Die Mediziner können nun bei jedem Patienten einen Rachenabstrich machen, der grippale Symptome aufweist. Doch trotz der geringen Fallzahlen und der positiven Entwicklungen der letzten Wochen mahnen die Ärzte unisono, nicht nachlässig bei der Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln zu werden.


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