Heim des Thurmar und der Würmer?

Durmersheim (red) – Woher kommen eigentlich die Namen von Durmersheim und Würmersheim? Der Arbeitskreis Heimatpflege Durmersheim erklärt es.

Der Wasserreichtum der Gegend fiel wohl schon den Kelten auf: Der Federbach in Durmersheim. Foto: Arbeitskreis Heimatpflege

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Der Wasserreichtum der Gegend fiel wohl schon den Kelten auf: Der Federbach in Durmersheim. Foto: Arbeitskreis Heimatpflege

Woher die Ortsbezeichnungen für Durmersheim und Würmersheim stammen, das wissen auch manche Ur-Durmersheimer nicht. Der Arbeitskreis Heimatpflege Durmersheim erklärt die Bezeichnungen im folgenden Beitrag:
Im Volksmund gibt es eine einfache Erklärung: Durmersheim ist das Heim des Thurmar. Wer dieser Thurmar war, bleibt dabei im Dunkeln. War er vielleicht ein germanischer Söldner im Römerheer, der bei seiner Pensionierung für seine Verdienste mit einem Stück Land belohnt wurde? Oder könnte es der Chef einer fränkischen Sippe gewesen sein, die sich zur Zeit der fränkischen Landnahme im sechsten Jahrhundert in der Gegend ansiedelte?

Diese Fragen sind reine Spekulation. Sie gehen auf die Annahme zurück, dass eine Siedlung einen Gründer hat und nach ihm benannt wurde. Beispiele dafür gibt es genügend, beispielsweise Karlsruhe, Ottobrunn, Ludwigshafen und viele mehr.

Sprachwissenschaftler gehen bei der Erklärung von Ortsnamen andere Wege. Sie untersuchen beispielsweise, aus welchen zum Teil heute nicht mehr gesprochenen Sprachen der Name stammen kann. So gehen Städtenamen wie Mainz, Trier oder Köln auf ihren ursprünglichen lateinischen Namen zurück.

„Ureinwohner“ als Namensgeber

Für Durmersheim kommen die Sprachen der ehemaligen „Ureinwohner“ in Frage, und das waren die Kelten und danach die Franken. Sowohl „Keltisch“ als auch „Fränkisch“ liefern in der Tat einleuchtende Erklärungen zur Deutung des Ortsnamens.

Aus der keltischen Sprache stammen die beiden ersten Silben: „Thur“ bedeutet übersetzt „Wasser“. Und Wasser hat es seit jeher in der Gegend im Übermaß gegeben.

Da wären der Federbach und natürlich der Rhein, der ja vor seiner Begradigung durch Tulla wie ein Mäander das ganze Tiefgestade als Flussbett nutzte. Außer in „Durmersheim“ kommt diese keltische Wurzel auch in Durlach, Durbach, Durlangen, Thurgau (Schweiz) oder Durance (Fluss in Frankreich) vor. Auch das Wort „Durst“ gehört zur Verwandtschaft.

Die zweite Silbe „Mers“ kommt aus der keltischen Wortfamilie „Mar-Mer-Mor“ und bedeutet „Sumpfland“, was ja durchaus zum Überschwemmungsgebiet des Rheins passt. Wir finden diese Wortwurzel auch in Marbach, Marburg, in der Marschlandschaft und auch in Mörsch sowie in – Würmersheim! Achtung: Der Name des Ortsteils Würmersheim hat nichts mit dem im Wappen abgebildeten Wurm zu tun. „Würm“ ist ebenfalls ein keltisches Wort und bedeutet nichts anderes als „Bach“.

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Erstellt:
3. Mai 2020, 12:12 Uhr
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